Tradition trifft Moderne
Mendiger Museumsmeile ist um ein Kunstwerk reicher
Mendig.Bei der Layerbruderschaft handelt es sich höchstwahrscheinlich um Mendigs ältesten und noch existierenden Verein. Die ersten wohl aus Niedermendig stammenden Layer wurden um 1200 schriftlich genannt und arbeiteten in den Laacher Layen. Vorläufer der Layerbruderschaft war sehr wahrscheinlich die Anna-Bruderschaft, die im 16. Jahrhundert mehrfach in den Quellen erwähnt wird. Im Notfall wurden Hilfebedürftige, wie zum Beispiel Witwen und Waisen, nach Unfällen unterstützt. Ebenso konnten kleine Kredite für Hausbau oder Reparaturen vergeben werden. Aus dieser Zeit stammt auch noch die Zahlung eines sogenannten Sterbegeldes an die Angehörigen verstorbener Mitglieder. Dies wurde aber nach dem Zusammenschluss der Layerbruderschaft und der aus dem Jahre 1677 stammenden Steinhauerzunft 1954 eingestellt. Die Layerbruderschaft hat sich seit langer Zeit die Kultur- und Traditionspflege als wichtigste Aufgabe in die Statuten geschrieben, was zahlreiche Beispiele in Mendig belegen. Bereits 2015 hatte der langjährige Brudermeister und Bildhauer Werner Geilen im Auftrag der Layerbruderschaft und Steinhauerzunft einen Gedenkstein geschaffen, der am 30. August 2015 in der Brauerstrauße auf einem lauschigen, mit ausgesuchten Basaltfindlingen eingefassten Wiesengrundstück in unmittelbarer Nähe des Sportplatzes offiziell eingeweiht und von Pastor Ralf Birkenheier gesegnet worden war. Unter dem fest stehenden Begriff: „Das schwarze Gold von Niedermendig“ erinnerte Werner Geilen seinerzeit daran, dass viele Menschen über Jahrhunderte hinweg in den Mühlsteingruben ihr Brot verdienten, aber leider auch einen frühen Tod erlitten. Geilen kann übrigens im kommenden Jahr auf eine 30 Jahre währende Amtszeit als Brudermeister zurückschauen. Am Mittwoch, 23. August gab der Vorstand der altehrwürdigen Layerbruderschaft, die zurzeit aus 95 Mitgliedern besteht, sich erneut die Ehre. Grund war die Einweihung einer ebenfalls von Werner Geilen entworfenen und geschaffenen steinernen Bank, die im Schatten der Bäume zum Verweilen einlädt. Das ebenso interessante wie anspruchsvolle Kunstwerk besteht aus einem mittelalterlichen Mühlstein und maschinell hergestellten Basaltlavateilen, die eine wunderbare Symbiose bilden und neben dem 2015 eingeweihten Bildstock ein aussagekräftiges Symbol Mendiger Steingeschichte der Layer und Steinhauer darstellen. Fest steht: Die Museumsmeile der Stadt Mendig (Brauerstrauße) ist wieder einmal um ein anspruchsvolles Kunstwerk reicher!
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Der Bildhauer und langjährige Brudermeister Werner Geilen bei der Einweihung des von ihm geschaffenen Bildstocks im August 2015.
