Vortrag von Norbert Knauf begeisterte die Zuhörer
Magische Eifel
Von Volksfrömmigkeit, Aberglauben und Teufelswerk
Swisttal-Odendorf. „Die Eifel und auch ihre Randgebiete gehören zu einer besonderen Landschaft. Hier haben sich Dinge erhalten, die anderen Ortes längst verschwunden sind. Dies gilt auch für die Spuren Jahrhunderte alter magischer Praktiken und für viele überkommene Bräuche, die hier auch heute noch wie selbstverständlich zum Alltag gehören.“ So leitete Norbert Knauf am 20. März im Odendorfer Zehnthaus seinen spannenden und detailreichen Vortrag über die „Magische Eifel“ ein. Das zahlreiche Publikum nahm er auf eine reich illustrierte Reise mit, die an viele unterschiedliche Orte und zeitlich von der Spätantike bis in diese Tage führte.
Er zeigte, dass die Verehrung einstmals keltischer und römischer Quellheiligtümer auch mit der Christianisierung beibehalten wurde. So ist ein vormaliges heidnisches Heiligtum am Ulmener Maar auch heute noch ein gern besuchter Gebetsort für schwangere Frauen kurz vor der Niederkunft und ebenso ist diese Quelle Ziel bei der alljährlichen Bittprozession.
Während des Hexenwahns, der in der Eifel vom 16. bis ins 17. Jahrhundert wütete, galt der Drudenfuß, ein fünfzackiger Stern, als Abwehrzeichen. Besonders wies der Referent dazu auf ein Friedhofskreuz in Bleialf hin, wo das Zeichen auf beiden Seiten des Querbalkens eingemeißelt ist, um auch die Seelen der Verstorbenen vor Hexenzauber zu bewahren.
Auf Schritt und Tritt, so Knauf, kann man an kirchlichen Bauten in der Eifel die Spuren von Abwehr-, Heil- und Sympathiezaubern erkennen. Dabei handelt es sich um Furchen, die häufig in die Steine spätgotischer Kirchen eingegraben sind. Im Volksmund heißen diese Wetzrillen Teufelskrallen. Das abgeschabte Steinpulver diente als magische Medizin.
Nicht unerwähnt blieben in dem Vortrag schließlich die Rutengänger ebenso wie die Heiler und Verbeter, die auch heute mitunter noch in der Eifel bemüht werden, um durch Besprechung Menschen und Tiere von Schmerzen und Leiden zu befreien.
