Allgemeine Berichte | 25.06.2021, 12:37 Uhr

kfd-Frauengemeinschaft Maria Himmelfahrt Andernach

Meditativer Abendspaziergang im Rückblick: Frauen trotzten dem Regen

Trotz des nassen Wetters konnten die Frauen den Spaziergang wagen. Foto: privat
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Andernach. Obwohl es den ganzen Tag über immer wieder leichte Schauer gab und kurz vor Beginn des Meditativen Abendspaziergangs noch einmal heftiger Regen herunterkam, ließen die Frauen sich nicht einschüchtern. Rund 20 Frauen waren der Einladung der kfd von Maria Himmelfahrt gefolgt und trafen sich zunächst im Mariendom. Nach kurzer Beratung war schnell klar: alle haben Schirme dabei und können trotz des nassen Wetters den Spaziergang wagen. Mit den Worten aus Psalm 18 „Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis hell“ schritten die Teilnehmerinnen nach einer Begrüßung und einer Einführung in das Thema des Abends durch das Hauptportal nach draußen. Der Weg führte weiter in den römischen Garten, wo an die Ursprünge der Besiedlung Andernachs erinnert wurde. Das römische Reich erstreckte sich über viele Länder, umfasste viele Kulturen und vereinigte alle zu einem Imperium. Dass dies nicht konfliktfrei verlief, war dabei weniger im Blick. Vielmehr wurde angeregt, darüber nachzudenken, wie wir in Andernach mit Menschen aus anderen Ländern umgehen. Ein Gebet, in dem für die Vielfalt in der Natur gedankt wurde und das daran erinnert, dass wir in jedem Menschen Gott erkennen können, schloss die Betrachtung hier ab.

Am Historischen Rathaus, der nächsten Station, wurde an die jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen gedacht, die in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder in Andernach und Umgebung lebten, aber auch immer wieder Verfolgung, Vertreibung und den Tod erdulden mussten. Heute existiert noch die Mikwe, das Rituelle Reinigungsbad, unter dem Gebäude. Stolpersteine in der Stadt erinnern an jüdische Familien, die unter den Repressalien des Hitlerregimes deportiert oder ermordet wurden. Jesus selbst war Jude und so waren die Teilnehmerinnen eingeladen, einige Psalmverse gemeinsam zu beten – Texte, die Jesus sicher selbst auch betete.

Am Läufkreuz standen die Menschen von heute mit all ihren Leiden, Krankheiten, Sorgen und Nöten, gerade auch während der Corona-Pandemie, im Fokus der Betrachtungen, ebenso wie junge Familien, Behinderte, Kranke, Einsame, Alte. Für all diese, aber auch in persönlichen Anliegen, konnten die Frauen eine Kerze anzünden und sie im Gebet Gott anvertrauen.

Leider fiel die Begegnung, die im Anschluss im Pfarrgarten geplant war, im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Trotzdem war große Dankbarkeit darüber zu spüren, dass die Veranstaltung überhaupt durchgeführt werden konnte – wenn auch immer noch unter Corona-Bedingungen.

Ein Lob gilt Karl-Peter Schmelzeisen aus der Hochstraßen-Nachbarschaft, der das Gitter vor dem Läufkreuz öffnete, und der den Abendspaziergang mit vielen Fotos festhielt.

Trotz des nassen Wetters konnten die Frauen den Spaziergang wagen. Foto: privat

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