Benefizkonzert des Tambourcorps der St. Sebastianus Bürgerschützen Ahrweiler
Marschmusik für eine gute Sache
Freundeskreis der Walporzheimer Kapelle St. Josef freut sich über die Einnahmen
Walporzheim. Dass Marschmusik und guter Zweck bestens zusammenpassen, beweist das Tambourcorps der St. Sebastianus Bürgerschützen-Gesellschaft Ahrweiler Jahr für Jahr. So spielte man beispielsweise 2017 zugunsten des Fördervereins der Dr. von Ehrenwall’schen Klinik. Diesmal ging es ein paar hundert Meter ahraufwärts, genauer gesagt nach Walporzheim. Hier war das Sportheim am Sportplatz Schauplatz des diesjährigen Benefizkonzertes, dessen Einnahmen komplett dem Freundeskreis der Kapelle St. Josef in Walporzheim, der sich um Pflege und Erhalt des historischen Gotteshauses kümmert, gespendet werden. Trotz des Wochentagstermins konnten sich alle Beteiligten über ein volles Haus mit gut 140 Besuchern freuen.
Mit dem „Regimentsgruß“, einem der meistgespielten deutschen Militärmärsche, hatte man das passende Auftaktstück erwählt. Unter dem perfekten Dirigat von Jürgen Schmitz entstand so nicht nur ein Abend mit hochklassiger Marschmusik, sondern auch eine Zeitreise in verschiedene Epochen – beispielsweise mit dem „Schwedischen Kriegsmarsch“ in die Zeit, als Preußen noch von Königen regiert wurde. Naturgemäß haben Märsche militärischen Ursprung, doch es gibt auch Ausnahmen wie das Stück „Airport“ eines bis heute unbekannten Komponisten. Da schwirrt die Melodie tatsächlich derart durch den Raum, dass man sich an einen geschäftigen Flughafen samt durch die Lüfte fliegender Flugzeuge erinnert fühlt. Dem schloss sich thematisch nahtlos der „Trans-All“-Marsch an, der einst als eine Hommage an das berühmte gleichnamige Transportflugzeug entstanden ist.
Vom Soundtrack zum Magenbitter
Mit dem 1914 geschriebenen „Colonel Bogey Marsch“ wurde es dann wieder militärisch. Dieser Marsch wurde durch den Soundtrack des Films „Die Brücke am Kwai“ ebenso bekannt wie durch die Werbemusik für einen deutschen Magenbitter. Mit „Frei Weg“ kam dann ein vom Chef des ersten in Deutschland aufgestellten Marinemusikkorps, Carl Latann, geschriebener Marsch zu Gehör, gefolgt vom melodiösen Konzertmarsch „Hoch Heidecksburg“. Zum beschwingten, flötengetragenen „Mit Spiel voran“ erläuterte Jürgen Schmitz die Geschichte des Tambourmajors. Überhaupt hatte Schmitz zu jedem gespielten Lied die entsprechenden historischen Informationen auf Lager – sehr zur Freude des Publikums. Natürlich durfte auch „Can Can“ nicht fehlen, ein schneller, im Zweivierteltakt vorgetragener französischer Tanz, der manchen Fuß mitwippen ließ. Dies galt auch für den „Marsch der Medici“, der überraschenderweise nichts mit gleichnamiger Adelsfamilie, sondern mit einer Hommage an die Kunst der Mediziner zu tun hat. Mit „Alte Kameraden“, dem „Deutschmeister Regimentsmarsch“, „Preußens Gloria“ und „Laridah“ lieferte der Zugaben-Teil einen Klassiker nach dem anderen und stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass auch Marschmusik für beste Stimmung sorgen kann, Standing Ovations inklusive.
