Eifelverein Remagen
Menschenknochen im Burgverlies
Remagen. Nur der allererste Kilometer vom Bahnhof bis zur Moselbrücke war ein wenig eintönig. Aber dann gewährte auch diese Etappe des Moselsteigs von Löf nach Kobern-Gondorf ununterbrochen großartige Eindrücke. Die gewaltige Welfenburg Thurant beherrschte schon bald das ganze Panorama. Die Burg war lange Zeit zweigeteilt zwischen den Kurfürstentümern von Trier und Köln. Deswegen hat die Burg zwei Bergfriede, da man sich gegenseitig misstraute. Im Inneren empfing ein gepflegt angelegter kleiner Garten die Gäste, bergan ging es durch die einzelnen Gebäudeteile bis zu dem einen, nur auf höchst steilen Holzstiegen erklimmbaren Bergfried. Von diesem reichte die Aussicht weit ins Moseltal und gegenüber bis zur Hohen Acht in der Eifel. Makaber war dagegen der Blick durch das Angstloch tief hinab auf den im Halbdunkel verborgenen Grund des Burgverlieses. Dort unten sind menschliche Knochen zu erkennen, die Archäologen ausgegraben haben. Die Knochen erwiesen sich als echt und konnten auf das Mittelalter datiert werden. Der steile und lange Anstieg des Bleidenberger Kreuzweges durch schattenlose Weinberge hatte es wirklich in sich. Nicht nur die Anforderungen an geübte Wanderer sind hoch, auch bußbereite Pilger kommen dort in praller Sonne auf ihre Kosten. Doch mit dem Rundblick von der sehenswerten Dreifaltigkeitskirche oben auf dem Berg wurden die Wanderer sofort reich belohnt. Es war dies aber nur einer unter vielen fantastischen Ausblicken, unten denen später die Hitzlay herausragte. Vorsichtshalber wurde auch diesmal zunächst die Festigkeit des Geländers geprüft. Denn dahinter geht es 100 Meter senkrecht in die Tiefe. Ganz unten rauschte die sonst so stille Mosel, da durch Hochwasser die Wassermassen über das Wehr der Staustufe Lehnen donnerten. Phantastisch war der Blick von der Mönch Felix - Hütte. Die Einkehr am historischen Marktplatz in Kobern-Gondorf erforderte nochmals zusätzliche zwei Kilometer.
