Allgemeine Berichte | 29.03.2021, 09:01 Uhr

Max Mümmel, die zu lange Fastenzeit und ein australischer Verwandter

von Gregor Schürer

Auch für den Osterhasen gilt die AHA-Regel. Fotos: SCHÜ
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Während Kanzlerin Merkel in Berlin mal wieder stundenlang mit den Ministerpräsidenten in Sachen Pandemie tagte, hatte sich auch die Hasenfamilie Mümmel in der Sasse versammelt. Um zu beraten, ob Ostern denn überhaupt stattfinden könne. Vater und Mutter Mümmel und die drei Hasenkinder - der große Moritz, die mittlere Melanie und der kleinen Max – wirkten dabei nicht ganz so ratlos wie Jens Spahn oder so unbeholfen wie Peter Altmaier. Denn Gedanken für ein Corona-Osterfest hatten sie sich in den letzten Wochen vor dem Fest schon viele gemacht. Aber ganz anders als die Politiker in Berlin hatten die klugen Hasen auch einen Plan, wie man diese umsetzen könnte. Papa Mümmel meldete sich als Erster zu Wort: „Das Osterfest beendet die Fastenzeit. Die 40 Tage zwischen Aschermittwoch und Karfreitag sollen an die Zeit erinnern, in der Jesus in der Wüste fastete.“ Der oberschlaue Moritz unterbrach seinen Vater. „Ich habe mal nachgerechnet, von Aschermittwoch bis Karfreitag sind es aber 46 Tage“, warf der Hasengymnasiast mit Leistungskurs Mathematik ein. „Rechnen kannst Du“, antwortete der Vater, „daran hat auch der fehlende Präsenzunterricht offenbar nichts geändert. Das liegt daran, dass seit dem Jahr 1091 sonntags nicht mehr gefastet werden muss, also dauert es etwas länger. Aber egal, nach den 46 Tagen soll jedenfalls Schluss sein mit der Enthaltsamkeit.“ „Was bedeutet denn eigentlich Fasten und Entfaltsamkeit?“ fragte Mäxchen. „Fasten heißt, auf etwas zu verzichten“, wusste Melanie, „bei Kindern sind das meist Süßigkeiten. Es kann aber auch Fernsehfasten oder Handyfasten sein, also nicht so lange vor der Glotze zu sitzen oder nicht dauernd auf sein Mobiltelefon zu schauen.“ „Wow“, meinte Mama Mümmel, „was meine Kinder alles wissen. Und ich weiß, was Entfaltsamkeit sein könnte: Wenn Frau mal ausschlafen kann und morgens ohne ein Fältchen im Gesicht vor dem Spiegel steht…“ Alle lachten. Moritz war aber noch nicht zufrieden: „Die Menschen verzichten doch schon viel länger auf so viele Sachen“, warf er ein. „Durch die Kontaktbeschränkungen können zum Beispiel Kinder nicht wie gewohnt mit ihren Freuden spielen. Oder sie dürfen ihre Großeltern nicht besuchen. Und das nicht erst seit 46 Tagen, sondern seit vielen Monaten.“ „Also dauert die Fastenzeit dieses Mal länger?“, fragte Max. „Ja, da habt ihr Recht“, pflichtete der Hasenvater ihnen bei, „sie dauert nicht nur länger, sondern viel zu lange, dagegen müssen wir was unternehmen.“ „Ein Glück“, warf die Hasenmutter ein, „dass die weiblichen Mitglieder unserer Hasenfamilie“, dabei zwinkerte sie Melanie zu, „bereits ein Hygienekonzept entwickelt haben“. Gespannt spitzten die Mümmelmänner die langen Löffel. „Abstand zu halten ist für uns ja noch nie ein Problem gewesen“, fuhr die Mutter fort, „denn wenn wir die Nester verstecken, tun wir das ja schon immer heimlich und begegnen dabei niemandem.“ „Zusätzlich werden wir noch Masken tragen“, ergänzte Melanie, „und uns die Pfoten desinfizieren.“ „Sehr guter Vorschlag“, lobte Hasenpapa Mümmel, „genauso machen wir das. Unsere AHA-Regel – Alle Hasen: Aufgepasst! Wir legen dieses Jahr die Osternester unter Einhaltung der neuen Bestimmungen auf die Blumenwiese. „Und beenden damit die doofe, viel zu lange Fastenzeit, hurra“, freute sich Mäxchen. „Noch Fragen?“, der Hasenvater schaute in die Runde. „Ja!“, jetzt kam noch einmal Moritz an die Reihe. „Ich hatte ja wegen der langen Pause in der Hasenschule viel Zeit zum Lesen. Dabei habe ich etwas Interessantes entdeckt. Wisst ihr, wer in Australien die Ostereier bringt?“ Keiner der Mümmels hatte dazu eine Idee. „Weil die Kaninchen und damit auch die Hasen in Australien als Plage gelten – stellt euch das mal vor – macht das dort der große Kaninchennasenbeutler. Aber er ist nicht wirklich groß und auch kein Kaninchen. Er gehört zu den Beuteltieren, wie die Kängurus und sieht, das muss ich zugeben, ziemlich niedlich aus. Die australischen Kinder nennen ihn Bilby und lieben ihn - besonders, wenn er aus Schokolade ist.“ „Da haben wir wieder was gelernt“, schloss die Hasenmutter, „dann hoffen wir, dass auch unser australischer Verwandter ein schönes Fest verleben darf und wünschen ihm und allen anderen frohe Ostern!“.

SCHÜ

So sieht ein Schokoladenhase in Australien aus.

So sieht ein Schokoladenhase in Australien aus.

Auch für den Osterhasen gilt die AHA-Regel. Fotos: SCHÜ

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