Swisttaler Lesetage
Märchenlesung am Kaminfeuer
Die Zuhörer lauschten dem von Heide Wolde vorgelesenen Märchen
Buschhoven. Märchenbegeisterte besuchten die Lesung im Clubhaus des Tennisclubs Kottenforst. Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und Gemeindearchivarin Hanna Albers begrüßten das Publikum. „Mit den Swisttaler Lesetagen wollen wir die Kultur des Vorlesens fördern“, sagte die Bürgermeisterin. Heidi Wolde las das Märchen „Der Frankenring“ vor, das ihr verstorbener Mann Harro Wolde verfasst hat. Während das Feuer im Kamin knisterte, konnten die Besucher sich gemütlich zurücklehnen und dem Märchen lauschen. Dabei konnten sie einen kleinen Imbiss genießen.
Peter besucht mit seinem Freund Michael seine Großmutter, die in einem Häuschen am Rande des Kottenforsts wohnt. Die Großmutter erzählt ihnen von einem Zwergenreich, das früher Handel mit den Menschen getrieben habe. Im Traum wird Michael von einer Stimme zu einem Besuch des Zwergenkönigs eingeladen, allerdings brauche er dazu „Siebenbeerentrane“. Um herauszufinden, was „Siebenbeerentrane“ ist, fragt er seinen Vater Jürgen, der Apotheker ist, nach dem Trank. Dieser stellt Nachforschungen an und findet das Rezept für „Siebenbeerentrane“ in einem alten Kräuterrezeptbuch einer Klosterbibliothek. Peter und Michael bitten Peters Großmutter um Hilfe. Gemeinsam sammeln sie in den folgenden Monaten die sieben Beeren: schwarze Johannisbeeren, Kornelkirsche, Steinweichsel, Holunder, Heidelbeeren, Brombeeren und Felsenbirne.
Und in einer Vollmondnacht gelangen sie, nachdem sie sich mit dem Saft eingerieben haben, ins Zwergenreich. Der Zwergenkönig schlägt ihnen vor, als Vermittler zwischen Zwergen und Menschen zu wirken. Die Zwergenkönigin schenkt ihnen einen Armreif. Am nächsten Morgen kommt ihnen alles vor wie ein Traum, wäre da nicht der Armreif, der über Nacht auf die Größe eines Rings geschrumpft zu sein scheint. Der Vater bringt den Ring zu einem Kunsthistoriker. Der entdeckt, dass es sich um ein Schmuckstück fränkischen Ursprungs handelt. Gemeinsam mit Wissenschaftlern brechen Peter und Michael zu einer Exkursion auf und kommen zu dem Platz im Wald, wo die Kinder glauben, den Ring gefunden zu haben; denn von den Zwergen erzählen Peter und Michael den Erwachsenen nicht. Der Ring wird als besonderes Fundstück im Landesmuseum ausgestellt und die beiden Freunde hoffen, dass die Zwerge eines Tages wieder mit ihnen in Kontakt treten.
Die Besucher hatten nach der Lesung Gelegenheit, eine Kostprobe des „Siebenbeerentrane“-Saftes zu trinken, den Vorleserin Heidi Wolde mitgebracht hatte. Der Autor des Märchens Harro Wolde hat nach seiner Pensionierung mehrere Geschichten und Gedichte verfasst und selbst zu Büchern gebunden. Interessierte können seine Werke im Gemeindearchiv einsehen.
