Maifelder Ortsbürgermeister und Gemeinderatsmitglieder waren im Fraunhofer-Institut in Kaiserslautern zu Gast
Lokal und datensicher kommunizieren
Die App „Dorffunk“ soll ermöglichen, Informationen schnell und unkompliziert weiterzugeben
Polch. Wie kann digitale Kommunikation beim gelingenden Mitei-nander im Dorf helfen? Dieser Frage hat sich das Fraunhofer-Institut in Kaiserslautern vor fünf Jahren angenommen und zusammen mit zwei Modellkommunen (Betzdorf im Kreis Altenkirchen und Eisenberg im Donnersbergkreis) digitale Lösungen zur Kommunikation im Dorf entwickelt. Herausgekommen ist eine App. „Dorffunk“ heißt sie und soll ermöglichen, Informationen im Dorf schnell und unkompliziert weiterzugeben.
Neben den Funktionen „Suche“ und „Biete“ sind für die Dörfer die Rubriken „News“ und „Events“ interessant. Hier können Vereine und der Gemeinderat sowohl Termine als auch Neuigkeiten einstellen. „Das Tolle am Dorffunk ist, dass die Nachricht direkt auf dem Handy aufpoppt und somit den Einwohner erreicht, ohne dass er eine Homepage besuchen muss“, erklärt Marc Battenfeld, Demografiebeauftragter der Verbandsgemeinde Maifeld. „Ich kann so auch noch mal kurzfristig auf Aktionen im Dorf aufmerksam machen. Zum Beispiel: Erinnerung an die Aufräumaktion im Dorf morgen früh, Kuchenspenden werden gern angenommen.“ Bei einem Besuch im Fraunhofer-Institut Kaiserslautern informierten sich Maifelder Ortsbürgermeister sowie Gemeinderatsmitglieder über die neue Möglichkeit der digitalen Kommunikation. Stefan Hess, Projektleiter des Dorffunks beim Fraunhofer-Institut, stellte den interessierten Vertretern des Maifelds nicht ohne Stolz das Produkt mehrerer Jahre Arbeit vor und stand gern für die vielen Fragen zur Verfügung. Auch Bürgermeister Maximilian Mumm freut sich über das Interesse der Kommunalpolitiker an digitaler Kommunikation: „Ich war vor fünf Jahren selbst in Kaiserslautern und habe dafür geworben, dass das Maifeld Modellkommune wird. Allerdings fiel die Entscheidung auf strukturschwächere Regionen. Umso mehr freue ich mich, dass jetzt mit dem Dorffunk ein Ergebnis erarbeitet wurde, von dem auch wir profitieren können.“ Seiner Ansicht nach wird die neue App die herkömmlichen Kommunikationsmittel nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen.
Da Dorffunk zu 100 Prozent vom Fraunhofer-Institut und der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz getragen wird, ist diese App auch mit der derzeitigen Datenschutzgrundverordnung vereinbar. Ein entscheidender Vorteil gegenüber Apps kommerzieller Anbieter, die für den privaten Gebrauch gut nutzbar, für Kommunen aber rechtlich tabu sind.
Wie geht’s weiter? Dorffunk wird in der nächsten Bürgermeisterdienstbesprechung nochmals allen Orts- und Stadtbürgermeistern sowie Ortsvorstehern vorgestellt. Nach einer Teilnehmerabfrage der Orte kann Dorffunk bereits im ersten Quartal 2020 an den Start gehen.
Die App kann schon jetzt auf das Handy oder Tablet heruntergeladen werden: https://www.digitale-doerfer.de/mitfunken/. Derzeit suchen Interessierte das Maifeld hier noch vergeblich. Um einen ersten Überblick über den Nutzen zu bekommen, kann jeder aber zum Beispiel in den Donnersbergkreis schauen und dort den Ort Eisenberg auswählen.
