Allgemeine Berichte | 08.02.2017

Die Gerber Zunft hatte ihr traditionelles Treffen

Mehr als 400 Jahre lebendige Geschichte

Vorsitzender Walter Bell (Mitte) und die zwei ältesten Mitglieder Willi Thiesen (re.) und Helmut Schmitz, mit den Insignien der Zunft. Fahne, Hut und Schärpe.SES

Adenau. In diesem Jahr fiel das Treffen der Gerberzunft genau auf das Fest des Heiligen Blasius. So trafen sich die Zunftbrüder der Gerber in der Pfarrkirche zur Heiligen Messe im Namen des Schutzpatrons, zelebriert von Pastor Rainer Justen. Anschließend trafen sich etliche der 30 Mitglieder zählenden ältesten Zunft, in der Gaststätte „Zur Blauen Ecke“ um die weiteren Regularien zu besprechen. Vorsitzender Walter Bell begrüßten rund ein Dutzend der 34 Mitglieder. Nach dem Zunftgebet zum Heiligen Blasius wurde der obligatorische Jahresobolus an den Geschäftsführer entrichtet.

Blick in die Geschichte

Zur Geschichte der Gerberzunft kann in alten Urkunden nachgeforscht werden . Hier ist nachzulesen, dass die Gerberzunft am 2. November 1603 gegründet wurde. Zwei Jahre vorher, 1601 sind die Marktrechte für Adenau verbrieft. Da dieser Markt von großer Bedeutung für die Handwerker war, dürfte die Gründung der Zunft im Zusammenhang mit dem Markt gestanden haben.

Das wichtigste Dokument der Zunft ist die Bestätigung der Satzung durch den regierenden Erzbischof und Kurfürsten Ferdinand von Bayern. Wie wichtig dieses Kurfürstliche Dokument ist, zeigt sich in folgendem Passus aus der Urkunde: „….Das ferner den Einwohnern Adenaus, vorab Löhrer (Gerber), Schuster, Sattler, Kürschner, die zu Ehre Gottes und unter dem Schutz des Heiligen Bischofs Blasii eine Bruderschaft aufgerichtet, das Recht erteilt worden ist, von allen Kaufleuten, die zum ersten Mal die Märkte des Amtes Nürburg mit Leder oder Lederwaren besuchten, einen Einstand oder Verhausung zu fordern.“

Das bedeutete, dass fremde Anbieter von Leder oder Lederwaren, wollten sie im Amt Nürburg verkaufen, einen Obolus zu entrichten hatten. Diese Bezahlung bestand aus: Einem Goldgulden, einem Reichstaler, einer Flasche Wein und einer Spende für die Armen und war einmalig zu entrichten. Gerber waren angesehene Leute und hatten viel Einfluss in der Stadt. Damals wie heute treffen sich die Mitglieder am Zunfttag des Heiligen Blasius traditionell im Stammlokal und freuen sich nach dem gemeinsamen Gebet auf die Zunftspeise Schößchen mit Wurst.

SES

Vorsitzender Walter Bell (Mitte) und die zwei ältesten Mitglieder Willi Thiesen (re.) und Helmut Schmitz, mit den Insignien der Zunft. Fahne, Hut und Schärpe.Foto: SES

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