Freiwillige Feuerwehr Ochtendung
Maifelder Rettungshunde proben den Ernstfall
Gemeinsames Ausbildungswochenende der RHOT Facheinheiten des Landes Rheinland-Pfalz, der THW Ortungsgruppen aus dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland (HERPSL) sowie Rettungshunde der Feuerwehr Schwarzhofen aus Bayern und weitere THW FgOrtung aus Sulzbach/Rosenheim (LV Bayern) und Sulingen (LV Bremen/Niedersachsen)
Region. Rund 90. Rettungshundeteams und zwanzig weitere Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr trafen auf einem großen Übungsgelände für Rettungskräfte und Spezialeinheiten in Baden-Württemberg. Von den angereisten Hundeführern waren auch 33 von der Rettungshunde-Ortungstechnik (RHOT) aus Rheinland-Pfalz dabei. Jedes neu zusammengestellte Team musste sich nach einer kurzen Vorstellungsrunde selbst organisieren. Vom erfahrenen Rettungshund bis hin zum Welpen waren alle Altersstrukturen und Ausbildungsstadien vertreten und man musste gemeinsam verschiedene Stationen durchlaufen.
Die Stationen waren wie folgt aufgebaut:
Im ersten Abschnitt ging es um die Unterordnung bzw. den Gehorsam und die Gerätearbeit. Hier konnten die Teams ihre Fähigkeiten auf, für den Hunden unbekannten, Trainingsgeräten wie z.B. eine Wippe, eine Leiter oder einem Wackelbrett unter Beweis stellen und anschließend unter Anleitung eines Trainers den Gehorsam optimieren und sich Tricks und Kniffe bei anderen Hunden abschauen. Der zweite Abschnitt beinhaltete, Möglichkeiten in einer Straßenbahn und in einem intakten Gebäude Personen zu orten. Ein eingestürztes noch auf verschiedenen Ebenen betretbares Gebäude wurde im Bereich drei angeboten. Hier wurden speziell für dieses Ereignis einige Hohlräume in nicht mehr intakten Geschossen dargestellt. Einige schräg liegende Betonplatten simulierten Seitenteile des Gebäudes, Betonfertigtreppen endeten im nichts und die Hunde mussten sich einen Weg durch das Gebäude bis hinauf zum Dach suchen.
Im vierten und sechsten Abschnitt konnten die Hunde von außen ins Gebäude eindringen und mussten dann im Haus errichtete Kriechgänge durchlaufen um bis zum Opfer vorzudringen. Den Hunden wurden hier mehrere Möglichkeiten geboten sich ins Haus vor zuarbeiten und alleine die Nase des Hundes hat dann entschieden, welcher Eingang der richtige ist. Zwischen den Bereichen 4 und 6 wurden Teile der nebeneinanderstehenden ehemaligen Kasernengebäude abgerissen und weiterer Schutt, PKWs, ein Bus und sogar eine Straßenbahn ins Trümmerfeld eingebracht. Hier konnte beispielsweise ein Einsturz nach einer Gasexplosion im Straßenbereich zwischen zwei Häuserzeilen geübt werden.
Zur Station 7 wurde man mit einem ehemaligen Linienbus gefahren. Im Bus selbst musste jeder der Hundeführer seinem Hund einen Maulkorb anlegen um andere Hunde und Hundeführer vor Verletzungen durch Bisse zu schützen. Bei vielen Einsätzen werden die Hundeteams mit ortskundigen Einsatzkräften eng in Fahrzeugen zusammen zur Einsatzstelle gebracht und dies sollte hier simuliert werden. An der siebten Station angekommen Stand man vor einer ehemaligen Turnhalle. In der Turnhalle wurden verschiedene Räume, die sich nach oben hin offen gestalteten aufgebaut. Jeder dieser Räume hatte mindestens eine Tür, wobei die Hundeführer selbst keinen Einblick in die Räume werfen konnten, die Rettungshunde mussten anhand ihrer Erfahrung die richtige Tür zum richtigen Raum finden um die vermisste Person ausfindig zu machen. Aufgrund der gesamten „stehenden“ Luftmenge in einer Turnhalle war dies eine schwierige und anspruchsvolle Aufgabe für jeden Hund und wurde Stunde um Stunde durch die ansteigende Wärme schwieriger.
In der Station 8 wurden Hundeführer und Hund abgeseilt
Anschließend ging es mit dem Bus zur Station 8 wo die SRHT (spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen) vom THW aus Bendorf auf uns warteten. Hier konnten die Hundeführer zusammen mit ihren Vierbeinern den „Sprung“ aus dem Fenster wagen und sich aus dem ersten Obergeschoss heraus abseilen. Für manche Hunde und auch Hundeführer war dies das erste Mal, dass sie zusammen aus einem Gebäude abgeseilt wurden. Der Abschnitt 9 war für die speziell ausgebildeten Mantrailer (Vermisstenspürhunde) vorgesehen. Zu den Mantrailern ist folgendes zu sagen. Diese Art von Rettungshunden suchen nach einem bestimmten Geruch „eines“ Menschen und nicht wie die Trümmer- oder Flächenhunde nach allem was nach einem Menschen riecht.
Thomas und Kiwi beim Abseilen. Fotos: privat
