Außergewöhnliche Band begeisterte im Höhr-Grenzhausener Jugend- und Kulturzentrum „Zweite Heimat“
Mehrstimmiger Gesang mit Lyrik
Ehemaliger Leiter der Grundschule Haiderbach Hartmut Hoefs ist der „Kopf“ der Band „Endlich!“
Höhr-Grenzhausen. Eigentlich war es kuschelig im Höhr-Grenzhausener Jugend- und Kulturzentrum „Zweite Heimat“, als die Gruppe „Endlich!“ auftrat. Denn die etwa 30 Gäste saßen im gemütlichen Ambiente mit Bruchstein und Fachwerk an kleinen Tischchen mit Kerzen und konnten Wein, Sekt oder auch alkoholfreies trinken.
Doch manchmal wurden die Zuhörer von der Kuschelatmosphäre ins harte Leben zurückgeholt. Dann nämlich, wenn die im Unterwesterwald beheimatete Gruppe ihre eigenen Songs über Schicksale vortrug. Im Lied vom „Sammler“ ging es beispielsweise um einen Mann, der sich aufgrund seiner lebensbedrohenden Krebskrankheit entschieden hatte Tage zu sammeln und dabei die Welt ganz neu zu entdecken. „Herzblut“ tauchte in die Welt der Märchen ein und holte Dornröschen in unsere Gegenwart. Und dann waren es unter anderem noch „Tausend Träume“. Dieser Song entstand, als eine kurdische Familie mit vier Kindern nach zehn Jahren wohnhaft in Koblenz in ihre Heimat an die syrische Grenze zurückgeschickt werden sollte.
Vorstellung der Bandmitgliedern
Hartmut Hoefs aus Kammerforst ist der „Kopf“ der Gruppe „Endlich!“. Schon während seiner aktiven Zeit bei der Coverband „Midlife-Crisis“ verfasste er eigene deutsche Texte und schrieb die Musik dazu. Mittlerweile hat er es auf rund 150 Lieder gebracht, viele davon sind Kinderlieder. Kein Wunder, war er doch bis letztes Jahr 20 Jahre lang Leiter der Grundschule Haiderbach in Wittgert, wo er die „Pig-Band Borste“ organisierte mit vielen Gastmusikern und den Kinder der Haiderbachschule.
Das Schreiben von Liedern machte Hartmut Hoefs so viel Spaß, dass er gemeinsam mit Musikern von „Midlife-Crises“ eine eigene Band gründete unter dem neuen Namen „Endlich!“. Nach dem Zugang von Ine und Mick im Jahre 2011 entwickelte die Band dann komplett neue Arrangements mit dem für sie charakteristischen mehrstimmigen Gesang. „Natürlich ist es einfacher mit Cover-Songs aufzutreten, die jeder kennt und ab dem zweiten Takt mitsingen kann. Wir sind aber mittlerweile so erwachsen geworden, dass wir unsere eigenen Lieder und Texte spielen wollen. Und daher verzichten wir gerne auf die Stützräder weltbekannter Hits“, schreiben die Musiker von „Endlich!“.
So begeisterten sie auch im Jugend- und Kulturzentrum mit eingängigen Melodien und mehrstimmigem Chorgesang mit treffender Lyrik. Für ein klares Klangerlebnis untermalten sie den Chorgesang mit akustischen Instrumenten, benutzten aber auch ein elektronisches Schlagzeug-Set, um die Lautstärke in diesem kleinen Raum besser an die natürlichen Stimmen anpassen zu können.
In welche Schubladen passt „Endlich!“? Eigentlich in keine. Eher passt die Band in eine „Schatztruhe“, in der bunte Überraschungen versteckt sind. Die ließen sie als melodische Mischung aus Balladen, Blues, Jazz, Rock, Folk auch bei ihrem Auftritt in Höhr-Grenzhausen hören.
„Endlich!“ besteht aus Hartmut Hoefs (Gesang und Gitarre), Ine Feld (Gesang und Percussion), Mick Weber (Gesang und Gitarre), Peter Haeffner (Gesang und Bass) Ulla Gotthardt (Saxophon) und Volker Syri (Schlagzeug), die sich am Schluss ihres Auftritts im Jugend- und Kulturzentrum über den frenetischen Beifall der begeisterten Zuhörer freuen konnten. HEP
Über viel Beifall der begeisterten Zuhörer durfte sich die Band Endlich freuen.
