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Wegen nächtlicher Feierlichkeiten und Fahrzeugreinigung am Sonntag

Mediator muss zwischen Villiper Feuerwehrleuten und ihren Nachbarn vermitteln

Anwohner des Feuerwehrgerätehauses fühlen sich von den außerdienstlichen Aktivitäten in ihrer Ruhe gestört – Bürgermeisterin verhängte Nutzungsverbot für den Feuerwehr-Garten

03.07.2019 - 10:35

Villip. Die Löschgruppe Villip der Freiwilligen Feuerwehr Wachtberg liegt dermaßen mit einigen Nachbarn ihres Feuerwehrgerätehauses im Clinch, dass mittlerweile sogar ein Mediator eingeschaltet werden musste, der diese Woche seine Arbeit aufnehmen soll.

Der Zwist um angebliche Lärmbelästigung in den Abendstunden und auch an Sonn- und Feiertagen beschäftigt mittlerweile die ganze Gemeinde Wachtberg und war sogar in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss ein kontroverses Thema.

Denn schon seit längerer Zeit fühlen sich drei Anwohner des Feuerwehrgerätehauses von den außerdienstlichen Aktivitäten der Feuerwehrkameraden in ihrer Ruhe gestört.

Dabei geht es weniger um die mit einem Einsatz verbundene Geräuschkulisse, als vielmehr um den Krach, den die etwa 50 Mitglieder der Löschgruppe angeblich bei diversen Feierlichkeiten im Garten hinter dem Feuerwehrhaus und zudem bei Fahrzeugreinigungsaktionen mit Hochdruckreiniger am Sonntag verursachen.


Regelmäßige Beschwerdemails an die Verwaltung


Eine Nachbarin schreibe mittlerweile regelmäßig Beschwerdemails an die Verwaltung, erklärte Löschgruppenführer Dominik Zorn jüngst in einem Zeitungsinterview. Die Dame beschwere sich etwa, weil Abfall im Garten verbrannt werde, aber auch wegen störender Unterhaltungen beispielsweise in den Raucherpausen bei Ausbildungsabenden. Sogar, wenn jemand vergessen habe, das Licht im Feuerwehrhaus auszumachen, werde das der Verwaltung als Verschwendung von Steuermitteln angezeigt.

Das Reinigen der Feuerwehrfahrzeuge an Sonn- und Feiertagen, das ebenfalls für Unmut gesorgt habe, sei mittlerweile verboten und hoffentlich für die Zukunft abgestellt, verspricht die Löschgruppenführung.

Allerdings sei es fast unvermeidlich, dass eine solch aktive Löschgruppe das Feuerwehrgerätehauses und seine Umgebung mit Leben fülle. Bedauerlicherweise habe die Gemeindeverwaltung sich aber bislang nicht vor die Feuerwehr gestellt, kritisieren Zorn und sein Stellvertreter Frank Liczner: „Wir fühlen uns nicht wertgeschätzt und von der Führungskompetenz der Gemeindeverwaltung verlassen“, heißt es. Im Gegenteil habe sie die Nutzung des Gartens für die Zeit der Mediation untersagt.


Nicht alle Nachbarn fühlen sich belästigt


Doch nicht alle Nachbarn des Feuerwehrgerätehauses fühlen sich belästigt. In den sozialen Medien schreibt etwa eine Villiperin, sie profitiere als Anwohnerin von der Anwesenheit und Funktionsfähigkeit der Löschgruppe Villip. „Die Kameradschaftspflege gehört bei einem so anspruchsvollen Ehrenamt für mich ganz klar dazu. Ja, dabei müssen Regeln eingehalten werden und auf umliegende Anwohner Rücksicht genommen werden. Das ist klar und verständlich.“ Sie selbst halte sich regelmäßig bei Freunden in der Nachbarschaft des Gerätehauses auf und bekomme häufig die dort stattfindende Fahrzeugpflege oder Geselligkeiten mit. „Als Lärmbelästigung habe ich dabei in der Vergangenheit keine der Aktivitäten empfunden, im Gegenteil. Nicht selten habe ich gedacht, wie unterstützenswert es ist, dass diese Menschen in ihrer Freizeit dort die Jugendfeuerwehr betreuen oder Fahrzeugpflege betreiben.“ Als Bürgerin der Gemeinde Wachtberg erwarte sie von Bürgermeisterin Renate Offergeld und der Gemeinde mehr Rückhalt für die Löschgruppe Villip.

Ein direkter Nachbar äußert sich ebenfalls: „Ich habe in den letzten vier Jahren keine Ruhestörung durch die Feuerwehr wahrgenommen – und selbst wenn, würde es mir als Letztes einfallen, mich über Menschen zu beschweren, die einen Großteil ihrer Freizeit und ihres Familienlebens für die Allgemeinheit opfern.“ Dass zum Dienst an der Allgemeinheit auch die allgemeine Geselligkeit gehöre, sei ebenfalls klar. „Man sollte die Befindlichkeiten der Nachbarn, die sich gestört fühlen, zwar ernst nehmen und respektieren, aber aus meiner Sicht möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass von der Feuerwehr keine übermäßigen Belästigungen ausgehen. Das Gegenteil ist der Fall. Ich kann mir keine besseren Nachbarn vorstellen.“


Christdemokraten fordern Rücknahme der Sperrung


Selbst eine Handvoll Villiper Christdemokraten fühlte sich zu einer Stellungnahme bemüßigt. Ulf Hausmanns, Albert Schmitz, Alois Schwind, Pascal Blaise und Tobias Teichner kritisieren in einem offenen Brief an Bürgermeisterin Renate Offergeld und Wehrleiter Markus Zettelmeyer die in ihren Augen völlig unangemessene Sperrung des Gartenbereichs des Villiper Gerätehauses und fordern, die Maßnahme unverzüglich zurückzunehmen. So sehr es zu bedauern sei, dass die ursprüngliche Diskussion über gegenseitige nachbarschaftliche Rücksichtnahme und über das, was einander in der konkreten Situation um das Feuerwehrhaus im Dorfzentrum zumutbar sei, ganz offensichtlich aus dem Ruder gelaufen sei, so wenig lasse sich die Sperrung des Gartens nachvollziehen.

„Bei einer ohnehin schwierigen Gesprächssituation noch vor der angekündigten, unbedingt notwenigen Moderation durch einen in solchen Konflikten erfahrenen Spezialisten aus dem Feuerwehrbereich ein solches Verbot auszusprechen, kann nur wie eine Provokation wirken“, glauben die Christdemokraten. Das hätte Offergeld und Zettelmeyer bewusst sein müssen, denn sie seien wie niemand sonst seit vielen Jahren mit der Situation und den Menschen vertraut, die sich in der Villiper Löschgruppe ehrenamtlich in den Dienst ihrer Mitbürger stellen. „Wir sind uns absolut sicher, dass die Kameraden der Villiper Wehr aus ihrem Selbstverständnis heraus darauf bedacht sind, alles zu tun, was zu einer guten Nachbarschaft beiträgt. Genauso, wie sie alles tun, um sich und ihre Geräte für die unverzichtbaren Ernstfälle des gemeindlichen Lebens fit und in Schuss zu halten.“ Sie appellieren an die Bürgermeisterin: „Nehmen Sie das Verbot zurück und eröffnen Sie damit wieder den Weg zu einer Konfliktlösung im Dialog.“ In der Löschgruppe herrsche nämlich die Befürchtung, dass aus der nur vorübergehend gedachten Sperrung des Gartens eine dauerhafte Maßnahme werden könnte.


Ausschuss befasste sich mit dem Thema


Vizebürgermeister Oliver Henkel (Grüne) wohnt mit seiner Familie selbst in Villip und hat die ganze Auseinandersetzung natürlich auch mitbekommen. Deshalb ließ er das Thema mithilfe eines Dringlichkeitsantrags auf die Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses setzen. Wenn auch Bürgermeisterin Renate Offergeld (SPD) gar keine Dringlichkeit sah und die Mediation gefährdet sah, die in dieser Woche beginnen solle. Doch Henkel blieb bei seinem Antrag und wollte wissen, ob es rund um das Feuerwehrgerätehaus Übertretungen von Ordnungsregeln gegeben habe. Dazu lasse sich noch nichts sagen, entgegnete Offergeld.

Jürgen Kleikamp (CDU) mahnte, man müsse beiden Parteien gerecht werden, sowohl den Nachbarn wie auch der Löschgruppe. Die von der Verwaltung verfügte Sperrung des Gartens mute jedoch an wie eine Schuldzuweisung. Auch Henkel sah eine gewisse Vorverurteilung und bat darum, die Verwaltung möge sich noch einmal Gedanken über die Sperrung machen. Kämmerin Beate Pflaumann legte ihrerseits die Sicht der Verwaltung dar. Es lägen nun einmal Beschwerden vor, die man einvernehmlich zu lösen versuche, um eine weitere Eskalation zu verhindern und letztlich den Klageweg zu vermeiden. Hans-Otto Schacknies (SPD) bat die Feuerwehrleute, bis zum Abschluss der Mediation alles zu unterlassen, was von den Anwohnern kritisiert werden könnte. Am Ende stellt Hartmut Beckschäfer (CDU) den Antrag, der von allen unterstützt wurde – bis auf die SPD, die sich enthielt. Demnach bittet der Ausschuss die Verwaltung dringend, ihren Entschluss bezüglich des Gartens noch einmal zu überdenken..

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Kommentare
Uwe Klasen:
"Der drohende Klimakollaps" ---- Für die Durchsetzung freiheitsfeindlicher Ziele werden die Lügen, zu einer möglichen Klimaänderung, sei es etwas wärmer oder kälter, immer dreister!
Uwe Klasen:
Und so radelt Herr Oster durch ein Land, welches beinahe die höchste Steuer und Abgabenquote auf dem Planeten hat und wofür? Ein baufälliges Straßen- und Bahnsystem, baufällige Schulen, schlechtes Telefonnetz, die höchsten Strompreise, zunehmend mangelnde Sicherheit, Ausweiskontrollen vor Freibädern, eine immer rudimentärere Form der medizinischen Versorgung, einhergehend mit sinkendem Rentenniveau. Das ganze gewürzt mit Klimahysterie! Willkommen in ihrem Wahlkreis 2019!
Uwe Klasen:
Vielleicht möchte Herr Metzler mehr solcher Aussagen, wie von Elfriede Handrick (Vorstand der SPD-Wustermark) im ZDF geäußert, hören: „Ich finde es nicht richtig, dass man immer die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ernst nehmen muss. Was haben die denn für Sorgen und Nöten? Ich kann das nicht verstehen!“
Martin Esser:
Sehr geehrter Herr Metzler, als demokratische und rechtsstaatlicher Partei hat die AfD wie jede andere Partei das Recht, Pressemeldungen zu aktuellen Themen zu verfassen. Das hat nichts mit Werbung zu tun, sondern dient der Information der Bevölkerung. Mit freundlichem Gruß Martin Esser (Fraktionsvorsitzender der AfD-Stadtratsfraktion)
Hagen Metzler:
Das Thema ist in der Tat ein sehr ärgerliches und die Zumutung an die Bürger wird auf die Probe gestellt. Aber seit wann ist der Blick aktuell eigentlich zu einer Werbezeitung für die AfD geworden? Schöner hätte es die AfD selber auf ihren Facebook-Seiten nicht formulieren können.
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