Auszeit für einen Marktkirchen-Gottesdienst
Meine Zeit steht in Deinen Händen
Neuwied. „Weg da, wir haben keine Zeit“, so singt Hermann van Veen in seinem im rasanten Tempo gesungenen Lied und es war der Neuwieder Künstler Lester Corea, der diese Melodie in hektisch- betriebsamer Weise in einen phantastisch- pantomimischen Tanz umsetzte. Lester hat Text und Melodie des phantasiebegeabten Holländers genau in das Gehabe eines gehetzten und abgehetzen modernen Menschen umgesetzt, der kaum einmal zur Ruhe kommen kann – und offenkundig auch nicht will. „Und nun , in diesen unschönen Corona-Zeiten, werden wir doch alle mehr oder weniger durch den Virus ausgebremst, sozusagen „entschleunigt. Und doch bleibt die Frage: Was tun wir mit all der Zeit, die uns jetzt zur Verfügung steht ? Marktkirchen-Pfarrer Werner Zupp und sein engagiertes Auszeit-Gottesdiensteam hatte sich mit diesem Thema, das auch die Bibel durchaus kennt, eingehend beschäftigt und dabei die (erlaubten) rund 70 auf Distanz in den Kirchenbänken sitzenden Gottesdienstbesucher mit auf eine Reise eines sowohl musikalisch-mediativen als auch kreativ-gestalterischen Tuns genommen. Zudem haben sie die sinnbezogen ausgewählten Liedtexte zumindest leise jeder für sich mitgesungen, die von drei Sängerinnen des Neuwieder Gospelchores „Sing On“ unter der Leitung von KMD Thomas Schmidt einen sehr schönen Einblick in die umfangreiche religiöse Gesangsliteratur mit dieser Thematik gegeben haben.
Ein Mitmach- und Ruheangebot des Auszeit-Gottesdiensteams ergänzte das besonders eindrucksvoll-spirituelle Geschehen dieses Sonntagnachmittags, das eine Bildbetrachtung des Gemäldes von Salvatore Dali über die „zerrinnende Zeit“, die Möglichkeit der Gestaltung von Mandalas, eine inhaltliche des Liedes von Clueso „Wenn ein Mensch lebt“ und schließlich die Möglichkeit eines Tanzes mit Tüchern ermöglichte. Und so konnte die Gemeinde in der Marktkirche einen ereignisreichen, aber doch ruhevoll-gelösten Gottesdienst feiern.-jüg-
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