Andacht mit Segnung von Tier und Tierhalter berührt die Menschen
„Mein Hund ist immer für mich da, er ist wirklich ein Gottesgeschenk“
Koblenz. „Zum Vaterunser bitte ganz langsam aufstehen“, so hieß es bei der Andacht mit Segen für Mensch und Tier im Innenhof der Christuskirche, damit sich keins der anwesenden Tiere erschrickt. Während Kaltblüter und andere wärmeliebenden Haustiere dann doch lieber zuhause geblieben waren, gab es bei 13 Grad Außentemperatur für versierte Hundebesitzer und ihre Vierbeiner keinen triftigen Grund, der ersten Andacht unter freiem Himmel fernzubleiben.
Schon in der Bibel ist die Rede von vielen Tieren – nicht nur bei der Schöpfung, wo geschrieben steht, wie die Tiere im Himmel, auf der Erde oder im Wasser geschaffen werden, sondern auch in anderen biblischen Geschichten kann man zahlreiche Tiere als Wegbegleiter von Menschen entdecken: störrische Esel, krähende Hähne, hoffnungsvolle Tauben – und noch viele mehr.
Nachdem die Besucher in die umgeschriebenen Strophen von „Laudatosi“ eingestimmt hatten: „Sei gepriesen für Schildkröten und Katzen“, verwies Pfarrerin Marina Brilmayer aus der evangelischen Kirchengemeinde Koblenz-Mitte darauf, dass nicht nur Noah der erste Haustierhalter der Bibel war, sondern auch im Weißen Haus in Washington in den letzten 100 Jahren fast ausnahmslos eine Vielzahl von Haustieren beheimatet waren.
Alle Tiere auf der Welt, ob auf der Arche, im Weißen Haus oder bei uns zu Hause habe „Gott gezählt, damit ihm auch kein einz’ges fehlt“, wie in dem bekannten Kinderlied nachzusingen sei. Wir Menschen seien mit allen Tieren in der Welt verbunden, wir atmen und wir leben, wir sind miteinander verbunden in Gottes guter Schöpfung. Manche Tiere sind enge Lebensbegleiter von Menschen geworden – ein Leben ohne den eigenen Hund, die Katze oder den Vogel sei für viele unvorstellbar. Wie wichtig es sei, respektvoll mit allen Lebewesen umzugehen, betonte Pfarrerin Brilmayer, indem sie die Bedeutung von Gesetzen zum Wohl von Tieren hervorhob, sowohl bei Nutztierhalter, als auch bei Tierhändler und Züchter.
Sichtlich gerührt waren die Menschen, als es um die Segnung der Vierbeiner ging. „Mein Hund ist für mich wirklich ein Gottesgeschenk, er ist einfach immer für mich da!“, meinte eine Besucherin. „Diese Segnung bedeutet mir sehr viel.“
Die Andacht war Teil der Eröffnung des Gemeindeprojekts „Schöpfungs-Sommer“. Die Kirchengemeinde lädt von Juni bis September zu 16 vielseitigen Veranstaltungen rund um das Thema Schöpfung ein: www.koblenz-mitte.ekir.de/inhalt/schoepfungs-sommer.
