Sein letztes Fest als Geschäftsführer
Michael Groß: Der Boss der Kröbbelches Zauberer
Kottenheim.Bald ist es wieder so weit. Vom 30.8. bis zum 2.9. 2024 zieht der Duft von frischen, goldgelb gebackenen leckeren Kröbbelche in die Nasen der Kottenheimer Festbesucher. Jedesmal kommen dabei auch für viele der bisher beim Heimatfest beteiligten Frauen und Männer aus dem Dorf der „lachenden Kartoffel“ die Erinnerungen. Heute klingt es wie im Märchen „Es war einmal“. Damals als die 18-jährige junge Dame, Hildegard May, heute Lung, total aufgeregt als hübsches, echt Kottenheimer Girl, mit viel Lampenfieber „em Bursch Heinrich“, dem Schirmherrn des ersten Festes im Jahre 1952, et allerüschte frösch jebackene Kröbbelchje überreichte. Bursch Heinrich, mit richtigem Namen Heinrich Pickel, war Landtagsabgeordneter, großer Förderer der Kotteme Tradition, und sein Wort hatte Gewicht. Nun, diese Kröbbelches Erfolgsgeschichte wurde ein Dauerbrenner. Und trotz vieler Bemühungen mancher Zeitgenossen aus nah und fern, wollte allerdings niemand der Akteure das wohlgehütete „Geheimrezept“ der Reibekuchen verraten. Nur eines konnte man erfahren: „De woren domols schunn esu goot be heut“. Insider und Vereinsmeier wissen, welche Arbeit in der Organisation eines solchen Festes steckt. So auch der Kottenheimer Allroundman, Michael Groß, der im Alter von 16 Jahren zum ersten Mal bei der Organisation des Kröbbelchesfest, damals als Geschäftsführer des Fanfarenzuges Kottenheim, beteiligt war, und gleich „Blut geleckt“ hatte. Es war die Zeit, als die Stände noch verlost wurden. Man musste einen Beitrag an den Hauptausrichter, den Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) abführen, um den Stand betreiben zu können. Viele Jahre hatte sich Michael Groß mit dem Fanfarenzug und anschließend auch mit dem von seinem Vater 1982 „wiederbelebten“ Junggesellenverein, in dem er ebenfalls 10 Jahre Geschäftsführer war, an der Festivität beteiligt. Als es dann immer schwerer wurde Betreiber für das seinerzeitige Festzelt zu finden, hat der damalige Vorstand des JGV und Groß den Vorschlag gemacht die Organisation anders aufzubauen. Es entstand der Gedanke mit den Vereinen eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts zu gründen und diese soll die Organisation des Festes übernehmen und ein eventueller Gewinn wird untereinander, je nach Aktivität der einzelnen Vereine, aufgeteilt. Gesagt getan und bis auf den VVV, den Betreiber der Kröbbelchesbude, entstand die Kröbbelchesfest GbR, die in jedem Veranstaltungsjahr neu gegründet wird. Und seit dieser Gründung wurde der quirlige, mit viel Herzblut agierende Allrounder, Geschäfts- und Marketingexperte, sowie Präsident des TuS „Fortuna“ Kottenheim, Michael Groß, alle zwei Jahre zum Geschäftsführer dieser GBR gewählt und war verantwortlich für die Gesamtorganisation und Koordination der Großveranstaltung. Er war es auch, der ehemals vorgeschlagen hatte, den Standort vom Schulhof zum Bürgerhaus zu wechseln. Und als im Jahre 2020 der VVV der Kröbbelchesfest GbR beitrat, war alles komplettiert. Das seit der Gründung von Geschäftsführer Groß ausgearbeitete „Verteilungsmodell“ wird mit jährlichen Bewertungsanpassungen immer noch angewendet. Für ihn ist es, wie für viele der am Erfolg beteiligten, immer wieder ein befriedigendes Erlebnis auf alle attraktiven Aktionen eines solchen Festes dieser Größenordnung zurückzublicken. Für einen Geschäftsführer ist dies ein Fulltime-Job, erinnert sich Michael Groß gegenüber Blick aktuell: „Beginn war für mich und für viele Helfer immer am Dienstag vor dem Veranstaltungswochenende und geendet hat es fast immer am Dienstag danach. Während der Veranstaltung ging es für mich meistens um 7.00 Uhr los und mein Tag endete mit dem Kassenabschluss, immer erst gegen 3.00 Uhr in der Nacht.
Viele Stunden, die ich gerne und mit viel Freude erbracht habe. Vor allem, weil ich immer von einem guten Team und sehr vielen ehrenamtlichen Helfern unterstützt wurde und das Gefühl hatte für meinen Heimatort etwas Gutes zu tun. Nun, in diesem Jahr wird sein letztes Kröbbelchesfest als Geschäftsführer der Kröbbelchesfest GbR sein, denn er hat sich aus persönlichen Gründen dazu entschlossen, diese Aufgabe nicht wieder zu übernehmen. „Es hat mir immer sehr viel Spaß gemacht und gerne habe ich die Verantwortung und die Aufgaben übernommen. Auch wenn es manchmal unangenehme Aufgaben waren, habe ich diese mit Herzblut abgearbeitet. Ein gutes Team hat mich immer unterstützt, denn nur so kann eine solche große Veranstaltung so erfolgreich gelingen, wie es die letzten Jahre war. Im Durchschnitt sind es immer 450 Schichten, die man für diese Veranstaltung mit Helfern besetzen muss – aber, es ist immer gelungen. Im Jahre 2022 haben wir es geschafft, dass wir auch junge Menschen für das Fest als Helfer begeistern konnten“ informierte Groß. Von einem ist er überzeugt: „Es wird auch ohne mich weitergehen. In der Gründungsversammlung der Kröbbelchesfest 2024 GbR habe ich offiziell erklärt, dass ich die Aufgaben des Geschäftsführers, in dem bisherigen Umfang aus persönlichen Gründen, nicht mehr fortführen möchte. Meinen Vorschlag die Geschäftsführung aufzuteilen hat die Gesellschafterversammlung angenommen, sodass die Vertretung der Kröbbelchesfest GbR nun durch jeweils zwei Vorsitzende der beteiligten Vereine erfolgt.“
Die persönlichen Gründe von Michael Groß seine Tätigkeit, als Geschäftsführer zu beenden, muss und sollte man respektieren. Aber, die „Hausaufgaben“ für dieses kommende „Fest der Heimat 2024“, sind jedenfalls von ihm bereits vorausschauend gemacht. Und sicher gilt auch für Groß der berühmte Satz: „Niemals geht man so ganz“. BS
Sie brachte, als junges „Kotteme Mädchen“, 1952 das erste duftende „Kotteme Kröbbelche“ zum Schirmherrn, dem Landtagsabgeordneten, Heinrich Pickel, auf die Bühne – Hildegard May, heute Lung.
