Bistumswallfahrt nach Lourdes
„Lourdes fasziniert immer wieder“
450 Pilger machen sich auf den Weg in den südfranzösischen Wallfahrtsort
Mendig/Lourdes. Warten auf den Bus, ein Wirrwarr aus Koffern und Jacken auf dem Gehsteig, großes „Hallo“ beim Wiedersehen alter Bekannter: Es sind Vorfreude und Aufregung unter den Pilgern zu spüren, die sich an diesem Morgen mit einem von insgesamt sechs Bussen auf den Weg nach Lourdes machen. 450 Pilgerinnen und Pilger sind in diesem Jahr bei der fünftägigen Wallfahrt in das südfranzösische Pyrenäenstädtchen dabei, die unter der geistlichen Leitung von Generalvikar Dr. Ulrich Graf von Plettenberg und Pfarrer Joachim Waldorf steht. 270 von ihnen reisen mit dem Bus, 180 weitere folgen zwei Tage später mit dem Flugzeug.
Unter den Wallfahrern sind elf Kranke, betreut von den Maltesern, sowie zehn Schülerinnen und Schüler der St. Matthias-Schule Bitburg, die sich während der Reise ebenfalls um die Älteren und Kranken kümmern.
Beten für einen Angehörigen, Danke sagen für eine geglückte Operation, neue Erfahrungen in der Gemeinschaft sammeln: Jeder Pilger hat seine eigenen Beweggründe für die Wallfahrt. So auch Michaela Müller-Günther aus Mendig, die mit ihrer fünfjährigen Tochter Theresa Marie mitfährt. Die kleine Theresa wird nicht nur zum ersten Mal nach Lourdes fahren, sondern während der Pilgerreise auch ihren sechsten Geburtstag feiern. Ihre Mutter erhofft sich vor allem „geistliche Stärkung und inneren Frieden“ von dem Besuch in Lourdes, sagt sie.
Gerade in der heutigen Zeit sei es oft schwer, als katholische Familie Glauben im Alltag zu leben. Ursula Tautges-Müller ist 74 und fährt zum dritten Mal bei der Wallfahrt mit, hat aber schon eine viel längere Verbindung zu Lourdes: „Meine Mutter war 1958 bei der 100-Jahrfeier von Lourdes und brachte damals Wasser der Lourdes-Quelle mit. Das habe ich immer noch.“ Sie wolle vor allem „Danke“ sagen nach einer Krebsoperation, sagt die Pilgerin aus Mendig.
Das verbindet sie auch mit der 81-jährigen Anna Getrud Kranz. Sie sei dankbar, dass es ihr noch so gut gehe, wolle aber auch für die Kranken beten, sagt Kranz. „Als ich 1990 schon einmal in Lourdes war, hat mich vor allem berührt, dass die Kranken so im Vordergrund stehen. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre dort, die einen fasziniert. „
Mit dabei auf der Bistumswallfahrt sind auch die 15-jährige Eva Turmann und der 16-jährige Simon Tebeck von der St. Matthias-Schule in Bitburg, die im Rahmen ihres Sozialpraktikums alte und kranke Pilger betreuen. „Wir werden die Kranken und Hilfsbedürftigen zu Gottesdiensten oder zu den Mahlzeiten begleiten und ihnen Gesellschaft leisten“, beschreibt Simon die Aufgaben. Seine Tante fahre jedes Jahr nach Lourdes und habe schon viel davon erzählt. Er selbst ist zwar Messdiener, war aber noch nie auf einer größeren Wallfahrt. Er sei „gespannt auf die neuen Erfahrungen“.
Auf dem Programm der Wallfahrt stehen für die Pilger tägliche Gottesdienste, eine internationale Messe in der unterirdischen Basilika Pius X., Kreuzwege, abendliche Lichterprozessionen und Zeit für das persönliche Gebet und den Besuch der Grotte. Seit 1958 pilgern jährlich Gläubige aus dem Bistum Trier nach Lourdes, wo 1858 Bernadette Soubirous die Muttergottes erschienen sein soll.
Weitere Informationen zu Pilgerreisen im Bistum Trier gibt es beim Bischöflichen Generalvikariat Trier, Abteilung 1.1 Pastorale Felder, Pilgerreisen des Bistums Trier, Tel. (06 51) 7 10 55 92, E-Mail pilgerfahrten@bistum-trier.de.
