Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig
Made in Euskirchen
Dr. Gabriele Rünger sprach beim Zehnthausverein
Swisttal-Odendorf. Um die wirtschaftliche Entwicklung der Kreisstadt Euskirchen, aber auch einzelner Firmen ging es kürzlich beim Verein Zehnthaus Swisttal-Odendorf/Essig. Dr. Gabriele Rünger, Leiterin des Stadtarchivs Euskirchen, sprach zum Thema “Made in Euskirchen - Firmen, Marken und Unternehmensgeschichte(n)“.
Die Kreisstadt Euskirchen definiert sich spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als mittelständische Industriestadt. Eisenbahn und Industrialisierung machten aus dem Ackerbaustädtchen mit knapp 5.000 Einwohnern eine wirtschaftlich blühende Industriestadt, deren Einwohnerzahl dann im Jahr 1912 bei 13.000 lag. Dominierender Wirtschaftsfaktor war die Tuchindustrie, spezialisiert auf die Herstellung von Uniformstoffen. Ein Drittel der Euskirchener Bevölkerung lebte vom Tuchwesen. Der Niedergang der Tuchindustrie begann Ende der 1950er Jahre und zog damit die ökonomische Struktur der Stadt in eine massive Krise. Exemplarisch sei hierfür die Textilfirma Jacob Koenen genannt. Doch Euskirchen war nicht nur „Tuchstadt“. Hinzu kam, dass einige Betriebe mit langjährigen Wurzeln in der Stadt sich in der Nachkriegszeit expansiv entwickelten, aber aus den verschiedensten Gründen auch wieder schlossen. So stellte Rünger auch andere Firmen und Unternehmen vor, die das Wirtschaftsleben der Stadt prägten und manche noch bis heute prägen.
Der Schwerpunkt lag bei den Unternehmen, die mit einer „Marke“ verbunden sind. Der „Kölner Zucker“ der Fabrik Pfeifer & Langen gehört genauso dazu wie die Hundekuchenfabrik LATZ, heute Nestlé Purina. Ebenso die Firma Ingrid Glas, die Metall- und Sortierwarenfabrik Deutschbein, die Motorradfabrik Neumann-Neander, die Papierfabrik Halstrick mit ihrer berühmten Serviettenproduktion, die Firma Schewe-Wäsche, die vornehmlich für Versandhäuser produzierte, die Firma Kremenz Lebensmittel und Gemischtwaren, später von SPAR übernommen, die Samengroß- und Einzelhandlung Anton Inhoffen mit Zuchtgärten bis hin nach Köln, die Rheinische Obst- und Gemüsefabrik „Rheinobst“, die Westdeutschen Steinzeugwerke mit ihren Steinzeugröhren unter anderem für die Kanalisation bis hin zur Firma Kalff & Co. KG, die Verbandstoffe und Textilvlies produzierte.
