Beethoven-Stele in Odendorf eingeweiht
Ludwig van Beethoven spielte als Zehnjähriger in Odendorf und „empfing auch Ehr“
Bei einer 14-tägigen Rundreise rund um Bonn führte der Weg des Musikgenies auch zum damaligen Odendorfer Pfarrer Hilger Josef Dick
Odendorf. Seit Herbst vergangenen Jahres bereits steht die Beethoven-Stele an der Alten Kirche in Odendorf, jetzt wurde sie offiziell eingeweiht. „Wir sind sehr stolz darauf, dass diese Stele hier ihren Standort hat, denn das bedeutet, dass Beethoven tatsächlich hier war“, freute sich Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU) bei der Feierstunde im benachbarten Zehnthaus. Der Standort im historischen Kern von Odendorf sorge dafür, dass die Swisttaler die modern gestaltete Stele noch lange bewundern könnten und durch sie etwas über die Beziehung Odendorfs zum Bonner Musikgenie Ludwig van Beethoven, der in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag gefeiert hätte, erführen.
Dessen Bezug zum Swisttaler Ort wird auf der Stele unter dem Titel „Am Klavier in Odendorf“ folgendermaßen erläutert: „Ludwig van Beethoven erinnerte sich zeitlebens an ‚die schöne Gegend, in der ich das Licht der Welt erblickte‘, wie er 1801 an seinen Freund Wegeler schrieb. Sein Vater Johann besuchte mit ihm hier gern musikbegeisterte Freunde und Bekannte. Mitunter war Franz Georg Rovantini dabei, ein Verwandter von Johanns Ehefrau Maria Magdalena, der bei der Familie wohnte. Auf den Musikausflügen machten sie unter anderem Station bei Pfarrer Hilger Joseph Dick in Odendorf, wo sie, wie der Bonner Bäckermeister Fischer berichtete, ‚auch Ehr empfinge‘. Oft spielten sie zu ihrem Vergnügen in den Häusern der Musikfreunde auf. Gut war es, wenn es für die Kammermusik ein Klavier gab, um Gesang und Streichinstrument zu begleiten. Vielleicht spazierte man auch in das nahe Kloster Maria Stern in Essig, wo eine Orgel Ludwig van Beethoven zum Musizieren eingeladen haben könnte.“
Den Namen Beethoven mit Bonn verbinden
Die Stele in Odendorf ist eine von 22, die in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis anlässlich des Beethoven-Jubiläums errichtet wurden und zusammen einen Beethoven-Rundgang ergeben. Der Initiator des Beethoven-Rundgangs sowie der Beethoven-Stelen, Dr. Stefan Eisel, ging in einem humorvollen Vortrag auf das Leben des Musikgenies in der Region und die Bedeutung des Beethoven-Rundgangs ein. „Jeder, der den Namen Bonn hört, soll sofort an Beethoven denken, genau wie das mit Salzburg und Mozart der Fall ist.“ Natürlich kam auch die Musik Beethovens nicht zu kurz, die vier Musiker Thorallil Quadflieg, Tobias Grohs, Christoph Hillgruber und Max Mahnig von der Musikschule Voreifel spielten einige Stücke des großen Meisters auf ihren Trompeten.
Die Stelen gäben Auskunft über das Leben und den Aufenthalt Beethovens in der Region, berichtete der Vorsitzende des Vereins „Bürger für Beethoven“ vor zahlreichen interessierten Zuhörern im Zehnthaus. Hier habe er Freunde getroffen, musiziert und die Natur genossen. „Beethoven war viel in der Natur und in der näheren Umgebung unterwegs“, wusste Eisel und erinnerte an dessen regelmäßigen Besuche im zarten Alter von zehn Jahren mit seinem Vater Johann bei Freunden in Odendorf. Zuvor hätten Vater und Sohn Beethoven zusammen mit dem Geiger Franz Georg Rovantini den kurkölnischen Kämmerer Freiherrn Friedrich Wilhelm von Dalwigk auf der Burg Flamersheim besucht.
Regelmäßig bei der Familie Beethovens verkehrt
Die Beziehung Beethovens nach Odendorf sei entstanden durch seinen damaligen Vermieter in Bonn, den Bäckermeister Gottfried Fischer. Dessen Schwager Hilger Josef Dick war von 1767 bis 1810 Pfarrer in Odendorf und zugleich ein großer Musikliebhaber. Er habe zu einem Kreis von Kunstfreunden gehört, der damals regelmäßig bei der Familie van Beethoven in Bonn verkehrte. Von Odendorf aus sei Beethoven dann nach Oberdrees weitergereist, wo der Vater von Pfarrer Dick als Gutsbesitzer beheimatet war und ebenfalls der Musik huldigte.
JOST
Die vier Musiker Thorallil Quadflieg, Tobias Grohs, Christoph Hillgruber und Max Mahnig von der Musikschule Voreifel spielten anlässlich der Einweihung der Beethoven-Stele im Zehnthaus Odendorf einige Stücke des großen Meisters auf ihren Trompeten. Foto: Volker Jost
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