Künstler zeigt neue Arbeiten in seiner Hausgalerie in Elgert
Maler Uwe Langnickel streifte über Sylt
Nächstes Jahr sind Blumen, Andernach und die Pfalz dran
Elgert. Der Name Uwe Langnickel fällt häufig, wenn im Kreis Neuwied und darüber hinaus Malerei und Kunst die Themen sind. Am vergangenen und am kommenden Wochenende öffnet der Maler wieder die Türen seines Ateliers und Wohnhauses in Dierdorf-Elgert. Bereits an den ersten Tagen war der Ansturm überwältigend. Neu entstandene Werke sind die Sylt-Arbeiten, die Langnickel nach einem Besuch der Insel im Sommer anfertigte.
Uwel Langnickel wurde 1945 in Lünen/Westfalen geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Bochum. Nach einer Lehre im kaufmännischen Bereich besuchte er von 1964 bis 1966 die Fachhochschule Dortmund für ein Studium der Grafik und Malerei bei Prof. Deppe. Die Jahre 1967 bis 1970 verbrachte Langnickel am Fachinstitut Dortmund für das Studium von Kunsterziehung und Werken sowie der Kunstgeschichte bei Prof. Dr. Waldmann. Hier legte er das Fachlehrerexamen Kunst und Werken ab. Von 1970 bis 1975 besuchte Langnickel die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf für das Studium „Künstlerisches Lehramt für Gymnasien“, Fächer Kunst und Kunstwissenschaft. Künstlerische Arbeiten absolvierte er bei bei Prof. Karl Bobek, Kunstgeschichte mit den Schwerpunkten Frührenaissance in Florenz und Goya belegte er bei Prof. Dr. Theissing.
Seit 1978 ist Uwe Langnickel Kunsterzieher mit dem Titel Oberstudienrat am Martin-Butzer Gymnasium in Dierdorf. Eigentlich wollte er diese Lehrertätigkeit bereits 2010 einstellen, unterrichtet aber heute noch zwei
Kunst-Grundkurse für Oberstufenschüler des Gymnasiums. Als er im Sommer seine Entscheidung mitteilte, noch einmal zwei Kurse zu übernehmen, hätten sich 60 Schülerinnen und Schüler jubelnd für eine Fächerkombination mit Kunst entschieden, freut sich Uwe Langnickel im Gespräch mit „BLICK aktuell“. Aber 2017 im Februar will er endgültig mit dem Schuldienst aufhören,
sagt er. „Dann bin ich 72 Jahre alt. Ich mache es noch sehr gerne, ich bin leidenschaftlicher Lehrer. Es gibt nichts Schöneres als zu unterrichten. Aber dann ist auch mal Ende. Ich mache dann etwas Neues.“ Was, will er noch nicht verraten.
Über seine neue Werke
Über seine aktuelle Ausstellung sagt der Künstler: „Ich war diesen Sommer eine Woche auf Sylt und habe Skizzen und Fotos gemacht. Wir hatten tolles Wetter. Meine Frau und ich haben die Insel erwandert im Hinblick auf meine Ausstellung. Wir waren in Hörnum im Süden der Insel. Wir hatten eine goldene Woche. Ich hatte mir einiges
vorgenommen und die typischen Ziele auf Sylt aufgesucht, das Rote Kliff, das Weiße Kliff, das Grüne Kliff. Ich habe viele kleine Skizzen und Aquarelle angefertigt. Anschließend habe ich sechs Wochen hier bei mir im Atelier gemalt, das Ergebnis hängt jetzt an den Wänden und kann besichtigt oder gekauft werden. Ein weiterer Teil der Ausstellung ist natürlich der Westerwald, das ist meine Heimat. Der Westerwald in den Jahreszeiten, das sind die Frühjahrsbilder, die Sommerbilder und die Herbstbilder. Außerdem sind in der Ausstellung die Kuhbilder zu sehen, die ich auch immer mache. Die sind zum Teil neu, einige auch aus dem vorigen Jahr. Bei den Kühen bin ich zu Schwarz-Weiß-Bildern übergegangen, weil das grafisch sehr schön aussieht. In den oberen Stockwerken meines Hauses hängen dann noch die Venedig- und Reisebilder und auch ein paar Akte. Die sind zwei drei Jahre alt. In diesem Jahr habe ich vierzig bis fünfzig Bilder gemalt. Die Kleinen sind Aquarelle, die großen, die auch mehr Zeit in Anspruch nehmen, sind Ölgemälde.“
Außer seinen selbst gemalten Bildern sind im Haus von Uwe Langnickel auch viele Skulpturen und Plastiken zu sehen. „Ich sammle auch gerne“, sagt der Maler. Unter anderem steht neben seinem Wohnzimmersofa eine lebensgroße Figur von ihm selbst, die sein Düsseldorfer Kunstlehrer Prof. Karl Bobek von ihm angefertigt hat.
Ausstellung im Wohn- und Atelierhaus Langnickel
Es ist die 35. Ausstellung im Wohn- und Atelierhaus Langnickel. Seit 40 Jahren zeigt er zum Jahresende das Ergebnis seines Jahresschaffens.
Darüber hinaus engagiert sich Uwe Langnickel noch bei den Dierdorfer Uhrturm-Künstlern und deren Ausstellungen und sehr viel in Neuwied im Roentgen-Museum, wo er in der Jury arbeitet und Ausstellungen organisiert. Zu seinen Plänen für die Zukunft sagt der immer gut aufgelegte Uwe Langnickel: „Visionen habe ich nicht. Ich will nur gesund bleiben und weiter malen.“ Thematisch allerdings hat er sich schon etwas vorgenommen: „Ich habe lange keine Blumenbilder mehr gemacht. Im Sommer will ich mich damit beschäftigen. Und Andernach als Stadt mit seiner Architektur habe ich mir als Motiv vorgenommen. Und die Pfalz wird noch ein Thema sein, wo meine Frau in Landau wohnt.“ Die Bilder und Drucke in der Ausstellung sind für Preise zwischen 30 und 2.500 Euro zu haben. „Ist für jeden was dabei“, sagt Uwe Langnickel mit seinem bekannt spitzbübischen Grinsen. Bilder von ihm hängen außer in Elgert an vielen Plätzen: „Ich bin überall vertreten“, sagt der Künstler: „Im Krankenhaus, in den Banken und auch sonst vielen Orten.“
