Sozialzentrum an der Keramikerstraße
Mehr Platz für ehrenamtliche Arbeit
Rheinbach. Es war unvermeidbar. Die Rheinbach-Meckenheimer Tafel und das Möbellager der Neuen Pfade mussten weg, das Gebäude ist längst abgerissen. Auch die Pfarrcaritas Sankt Martin und die Arbeiterwohlfahrt in Rheinbach brauchten neue Räume. Was lag da näher, als die vier Organisationen zusammenzulegen. Zumal die Neuen Pfade an der Keramikerstraße im ehemaligen Lager der Firma Emons eine optimale Örtlichkeit fanden. Die riesige Halle direkt an der Bahn wurde angemietet, doch damit begann erst die Arbeit. „Wir haben hier ungezählte Arbeitsstunden geleistet und bisher insgesamt 50.000 Euro investiert, um die Hallen benutzen zu können. Es liegt auch noch viel Einsatz vor uns“, erklärte Werner Gerhards, der inzwischen zurückgetretene Leiter der Neuen Pfade, dem Zusammenschluss der früheren Georgspfadfinder. Wenn auch in der Ferienzeit weniger Betrieb ist, so herrscht zurzeit geschäftiges Treiben neben der Keramikfabrik. Die Rheinbach-Meckenheimer Tafel hat bereits ihre Räume bezogen und ihre Ausgaben an den neuen Standort verlegt. Auch die Arbeiterwohlfahrt wird dort einziehen, ebenso Abenteuer Pur.
Viel los war vor Kurzem in den Räumen der Pfarrcaritas Sankt Martin. Mit der Vorsitzenden Helga Kraus und Inge Bräuer begrüßte eine Handvoll Helferinnen die Besucher in der Kleiderstube. „Wir haben keine hierarchischen Strukturen“, erklärte Inge Bräuer. Alle Frauen hätten dieselben Aufgaben und Rechte.
Nachwuchs gesucht in der Kleiderstube
Die insgesamt 14 aktiven Damen haben inzwischen fast alle die 70 überschritten, man sucht händeringend Nachwuchs. Mit einem Mann habe es auch mal geklappt, doch der sei nicht mehr dabei, gerne würden neue aufgenommen. Männlein oder Weiblein seien gleichermaßen willkommen. Sehr erfolgreich arbeiten die Frauen in der Kleiderstube, erwirtschaften monatlich so um die 3000 Euro für Bedürftige. „Die von uns Betreuten leben am Existenzminimum. Wir erhalten die Namen vom Sozialamt und von der Arge. Erfahren auch, wessen Partner eventuell kurzfristig ins Krankenhaus musste, wo ein Kranker, ein Kind vorübergehend zu versorgen ist. Da helfen wir“, nannte Inge Bräuer ein Aufgabenfeld. Außerdem besuche man in der Pfarrei Sankt Martin Kranke, bringe den über 80-Jährigen zum Geburtstag ein Geschenk.
An der Keramikerstraße habe sich die Kleiderstube auf nun 116 Quadratmeter vergrößert und ein kleines Besprechungszimmer, der Platz reiche aber kaum. Denn viel Kleidung wird an den Öffnungstagen (donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr) abgegeben und verkauft. Das Publikum sei breit gestreut, es gebe fast alle sozialen Schichten, erklärte Inge Bräuer. Sorgen macht sich das gute Dutzend um die Zukunft der Pfarrcaritas. Denn Nachwuchs sei kaum in Sicht. Seit mehr als einem Jahrhundert existiert die Pfarrcaritas Sankt Martin, wenn nun keine neuen Helfer dazu stoßen, könnte bald Schluss sein. Leicht sei der ehrenamtliche Job nicht immer, gerade habe man 14 schwere Säcke mit Kleidung reingeschleppt. Aber Spaß mache es auch, den Bedürftigen zu helfen. Und für einen Kaffee und ein Stück Kuchen sei immer Zeit.
Viel Arbeit im Möbellager
Die Zeit nehmen sich auch die Helfer der Neuen Pfade im Möbellager auf der anderen Seite des breiten überdachten Ganges. Groß ist die Zahl der Helfer, die hier ohne einen Cent Entlohnung mit anpacken und den Kunden helfen. Der neue Vorsitzende der Organisation, Martin Fröhlich, hatte an diesem Freitag eine gut gelaunte Crew an seiner Seite: Bruno Bylicki, Werner Gerhards, Möbellager-Leiter Karl-Heinz Fingerhuth und seine Frau Gerda, Christoph Graf Strachwitz, Erwin Welter, der für den Transport der Möbel zuständig ist, und Hans Penz, der überall anpackt. Einige fleißige Frauen ordneten die Küchenutensilien, säuberten Geschirr und Gläser, verpackten Zerbrechliches. „Wir holen die Möbel in einem Umkreis von zehn bis 15 Kilometern ab, liefern den Leuten auch Frei Haus“, nannte Bruno Bylicki einen Service der Institution. 253 Quadratmeter Fläche stehen momentan zur Verfügung, die Möbel sind möglichst nach Nutzung und Stil geordnet. Hinter der Wand liegen noch einmal hundert Quadratmeter, die zum Lager umgebaut werden. Umgebaut deshalb, weil die Räume lange nicht genutzt wurden: Dach, Boden und Türen sind in einem schlechten Zustand. „Hier haben wir noch viel Arbeit, es entsteht auch der Aufenthaltsraum für die Arbeiterwohlfahrt. Wir fungieren als Hauptmieter des gesamten Gebäudes und vermieten an die sozialen Institutionen weiter“, erklärte Bruno Bylicki das Geschäftsmodell. Gewinn sei damit nicht zu machen, sagte der vor zwei Monaten gewählte neue Vorsitzende des Georgsrings, Martin Fröhlich. Im Ring sind untergebracht die Neuen Pfade, die sich um die Vermittlung arbeitsloser Jugendlicher und Erwachsener kümmern, der Kallenturm als Treffpunkt der ehemaligen und aktuellen Georgspfadfinder und eben das Möbellager. Hochwertige Möbel werden dort für kleines Geld verkauft. Der Preis richtet sich nach der Bedürftigkeit der Käufer, abgegeben werden die „Schätzchen“ quasi als Spende. Eng arbeitet man mit dem Sozialamt zusammen, man dürfe offiziell keine Quittungen ausstellen, doch wird ein Beleg notwendig, „können wir auf dem kleinen Dienstweg eine Lösung finden“, führte Bruno Bylicki die „rheinische Lösung“ an. „Wenn Sie sich umsehen, sehen Sie viele Helfer. Wenn man die Arbeit sieht, fehlen uns immer noch Männer und Frauen, die mit anpacken. Und möglichst auch noch ein bisschen Geschick beim Umgang mit einem Werkzeug mitbringen. Konkret brauchen wir zum Fertigbauen des `Sozialzentrums´ noch Maurer und Fliesenleger“, richtete Martin Fröhlich einen Appell an die Rheinbacher.
Wer mitmachen und Möbel und Kleinkram aus der Wohnung abgeben will, kann sich unter Tel. (0 22 26) 8 09 68 28 melden.
Abschließend betonten die ehemaligen Pfadfinder und ihre Mitstreiter, dass sie sich alle ehrenamtlich mit Erlös und Arbeitskraft für sozial Schwache einsetzen.
Mehr als 150 Helfer, Geschäftsleute und Privatpersonen, haben bei der Verwirklichung des Projekts ihre Unterstützung eingebracht.
Artikel melden
Fahrraddemo in Bad Neuenahr: Mobilitätswandel im Ahrtal fördern
- Daniela Jacobs: Auch Fußgänger ????? sollten beachtet werden!Wenn jeder nur ein bisschen, wäre vieles einfacher!
- K. Schmidt: Die nächste Demo, gerade wenn sie sich an Familien richtet, sollte dann mal unter dem Motto stehen: "Fahrradhelme für alle!"
Kruft: Zwischen Dauerkritik und Tatendrang
- Rolf Stern : Der Text wirkt weniger wie eine Einordnung, sondern eher wie der Versuch, berechtigte Kritik abzuwürgen. Gerade bei öffentlichen Geldern ist Nachfragen keine Dauerschleife, sondern demokratische Pflicht.
- Andreas Lung: Liebe Frau Schumacher, Sie haben offensichtlich überhaupt nicht verstanden, worum es geht.
400 Quadratmeter ökologisch wertvolle Grünfläche angelegt
- Thomas Sebastian Napp: Ich kann der Gemeinde zu dieser Aktion nur gratulieren. Vor allem den Bauhofmitarbeitern muss ich hier ein Lob aussprecheb. Gleichzeitig kann ich es nicht verstehen, dass eine große Naturfläche auf dem...
Traditionsveranstaltung geht am 19. April in die 16. Runde
Blütenfest verbindet Natur, Kultur und Gemeinschaft
Meckenheim. „Das Blütenfest hat eine Strahlkraft, die weit über die Stadtgrenzen hinausgeht. Deswegen ist es für uns sehr wichtig und wir freuen uns wieder auf eine schöne Veranstaltung“, hob Bürgermeister Sven Schnieber kürzlich die Bedeutung des Blütenfestes für Meckenheim hervor. Der Obsthof Dahlhausen war dabei zweifellos eine überaus passende Location, um auf die inzwischen 16. Auflage des am 19. April stattfindenden Traditionsevents vorauszublicken.
Weiterlesen
Fahndungserfolg in Prüm: Polizeikräfte nehmen Tatverdächtigen fest
07.04.: Schüsse im Kurpark von Prüm: Polizeibeamtin im Oberschenkel getroffen
Prüm. Ein Vorfall in Prüm führte zu einem Polizeieinsatz, bei dem ein Tatverdächtiger festgenommen wurde.
Weiterlesen
Der 60-jährige Fahrer fuhr auf einen Sattelzug auf und wurde schwer verletzt
07.04. Schwerer Unfall auf der A3: PKW-Fahrer übersieht Stauende
Windhagen. Am 7. April 2026, gegen 21:40 Uhr, ereignete sich auf der Autobahn A3 in der Nähe von Windhagen, Fahrtrichtung Frankfurt, ein Unfall, bei dem ein Mercedes-Pkw auf einen am Stauende stehenden Sattelzug auffuhr.
Weiterlesen
