Allgemeine Berichte | 31.01.2017

5. LAG Raiffeisen-Region-Vollversammlung

Lokale Aktionsgruppe stellte Leitbild 2020 vor und forderte zur Diskussion auf

Marion Gutberlet und Volker Mendel.UP

Puderbach. Die 5. LAG Raiffeisen-Region-Vollversammlung wurde von Verbandsbürgermeister Volker Mendel eröffnet, der im Rahmen seiner Begrüßung noch einmal besonders an den Namensgeber der Region Friedrich Wilhelm Raiffeisen erinnerte, der am 30.03.2018 seinen 200. Geburtstag gefeiert hätte. Aus diesem Grund ist 2018 auch das Raiffeisenjahr und insbesondere die Raiffeisenregion möchte sich unter dem Motto der gelebten Solidarität weiterentwickeln und die Region für ihre Anwohner attraktiver machen.

Das Leitbild 2020 gliedert sich in fünf Hauptgebiete – die Kulturlandschaft, das Leben im Dorf, Bildung und Wirtschaft, die Daseinsvorsorge und die regionale Identität. Nach dem offiziellen Teil wurden drei Projektideen aus diesen Bereichen unter Tagesordnungspunkt 7 „Strategieentwicklung 2017“ detaillierter erläutert und vorgestellt. Die Tagesordnungspunkte 1 und 2 (Feststellung der ordentlichen Ladung und Beschlussfähigkeit, sowie das Protokoll der letzten Sitzung) konnten relativ schnell abgearbeitet werden. Von den 24 LAG-Mitgliedern waren 16 anwesend, für eine Beschlussfähigkeit werden 50 Prozent der Mitglieder benötigt, somit war diese gewährleistet.

Bericht aus dem Regionalmanagement

Marion Gutberlet gab nachfolgend die wichtigsten Eckdaten aus dem Protokoll der letzten LAG-Sitzung bekannt und machte danach sofort mit Tagesordnungspunkt drei weiter, der sich mit dem aktuellen Bericht aus dem Regionalmanagement befasste. Derzeit hat sie bereits mit insgesamt 39 Personen Gespräche über mögliche Projekte geführt und hat insgesamt 28 der 66 Ortsgemeinden besucht. Viele Projekte bewegen sich in die Richtung der touristischen Nutzung der Region Horhausen, aber auch der anderen Verbandsgemeinden. Unter den vorgeschlagenen Projekten sind unter anderem ein Bildungsprojekt Ernährung, die Einrichtung eines Wohnmobil-Stellplatzes in Dierdorf, die Einrichtung von WLAN-Hotspots in den Orten der Verbandsgemeinde Puderbach oder der Lückenschluss zweier Radwege in der Verbandsgemeinde Rengsdorf. Eins der bereits umgesetzten Projekte ist die Einrichtung eines Bürgerbusses in der Verbandsgemeinde Flammersfeld, der bereits bestellt werden konnte. Frau Gutberlet wies allerdings auch noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass es trotz der vielen guten Ideen auch immer geklärt sein muss, wie die Finanzierung des Eigenanteils, der auf jeden Fall immer bei der Förderung bestehen bleibt, durch die Orts- oder Verbandsgemeinden geregelt ist. Das Handbuch für die Förderbewerber ist inzwischen fertiggestellt, genehmigt und wird zeitnah gedruckt.

Unter Tagesordnungspunkt 4 stand der Beschluss über neue Mitglieder, die ausgeschiedene Mitglieder ersetzen werden. Hier wurden die Vorschläge für Frau Hoffmann, Herrn Krause und Herrn Krautscheid einstimmig angenommen, die somit nachrücken und ausgeschiedene Mitglieder ersetzen.

Ebenfalls einstimmig wurde unter Tagesordnungspunkt 5 beschlossen, der Kooperationsvereinbarung mit den Kreisen Taunus, Lahn, Rhein-Sieg und Westerwald anzuschließen. In ihrem Rückblick auf die ersten sechs Monate LEADER in der Raiffeisenregion konnte Marion Gutberlet sich bereits für die geleistete Arbeit in den Verbandsgemeinden und die Unterstützung durch den Vorsitzenden der LAG Volker Mendel, seinen Stellvertreter Horst Rasbach und Herrn Gondorf und Frau Schroerl bedanken. Sie wies auch noch einmal auf die Internetpräsenz www.LEADER-raiffeisen-region.de hin.

Strategieentwicklung 2017

Unter Tagesordnungspunkt sieben stand die Strategieentwicklung 2017 auf dem Plan. Schwerpunktmäßig wurde auf drei Projektvorschläge eingegangen.

Horst Rasbach sprach das Thema Gesundheitsvorsorge und zukünftigen Ärztemangel in der Region an, da das Durchschnittsalter vieler niedergelassener Ärzte nahe der Rente liegt, und es schwer bis unmöglich ist, adäquate Nachfolger zu finden. Hier müssen in naher Zukunft Lösungen gefunden werden, um das Leben in der Region weiter attraktiv für alle Generationen zu gestalten. Eine Möglichkeit ist es, sich ein Beispiel an anderen Regionen zu nehmen, die solche Lösungen bereits installieren und in Kooperation mit Pflegediensten und anderen medizinischen Versorgungsinstitutionen die Versorgung der Landbevölkerung sicherstellen. Die Verbandsgemeinde Puderbach wird dort stellvertretend als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

„Gutes Leben – gutes Land“

Im Anschluss stellte Herr Gondorf eine Projektidee unter dem Motto „Gutes Leben – gutes Land“ für die Landwirtschaft vor. Ziel des Projektes soll sein, eine bessere Zusammenarbeit unter den regionalen Landwirten zu schaffen und der regionalen Landwirtschaft ein Gesicht zu geben. Dies kann durch mehr landwirtschaftliche Produkte aus der Region, mehr Informationen über die regionalen Produkte bei der Bevölkerung, aber auch eine verbesserte Infrastruktur im Bauerngebiet erreicht werden.

Die Bevölkerung soll durch Veranstaltungen mit Eventcharakter (Höferadeln) und Fachveranstaltungen für die Produkte aus der eigenen Region sensibilisiert werden, gleichzeitig sollen die regionalen Produkte auch in die Restaurants, Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Wohnheime gebracht werden. Aus der gelebten Solidarität soll ein Mehrwert für die ganze Region entstehen und so eine Wirtschaftsgrundlage für die Anwohner geschaffen werden.

Ein dritter Projektansatz befasst sich mit der Entwicklung zukunftsfähiger Dorfstrukturen.

Ziel sollen ein soziales Miteinander, Teilhabe und soziokulturelle Anregung sein, um die Landflucht des Mittelstandes und der jüngeren Menschen aus den Dörfern zu verhindern. In diesem Rahmen gibt es in einigen Ortsgemeinden bereits das Förderprogramm Ortskerne, bei dem Leute bei der Instandsetzung älterer Häuser in den Ortskernen unterstützt werden, um die Leerstände zu reduzieren. Auch denkbar sind in diesem Zusammenhang die Schaffung von Mehrgenerationenhäusern oder Wohngruppen, die es älteren Leuten ermöglichen in ihrer Heimat zu bleiben und wesentlich weniger Kosten verursachen als zum Beispiel Altenheime. Hier muss jedoch der Einzelbedarf der unterschiedlichen Gemeinden berücksichtigt werden.

Als letzten Punkt brachte Volker Mendel noch die Idee einer Genossenschaftsgründung ein. Die Genossenschaft könnte das Dach über den Projekten bilden.

Hier bleiben aber noch einige Fragen nach der Form der Genossenschaft, den Kosten und dem daraus zu ziehenden Nutzen offen, die in späteren Sitzungen noch näher beleuchtet werden.

Zu Beginn des Raiffeisenjahres 2018 wird jedes Dorf eine Ruhebank – eine „Raiffeisenbank“ – bekommen. Diese sollen ein einheitliches Design bekommen, was in einem Designwettbewerb entwickelt werden soll. Wenn möglich, sollen für die Fertigung der Bänke allerdings nur Hölzer aus den heimischen Wäldern verwendet werden.

Die Verbandsgemeinden Flammersfeld und Puderbach haben bereits eine Bestandsaufnahme der geotouristischen Attraktionen durchgeführt, die Verbandsgemeinden Dierdorf und Rengsdorf werden das in naher Zukunft auch tun. Aus diesen Informationen sollen dann in vielen Teilprojekten die Möglichkeiten entwickelt werden, die Region touristisch attraktiver zu machen.

Das Leitbild 2020 wurde vorgestellt.

Das Leitbild 2020 wurde vorgestellt.

Marion Gutberlet und Volker Mendel.Fotos: UP

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