Der Koblenzer Angelo Triolo veröffentlicht seinen zweiten Roman
Lu Tabutu: Beerdigung auf sizilianisch
Koblenz. Nach dem autobiografischen Roman „Maestro Peppino“ legt der Wahl-Koblenzer mit sizilianischen Wurzeln Angelo Triolo nun sein zweites Buch vor. Der Roman mit dem eigenwilligen Titel „Lu Tabutu“ führt den Leser in das Sizilien der Fünfzigerjahre. Er schildert Geschehnisse um die zweite Kommunalwahl nach dem Krieg. Vordergründig geht es dabei um Politik, um die Rivalität zwischen Sozialisten und Christdemokraten. Hinter dem Wahlgetöse jedoch tut sich ein Abgrund an Kriminalität auf. Kriminalität, die geprägt ist durch Gewinnsucht, Neid, Rachegedanken, Sex, Leidenschaft und Machtstreben.
Was sich in diesem sizilianischen Dorf abspielt, ist für einen gewöhnlichen Mitteleuropäer schwer fassbar. Und doch beruhen die geschilderten Ereignisse auf wahren Begebenheiten. Angelo Triolo ist in Sizilien geboren und hat seine Kindheit dort verbracht. Dass der Roman eine Kriminalgeschichte wurde, liegt an den Geschehnissen, die er aus Erzählungen kennt und die er teilweise selbst miterlebt hat. Im Grunde geht es ihm aber darum, die Sitten, die Gebräuche, die Sprache und die Gepflogenheiten wiederzugeben, die seine Kindheit in Sizilien geprägt haben.
Das alles ist heute fast gänzlich verschwunden. Angelo Triolos Wunsch ist es, die Erinnerung an diese Dinge in Worte zu fassen, um sie lebendig zu halten und für die Nachwelt zu konservieren. Mit dem vorliegenden Roman ist ihm dies meisterhaft gelungen. „Lu Tabutu“ stammt aus dem Arabischen und ist die sizilianische Bezeichnung für „Der Sarg“.
Angelo Triolo, Lu Tabutu: Beerdigung auf sizilianisch, 406 Seiten.
