Bildungsministerin Yvonne Gebauer gratuliert zu einzigartigem Erfolgsmodell
Meckenheimer Garantie für Ausbildung geht in die neunte Auflage
Meckenheim. Über ein volles Haus konnten sich Bürgermeister Bert Spilles, Schulleiter Peter Hauck und Kreishandwerksmeister Thomas Radermacher am vergangenen Mittwoch in der Geschwister-Scholl-Hauptschule freuen. Anlässlich der feierlichen Unterzeichnung der Verträge für die MeGa (Meckenheimer Garantie für Ausbildung) war Bildungsministerin Yvonne Gebauer angereist und lobte die Meckenheimer für ihr Erfolgsmodell. Zunächst aber war es an Bürgermeister Bert Spilles, die zahlreichen Vertreter aus Firmen und Politik zu begrüßen, darunter zahlreiche Ratsmitglieder und auch Ehrenbürgerin Erika Meyer zu Drewer. Während sonst überall das dreigliedrige Schulsystem in Frage gestellt wird, und im Rhein-Sieg-Kreis die Hauptschulen geschlossen werden, entwickelt sich die Meckenheimer Hauptschule zu einem immer stärker nachgefragten Erfolgsmodell. Damit dies auch so weitergeht, ist es für die Stadt als Schulträger wichtig, dass der Rat und die Politik dieses Modell weiterhin mittragen. Bert Spilles hierzu in seiner Rede: „Wir wollen das dreigliedrige Schulsystem aufrechterhalten, weil wir so die Schüler bestens fördern können.“ Er verwies dabei auf die ehemalige Schulministerin Sylvia Löhrmann, die sich sehr stark für die Gesamtschule eingesetzt hatte und konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. „Frau Löhrmann ist nicht mehr Ministerin, aber wir sind immer noch da“, so der Stadtchef.
Dass die Schüler beste Perspektiven haben, das machte auch Thomas Radermacher als Handwerkerchef deutlich. Sein Tenor „Die Betriebe warten auf euch, aber nicht um jeden Preis“, war eine klare Werbung für die duale Ausbildung. Er berichtete von seinen zahlreichen Auslandsreisen und wie stark man dort um das deutsche Modell der Dualen Ausbildung beneidet wird. In anderen Ländern Europas und sogar in Afrika sind 47% aller jungen Menschen arbeitslos oder ohne Ausbildung, gleichzeitig klagt man über Fachkräftemangel.
Im Projekt MeGA geht es um Ausbildung sowie um das Fördern und Fordern. Rektor Peter Hauck stellte im Anschluss noch einmal die Eckdaten von MeGA vor. Die Stadt Meckenheim garantiert jedem Schüler, der den Hauptschulabschluss schafft, dabei in Kooperation mit den Betrieben einen Ausbildungsplatz. Im Gegenzug verpflichten sich die Schüler der Jahrgangsstufe 9 um gute Noten, und dürfen auch dem Unterricht nicht unentschuldigt fernbleiben. Fördern, das heißt aber auch, dass Schüler mit Schwierigkeiten in Mathematik und Deutsch eine gezielte Nachhilfe über die Schule bekommen, damit die Ziele erreicht werden. Insgesamt konnten in den bisherigen 7 Jahrgängen von 320 Schülern 210 in eine duale Ausbildung vermittelt werden. Die restlichen haben sich teilweise für eine weitere schulische Ausbildung entschieden und einige sind auch auf dem Campus verblieben und haben am KAG das Abitur gemacht.
Wie erfolgreich Meckenheim damit ist, das machte Bildungsministerin Yvonne Gebauer in ihrer Rede deutlich. Denn mit mehr als 60% aller Abgänger in die Duale Ausbildung liegt man weit mehr als über dem Schnitt im Land NRW, dort beträgt die Quote gerade einmal rund 20%. Die Zahlen, so die Ministerin, sprechen für sich und lassen sich nur aus dem hohen Engagement von Schule, Firmen und Stadt erklären. Sie begrüßte ausdrücklich die Kooperationsverträge im Rahmen von MeGA und betonte, dass dies nicht nur für die Schüler ein Erfolgsmodell ist, gleichzeitig bietet es den ansässigen Firmen die Möglichkeit, geeignete Fachkräfte zu finden und an sich zu binden. Sie betonte, dass es wichtig sei, dass die Schule ein realistisches Bild von der Arbeitswelt zeichne und die Schüler hier auch einen entsprechenden Eindruck bekommen. Dabei ist es ihr wichtig, dass Stärken und Talente der Schüler erkannt und gefördert werden, dies sei wichtiger und zielführender, als sich über Defizite zu beklagen.
In einer Qualitätsanalyse der Bezirksregierung Köln vom Juni 2018 wurde der Schule vom Qualitätsteam der Bezirksregierung Köln die Arbeit in der Berufsorientierung und das MeGA Projekt als excellent und vorbildlich bescheinigt.
Wie gut MeGA wirklich ist, das zeigt sich auch daran, dass viele andere Städte in Meckenheim anfragen, wie man das kopieren könne. Bürgermeister Bert Spilles schmunzelte, dass man ihn gemeinsam mit Peter Hauck und Thomas Radermacher buchen könne.
Mit einem Sack Äpfel der Sorte „Symphonie“ bedankte sich Bert Spilles bei Yvonne Gebauer für deren Vortrag und Besuch und verwies auf die Tradition Meckenheims als Apfelstadt.
Im Anschluss hieß es dann für die Schüler und ihre Eltern, nach vorne zu kommen zur feierlichen Vertragsunterzeichnung.
Eine Talkrunde mit Firmenvertretern rundete den überaus gelungenen Festakt ab. STF
Mit einem Sack Äpfel bedankte sich Bürgermeister Bert Spilles bei Bildungsministerin Yvonne Gebauer, Rektor Peter Hauck im Hintergrund. Foto: Stefan Fassbender Pressebuero
