Allgemeine Berichte | 18.04.2017

Einblick in das Buddhistische Zentrum im Herzen von Koblenz

„Meditieren verändert das Leben zum Positiven“

An jedem zweiten Freitag im Monat treffen sich die Anhänger des Diamantweg-Buddhismus zum Meditieren im Zentrum in der Koblenzer Bahnhofstraße.  BSB

Koblenz. Die Geschichte der viertgrößten Weltreligion, des Buddhismus, hat ihre Wurzeln in Nordindien und ist 2.500 Jahre alt. Ihr Begründer, Siddhartha Gautama (563 bis 483 v. Chr.), verbreitete nach seiner Erleuchtung 45 Jahre lang als Buddha (Erleuchteter) die buddhistische Lehre. Seit Beginn der 1970er-Jahre findet der Buddhismus zunehmend Anhänger auch in der westlichen Welt. In Koblenz sind buddhistische Gruppen etabliert, in denen vorwiegend japanischer, tibetischer und vietnamesischer Buddhismus der verschiedensten Traditionen praktiziert wird.

Eine der vier großen buddhistischen Schulen Tibets ist die vor rund eintausend Jahren entstandene Karma Kagyü-Linie („Kagyüs“), die den Diamantweg lehrt, der mit der höchsten Sichtweise im Buddhismus arbeitet. In dieser Tradition steht das „Buddhistische Zentrum Koblenz“ in der Bahnhofstraße 1. Es ist eines von über sechshundert ausschließlich von ehrenamtlich agierenden Laienbuddhisten – das heißt die Praktizierenden sind keine Mönche oder Nonnen, sondern Menschen, die Mitten im Leben stehen – betreuten Zentren dieser Linie, die ab 1972 von dem Dänen Ole Nydahl und seiner Frau Hannah gegründet wurden. Die beiden waren die ersten westlichen Schüler des 1981 verstorbenen 16. Karmapa und trugen entscheidend zur Verbreitung des Diamantweg-Buddhismus in der westlichen Welt bei. Karmapa ist der Titel der spirituellen Oberhäupter der Kagyüs. Das derzeitige Oberhaupt, der 17. Karmapa Trinley Thaye Dorje, ist als Wiedergeburt des 16. Karmapa anerkannt. Die Meditation auf den 16. Karmapa wurde vom ihm selbst an Lama Ole Nydahl übergeben, um diese im Westen zu lehren.

Zusammenkunft in lockerer Atmosphäre

Wie an jedem zweiten Freitagabend im Monat steht vor der Meditation heute eine Einführung in den Buddhismus auf dem Programm. Zunächst sitzen die etwas mehr als zehn Teilnehmer in lockerer Atmosphäre im Aufenthaltsraum am Tisch zusammen, trinken Tee und plaudern miteinander.

Im Gespräch mit Sven wird deutlich, dass die Wiederholung ein zentrales Prinzip der buddhistischen Methoden ist, insbesondere auch in der Meditation, damit das Wissen nicht nur im Kopf bleibt, sondern auch zur Erfahrung wird. Der älteste in der Gruppe ist ein 68 Jahre alter Pole. Früher habe er einmal den Zen-Buddhismus praktiziert. Nach dreißigjähriger Pause habe er jetzt zum Diamantweg-Buddhismus gefunden. Natalie dagegen gehört seit 15 Jahren dem buddhistischen Zentrum Koblenz an. Die Ganzheitlichkeit der Religion und die Meditation haben sie überzeugt. Bei Barbara war es zuerst das autogene Training, das aber nicht das gewünschte Ergebnis brachte. Im Buddhistischen Zentrum hingegen hatte ihr die angenehme Atmosphäre auf Anhieb zugesagt. Nachdem sie die Meditation ausprobiert hat, ist sie heute davon überzeugt, dass das Meditieren ihr Leben zum Positiven verändert hat. Eine Viertelstunde tägliches Meditieren sei sehr sinnvoll, um den Geist zu beruhigen und Klarheit entstehen zu lassen. Ein anderer Teilnehmer verdeutlicht dies am Beispiel eines trüben Wasserglases, dass man zur Ruhe kommen lässt. Wie sich das trübe Wasser mit der Zeit klärt, wird auch der Geist durch Meditation allmählich bewusster.

Weisheit und Mitgefühl für andere entwickeln

Jemand anders ergänzt: „Meditieren ermöglicht uns darüber hinaus, sinnvolles Verhalten zu entwickeln und sich aus alten Mustern und Gewohnheiten zu lösen.“

Mit der regelmäßigen Meditationspraxis entwickele man Mitgefühl und Weisheit für andere und sich selbst. Dies sei einer der Gründe, warum man zum Beispiel mit Konflikten besser umgehen könne als früher. Der Buddhismus ist eine Lehre der Freiheit, die die Selbstverantwortung in den Vordergrund stellt. Ursache und Wirkung, sagt der Buddhist, ist die Grundlage zu persönlicher Freiheit und Verantwortung gegenüber allen Lebewesen. Deshalb sei es wichtig, bringt Sven ein, die buddhistische Lebensweise auch nach der Meditation im Alltag umzusetzen. Speziell für den Diamantweg-Buddhismus gilt, dass alle Wesen das Potenzial für die volle Entfaltung des Geistes bereits in sich tragen und es nur noch erkennen müssen. Nachdem Gespräch geht es nun in den Meditationsraum. Im Mittelpunkt des Raumes befindet sich ein Altar mit Buddha-Statuen. Darüber hängen Fotos des 16. und 17. Karmapa sowie eines von Lama Ole Nydahl. Jeder Teilnehmer setzt sich mit einem Meditationskissen auf den Boden. Die Meditation auf den 16. Karmapa wird laut vorgelesen. Nach einer halben Stunde endet diese. Interessierte sind eingeladen, jederzeit an einer Meditation teilzunehmen oder sich im „Einführungsvortrag“ über Buddhismus zu informieren. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine der zahlreichen Vortragsveranstaltungen in anderen Buddhistischen Zentren, wie in Mainz, Frankfurt oder Trier, zu besuchen. Wer den westlichen Lehrer Lama Ole Nydahl kennenlernen möchte, hat die Möglichkeit, vom 12. bis 17. April in den Messehallen von Kassel am „Deutschlandkurs – Das große Siegel“ teilzunehmen. Der umfangreiche Vortrags- und Meditations-Kurs erfährt in jedem Jahr großen Zulauf. BSB

An jedem zweiten Freitag im Monat treffen sich die Anhänger des Diamantweg-Buddhismus zum Meditieren im Zentrum in der Koblenzer Bahnhofstraße. Foto: BSB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Sandra Sattler: Der Zustand der L330 zwischen. Nassau und Zimmerschied ist eine absolute Katastrophe- und das nicht erst seit gestern! Wir sind wohnhaft in Hömberg und werden seit vielen Jahren mit diversen Ausreden vom LBM vertröstet.
  • Janek: Wer die Strecke kennt, kann sich den Grund bereits denken … Der Straßenzustand ist dort so schlecht, dass er besonders für Motorradfahrer ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko darstellt. Dem verunglückten...
  • Siegfried Kowallek: Verwunderlich ist weiterhin, dass die SPD der Neuwieder CDU vorhält, gegen den Unvereinbarkeitsbeschluss der Christdemokraten in Bund und Land im Hinblick auf die Partei Die Linke zu verstoßen. In insgesamt...
  • Siegfried Kowallek: Die Nennung von BSW und der Partei Die Linke im selben Kontext ist sachlich nicht gerechtfertigt und damit unredlich. Prominentester linker Befürworter deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine ist Bodo...
  • Beatrix Biskup: Ich habe Bibliotheken immer geliebt und ich freue mich über jeden Schritt den die Stadtbibliothek in Richtung Zukunft geht und über jede Veranstaltung die diese durchführen würde.
Daueranzeige
Dienstleistungen
Fahrer gesucht (m/w/d)
Doppelseite PR/Anzeigen
Schulze Klima -Image
Anlagenmechaniker
Anzeige Lange Samstage
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Empfohlene Artikel
Symbolbild.
80

Die Woche vom 20. bis 26. April fällt in eine Phase des spürbaren Übergangs. Der Frühling zeigt sich vielerorts bereits stabil, gleichzeitig wächst die Erwartung auf den Mai. Diese Mischung aus Aufbruch und Ungeduld prägt viele Entscheidungen. In Liebe, Gesundheit und Beruf entstehen Chancen, aber auch Momente der Unsicherheit. Kleine Veränderungen im Alltag können große Wirkung entfalten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
361

Im Bereich der Ahrtalbahn könnte es nachts etwas lauter werden:

Ab 15.04.: Schleifzüge fahren auf der Ahrstrecke

Kreis Ahrweiler. Seit Dezember 2025 fahren die Züge wieder vollständig auf der gesamten Ahrstrecke zwischen Remagen und Ahrbrück. Seit März 2026 sind beide verkehrenden Linien rein elektrisch und damit umweltfreundlicher unterwegs. Damit die neuen Schienen nun noch einen „letzten Schliff“ erhalten können, wird nachts ein Schleifzug unterwegs sein. Dies betrifft die folgenden Zeiträume und Abschnitte:

Weiterlesen

17

Ausbau der Ladeinfrastruktur am Rathaus

Neuer Schub für die Elektromobilität

Meckenheim. Das regionale Energieunternehmen e-regio erweitert die Ladeinfrastruktur in Meckenheim und schafft am Rathausparkplatz zusätzliche Möglichkeiten zum komfortablen Laden von Elektrofahrzeugen. Aufgrund der hohen Nutzung der bestehenden Ladesäule werden derzeit zwei neue AC-Ladesäulen mit insgesamt vier Ladepunkten installiert. Die neuen Ladepunkte sind so angeordnet, dass sie von jeweils zwei Parkbuchten optimal erreichbar sind.

Weiterlesen

35

Allgemeine Berichte

Ortsübliche Bekanntmachung

Sinzig. Ortsübliche Bekanntmachung über die öffentliche Bekanntgabe der Bestimmung und Abmarkung von Flurstücksgrenzen in der Gemeinde _Sinzig_______ In der Gemarkung __Bodendorf______, Flur __13__, Flurstücke __124/1, 133______ wurden die Flurstücksgrenzen aus Anlass einer Liegenschaftsvermessung auf Antrag bestimmt und abgemarkt. Über diese Maßnahmen wurde am _17.3.2026_ eine Grenzniederschrift angefertigt.

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Dauerauftrag 2025
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Oster-Anzeige
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Container Anzeige
Innovatives rund um Andernach
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Kita
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0220#
Wohnträume
Wohnträume