Allgemeine Berichte | 16.11.2022

Chor R(h)eingehört aus Unkel

Magische Momente

Die Bewohner waren begeistert von der dargebotenen Musik und sangen und schunkelten mit.  Foto: privat

Unkel. Für die Bewohner und Bewohnerinnen des Altenheims Christinenstift sollte es ein Tag der Freude werden. Ein besonderer Tag. Ein Tag voller Musik.

Samstagvormittag, 10 Uhr: Eine Abordnung des Chors „R(h)eingehört“ aus Unkel macht sich bereit für einen ganz besonderen Auftritt. Etwa zehn Sänger und Sängerinnen absolvieren im Eingangsbereich zunächst den obligatorischen Coronatest und danach ein kurzes Einsingen in der kleinen Kapelle des Christinenstifts. Um halb elf geht es ins sogenannte „Atrium“ des Altenheims, ein wahrhaft ungewöhnlicher Konzertsaal. Auf drei Etagen verteilt sitzen die Senioren in den Fluren, die von unten nach oben durch diesen großen Lichtschacht miteinander verbunden sind. Unten der Chor mit seiner Leiterin Beate Eggenstein am mitgebrachten E-Piano, und dann erklingt: „Einmal am Rhein“ von Willi Ostermann. „Wer hat nicht mal am Rhein in lauer Sommernacht/ beim Glase Wein vom Glücke träumend zugebracht? Selig berauscht/ Küsse getauscht…“.

Ein Chormitglied erzählt später: „Es hat sofort gekribbelt bei mir, weil man spürte, dass diese Musik den Menschen hier wirklich etwas bedeutet. Ganz still saßen sie da, haben gelauscht, geschwärmt, und dann unmittelbar mitgeschunkelt und mitgesungen.“ Es folgen weitere Stücke aus dem aktuellen Repertoire des Chores, dessen Mitglieder aus der Verbandsgemeinde Unkel und aus Bad Honnef kommen: „Rheinische Lieder“ (W. Ostermann), „Komm an den Rhein“ (Schlösser-Jussenhoven) oder „Wenn die Reben am Rhein wieder blühen“ (Jupp Schmitz). Dazwischen gibt es immer wieder Applaus und einzelne Ausrufe „Wie schön!“, „Herrlich!“, ehe dann der Moment für zwei Soloauftritte der Chor-Sopransängerin Hyeong-Uen Nölken gekommen ist: ein Walzerlied und „Die kleine Bank am Rhein“ (Walter Stock).

„Spätestens da hatte ich fast einen Kloß im Hals“, so einer der Sänger im Anschluss. „Vereinzelt habe ich Freudentränchen gesehen. Das zu erleben, so eine Freude, war auch für uns im Chor ein wirklich magischer Moment.“ Das letzte Lied erklingt, die „Lorelei“, mit dem wunderbaren Text von Heinrich Heine: „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, dass ich so traurig bin…“. Eine knappe Dreiviertelstunde ist vergangen. Die Leitern der Sozialen Betreuung im Haus, Michaela Kuhsel, überreicht den ehrenamtlichen Chormitgliedern für ihren Auftritt ein kleines Präsent. Eine Bewohnerin fragt: „Kommen Sie bald wieder? - Ich könnte das jeden Tag hören.“ Leider sei das nicht möglich, aber das Versprechen wiederzukommen, das gibt Chorleiterin Beate Eggenstein gerne. In den nächsten Wochen und Monaten wolle man zunächst noch Weihnachtslieder in der Fußgängerzone in Bad Honnef singen und dann weitere Altenheime besuchen. „

Wir wollen gerne so viel wie möglich auftreten. Aber wir sind ein kleiner Chor (rund ein Dutzend Sänger und Sängerinnen), da ist das schwierig. Für mehr Auftritte braucht es eine breitere Basis.“ Man suche dafür gezielt nach Interessierten im Alter zwischen 30 und 50 mit Lust am Singen, vor allem Männer-, aber auch Frauenstimmen. Geprobt wird immer montagabends.

Dann kündigt die Musikpädagogin für den Frühling in Unkel aber doch noch ein weiteres Konzert mit Rhein- und Weinliedern an: „Im September waren wir damit bereits in der Oberen Burg in Rheinbreitbach zu Gast. Die Resonanz war großartig!“ Für das nächste Jahr sei ansonsten ein neues Programm mit Weihnachtsliedern geplant. Informationen dazu soll es demnächst auf der Facebookseite des Chores und der gerade neu entstehenden Internetseite geben.

Die Bewohner waren begeistert von der dargebotenen Musik und sangen und schunkelten mit. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag Imageanzeige
Holz Loth-Entsorgung
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Dauerauftrag 2026
Ostergrußanzeige
Anzeige Lange Samstage
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
1398

Sinzig. Am Dienstag, 14. April, führt die Rhein-Ahr-AöR Arbeiten an der Wasserversorgung in Sinzig-Westum durch. Zur Sicherheit der Arbeiter muss dazu ein Mittelspannungskabel der Energienetze Mittelrhein (enm) zeitweise abgeschaltet werden.

Weiterlesen

Pfarrer Dr. Arno-Lutz Henkel.  Foto:privat
18

Vom 01.-09. April wird die jüdische Pessach Woche begangen, die nahezu zeitgleich zusammenfällt mit der von den Christen begangene Kar- und Osterwoche. Durch Jesus bedingt hängen beide Festtraditionen, auch inhaltlich, miteinander zusammen.

Weiterlesen

Andreas Bohn hat das Ehrenamt im Blut.  Foto: privat
252

Reifferscheid. In jeder Gemeinde gibt es Menschen, die im Hintergrund wirken, anpacken, zuhören und einfach da sind, wenn man sie braucht. In der Gemeinde Reifferscheid ist so ein Mensch Andreas Bohn. Seit vielen Jahren engagiert sich Andreas mit Herzblut für seine Heimat. Als stellvertretender Ortsbürgermeister und langjähriges Mitglied im Gemeinderat hat er Verantwortung übernommen und die Entwicklung des Dorfes aktiv mitgestaltet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Blütenkönigin Antonia Augenstein, Bürgermeister Sven Schnieber (Mitte) sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Stationen, Vereine und Sponsoren freuen sich auf das Blütenfest am 19. April. Fotos: DU
8

Traditionsveranstaltung geht am 19. April in die 16. Runde

Blütenfest verbindet Natur, Kultur und Gemeinschaft

Meckenheim. „Das Blütenfest hat eine Strahlkraft, die weit über die Stadtgrenzen hinausgeht. Deswegen ist es für uns sehr wichtig und wir freuen uns wieder auf eine schöne Veranstaltung“, hob Bürgermeister Sven Schnieber kürzlich die Bedeutung des Blütenfestes für Meckenheim hervor. Der Obsthof Dahlhausen war dabei zweifellos eine überaus passende Location, um auf die inzwischen 16. Auflage des am 19. April stattfindenden Traditionsevents vorauszublicken.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Rund um´s Haus
Kreishandwerkerschaft
Alles rund ums Haus
Rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Koblenz blüht 2026
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Koblenz blüht
Hasenhoppeln & Heimatshoppen
fit für`s Alter?
Innovatives rund um Andernach
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
PR-Anzeige
Titelanzeige
Unterstützeranzeige
Mitarbeiter IT-Administrator
Imageanzeige - Ostern
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in