Stiftungsfest des „Männergesangvereins Mendelssohn-Bartholdy 1855 eV Montabaur“
Mendelssöhne feierten fröhlich ihren 163. Geburtstag
Montabaur. 163 Jahre hat der „Männergesangverein Mendelssohn-Bartholdy 1855 eV Montabaur“ mittlerweile „auf dem Buckel“, aber von „Alters-Müdigkeit“ keine Spur. Im Gegenteil! Das machte das diesjährige „Stiftungsfest“, so nennen ‚die Mendelssöhne‘ ihre Geburtstagsfeier, auf fröhliche Art und Weise deutlich. Wenn es Herbst ist und die Blätter fallen, eine gewisse „Tristesse“ um sich greift, geht dagegen den „Mendelssöhnen Montabaur“ regelmäßig das Herz auf. Denn es ist die Zeit im Jahr, in der sie im Rahmen ihres „Stiftungsfestes“ die Gründung ihres Chores feiern. Immerhin gibt es den „Männergesangverein Mendelssohn-Bartholdy 1855 eV Montabaur“, schon stolze 163 Jahre. Zweifellos ein echter Grund zu Feiern. Dass dies alles andere als „angestaubt“ oder „altbacken“ daher kommt, davon konnten sich nebst der „Mendelssohn-Familie“ auch die eingeladenen Ehren-Gäste Mitte Oktober aufs Neue überzeugen.
„Der Abend hat mir gut gefallen heute, so locker und entspannt wie das bei euch war!“, meinte die Ehefrau eines der Sänger, die seit dem diesjährigen Chorprojekt „Deutsch & Pop“ neu dazugekommen sind. Locker und entspannt, so führte Michael Kien, Vorsitzender der Mendelssöhne, durch den Abend, der mit einem gut besuchten Gottesdienst begann und erst gegen Mitternacht im Nebensaal der Stadthalle Mons Tabor zu Ende ging. Als Pfarrer Heinz-Walter Barthenheier in der Montabaurer katholischen Kirche St. Peter in Ketten gegen 18.30 Uhr mit der Abendmesse begann, freuten sich Sänger und Pfarrer über viele gut besetzte Kirchenbänke. Ein deutliches Zeichen, dass dieses langjährige Angebot der katholischen Kirche, das aus organisatorischen Gründen derzeit nicht mehr möglich ist, immer noch viele Freunde hat - ebenso wie der Chor, auf dessen Initiative hin der Samstagabend-Gottesdienst wieder einmal angeboten wurde.
Mit drei Liedern trug der MGV zum Ablauf bei, darunter das bekannte Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“, des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer, das die Mendelssöhne in einer neuen Fassung vortrugen. Damit bedankten sich die Mendelssöhne zugleich bei Pfarrer Barthenheier, dass er diesen über viele Jahre üblichen „Stiftungsfest-Auftakt“ doch noch möglich gemacht hatte. Anschließend ging es im eigens für den Abend umgestalteten Proberaum des Chores weiter. An den Wänden hingen Plakate und kleine Foto-Galerien, die einen optischen Überblick zu den bisherigen 2018er-Veranstaltungen des MGV gaben. Nach dem Buffet nutzte Kien die Wand-Deko, um im lockeren Plauderstil das Jahr unterhaltsam Revue passieren zu lassen. Ergänzt wurde er dabei vom „Vize des Chores“ Christoph Kuhl, der sich ganz besonders bei den älteren Sängern für deren Bereitschaft bedankte, sich auf „den ganzen neuen Spundes“ überhaupt einzulassen. Außerdem stellte Alexander Jaß, Beisitzer und Sänger im zweiten Bass, dem Chor in groben Umrissen die neue Homepage vor, die noch vor Jahresende online gehen soll und unter dem Namen „Mendelssöhne-Montabaur.de“ aufgerufen werden kann. Eindeutiger Höhepunkt des Abends waren die Ehrung dreier altgedienter Sänger des ältesten Schusterstadt Chores, die jeweils 65 Jahre Chorgesang „auf dem Buckel haben“ sowie die Gratulation für Erhard Altenhofen, Montabaur, einem weiteren Urgesteins des MGV, der seinen Geburtstagsabend im Kreise der „Mendelssöhne“ feierte. Zur Belohnung gab es für ihn gleich zu Anfang einen Glückwünsch-Kanon aller Anwesenden – eine echte musikalische „Spontan-Überraschung“. Sein Bruder Hermann Altenhofen wurde gemeinsam mit Franz Kuch und Erich Ackermann für langjährige Treue zum Chor und dem Singen in Gemeinschaft ausgezeichnet. Die drei Jubilare erhielten die zu diesem Anlass vorgesehenen Ehrenurkunden des Chorverbands Rheinland-Pfalz. In kurzen Interviews brachten alle drei ihre tiefe Freude am Singen und ihre herzliche Verbundenheit mit der Chorgemeinschaft zum Ausdruck. Für ihren teils jahrzehntelangen Einsatz als Sänger, Vorstandsmitglieder (F. Kuch) und Vereinsvorsitzender (H. Altenhofen) wurden sie mit lang anhaltendem Applaus geehrt. Mario Siry, langjähriger Dirigent des Chores, ließ es sich deshalb nicht nehmen, außer dem Dirigat in der Kirche mit den Männern am späteren Abend nochmals einige Lieder zu singen, obwohl er zwischenzeitlich wegen anderer Verpflichtungen unterwegs sein musste. Ganz zur Freude der anwesenden Frauen und als Danke-Schön an die Stadthallen-Betreiber sangen die Mendelssöhne mehrere ihrer neueren Stücke, darunter das Westerwald-Lied von Ulrik Remy und „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen.
Einhelliges Fazit
Der MGV Mendelssohn-Bartholdy 1855 Montabaur ist auf bestem Wege, den Generationen-Umbruch erfolgreich zu bewältigen. Das nächste Chorprojekt der ‚Mendelssöhne‘ beginnt nach den Sommerferien 2019 und mündet in ein Konzert zum 165ten Jubiläum 2020. Schwungvolles Motto „Mendelssöhne meat the beat(les)“. Mehr Infos zu allen Aktivitäten und Terminen gibt’s im Internet, aktuell noch unter: www.mendelssohn-bartholdy-montabaur.de.
Der MGV mit seinem Dirigenten Mario Siry beim spätabendlichen „Mini-Konzert“ für die Gäste des Stiftungsfestes und das Stadthallenrestaurant-Betreiberehepaar Stoffels.Fotos: Privat
