Schülerin des Goethe-Gymnasiums erreichte einen hervorragenden Platz bei „Jugend debattiert“
Melinda Baulig wird Dritte beim Landesfinale
Bad Ems. Richtiges Debattieren will gelernt sein – das bestätigen in fragwürdiger Hinsicht nicht nur Pegida und Donald Trump. Wie es besser geht, zeigen die Teilnehmer des Landesfinales “Jugend debattiert“ in Rheinland-Pfalz, die sich im Haus der Jugend in Mainz der Frage widmeten „Sollen in Großstädten bei Feinstaub-Alarm Fahrverbote verhängt werden?“
„Jugend debattiert“ heißt das große Schulprojekt mit Unterrichtsreihe und Wettbewerb, an dem auch das Goethe-Gymnasium seit mehreren Jahren erfolgreich teilnimmt. „Genau zuhören und andere Meinungen respektieren sind wichtige Fähigkeiten in Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft. Im Debattentraining kann das jeder lernen. Es verbessert nicht nur kommunikative Fähigkeiten, sondern stärkt auch die Persönlichkeit“, zeigt sich Frank J.-Weise, Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung, vom Projekt überzeugt.
Klare Regeln
Dabei helfen klare Regeln: Pro Debatte vier Schüler, eine Streitfrage, 24 Minuten Dauer. Inhalte und Argumente zum Thema müssen sitzen, denn wer Pro oder Contra vertritt, wird erst kurz vor dem Wettbewerb ausgelost.
Die 16-jährige Melinda Baulig vom Goethe-Gymnasium Bad Ems überzeugte die Jury in den Qualifikationsrunden des Landeswettbewerbes durch ihre hohe Sachkenntnis und Gesprächsfähigkeit. Rund 10.000 Schüler in 92 Schulen haben sich im laufenden Schuljahr in Rheinland-Pfalz im Rahmen einer Unterrichtsreihe an Jugend debattiert beteiligt. Wettbewerbe fanden zuvor bereits auf Schul- und Regionalebene statt. Melinda zog schließlich mit drei weiteren Schülern ins Landesfinale ein und erreichte dort einen hervorragenden dritten Platz. „Jugend debattiert ist ein ganz besonderes Wettbewerbsformat. Man lernt, auch vor großen Gruppen frei zu sprechen, Argumente Andersdenkender aufmerksam wahrzunehmen, sie kritisch zu reflektieren und seine Meinung begründet zu vertreten“, so Melinda Baulig. Als moralische Unterstützung und zum Daumen drücken durfte beim Wettbewerb auch Projektlehrkraft Janine Wittfeld vom Goethe-Gymnasium nicht fehlen. „Als betreuende Lehrkraft fiebere ich mit meinen Schülern im Wettbewerb immer sehr mit und bin vor dem Jury-Urteil mindestens genau so aufgeregt wie sie. Es macht mich stolz zu beobachten, wie unsere Schüler mit großer Begeisterung an den Debatten teilnehmen, wie viel Arbeit, Zeit und Engagement sie in die Vorbereitung stecken und dabei über sich hinaus wachsen.“, so Janine Wittfeld, Schulkoordinatorin Jugend debattiert am Goethe Gymnasium Bad Ems. „Jugend debattiert“ ist eine Initiative des Bundespräsidenten und steht unter seiner Schirmherrschaft. Partner sind die Hertie-Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Stiftung Mercator und die Heinz Nixdorf Stiftung sowie die Kultusministerkonferenz, die Kultusministerien und die Parlamente der Länder. Das Landesfinale in Rheinland-Pfalz fand in diesem Jahr unter den Augen von Landtagspräsident Joachim Mertes und Hans Beckmann, Staatssekretär im Bildungsministerium, statt.
