Allgemeine Berichte | 06.09.2019

Mechthild Heil diskutiert mit Vertretern von Mineralbrunnen bei der Brunnengebietsversammlung.

Mineralbrunnenvertreter brauchen Stimmen in Berlin

Mechthild Heil ist bislang die einzige Politikerin, die den Mineralbrunnen ihre Unterstützung in Berlin fest zusagte.Foto: KG

Bad Neuenahr. Die CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Ahrweiler, Mechthild Heil, folgte einer Einladung des Verbandes Deutscher Mineralbrunnen e.V. (VDM) zur Brunnengebietsversammlung Rhein-Eifel in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Gemeinsam mit Vertretern der regionalen Mineralbrunnen suchte der VDM den Dialog mit der für die Region zuständigen Politikerin, um sie über die Bedeutung des Naturprodukts Mineralwasser für Verbraucher und Umwelt zu informieren. Der Vorsitzende des VDM, Dr. Karl Tack (Rhodius Mineralquellen) stellte der Bundestagsabgeordneten zu Beginn die mit Partnern entlang der Wertschöpfungskette– der Genossenschaft Deutscher Brunnen (GDB), dem Bundesverband Getränkefachgroßhandel (BV GFGH), dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)– entwickelte gemeinsame Position „Ja zum Naturprodukt Mineralwasser“ vor. Die im Rahmen der jüngsten Kampagne „Nein zur Wegwerfgesellschaft“ (wer Leitungswasser trinke, spare Geld, Energie und unnötige Verpackungen), geäußerte Empfehlung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze, vermehrt Leitungswasser statt in Flaschen abgefülltes Mineralwasser zu konsumieren, geht, wie Dr. Tack feststellte, jedoch völlig am Ziel vorbei. Man war sich darüber einig, dieses „Reingrätschen“ aus Berlin nicht auf sich sitzen zu lassen. Gemeinsam mit David Schilling (Brohler Mineralbrunnen) unterstrich Frauke Helf (Rhodius-Mineralquellen) vor Mechthild Heil die Bedeutung der Brunnen im Kreis Ahrweiler für die heimische Wirtschaft. „870 Menschen arbeiten in den Mineralbrunnen-Betrieben im Kreis, bundesweit sind es 12.500“, sagte Schilling und Helf ergänzte, dass die Brunnen im Kreis Ahrweiler durchschnittlich 15 bis 20 Millionen Euro jährlich investieren. „Dabei vergeben wir die Aufträge wiederum nur an lokale Handwerksbetriebe“, machte Helf klar, dass die Brunnen auch indirekt für Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region arbeiten. Schilling ergänzte, dass die Brunnen darüber hinaus auch ihre soziale Verantwortung zeigen, in dem sie Vereine, regionale und kommunale Events sowie Kinderfeste unterstützen.

Für die Wirtschaft in der Region

Auch Dr. Tack hob die wirtschaftliche Bedeutung der Mineralbrunnen für die einzelnen Regionen in Deutschland hervor. „Die in der Regel inhabergeführten, mittelständischen Betriebe sind in ihren Regionen fest verankert und bieten vielen Menschen seit Jahrzehnten sichere Arbeitsplätze. Frau Schulze nimmt mit ihrer einseitigen Bevormundungspolitik billigend in Kauf, dass die Mineralbrunnenbetriebe ohne Not wirtschaftliche Einbußen hinnehmen müssen und so Arbeitsplätze gefährdet sind“, so Dr. Tack. Im Anschluss griff Dr. Tack die viel diskutierte Vermüllung der Weltmeere durch Plastik auf und betonte, dass die deutschen Mineralbrunnen mit ihren Produkten und Verpackungen hieran keinerlei Anteil hätten. „Die Vermüllung der Weltmeere ist ein real existierendes und dringend zu lösendes Problem. Deutschland verfüge, so Dr. Tack weiter, über ein weltweit vorbildliches Rücknahme- und Recyclingsystem für Getränkeverpackungen, wodurch die heimischen Mineralbrunnen bereits seit langem einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisteten. Nach Schätzungen der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung liegt die Rücklaufquote hierzulande bei Einweg-Kunststoffflaschen über 97 Prozent, wovon nahezu 100 Prozent werkstofflich verwertet werden. „Unsere PET-Flaschen landen nicht in der Umwelt oder gar im Meer, sondern kommen zurück und werden recycelt. Manche Brunnen verwenden zum Beispiel bereits heute über 50 Prozent Altmaterial zur Herstellung von neuen PET-Flaschen. Diesen Wert werden viele noch weiter steigern“, so Dr. Tack weiter.

Qualitätsanspruch

Zum Abschluss des Gespräches erläuterte Dr. Tack der Bundestagsabgeordneten Mechthild Heil, dass Mineralwasser aus geschützten unterirdischen Wasservorkommen kommt und sich durch seine natürliche Reinheit auszeichnet. Durch die in der Mineral- und Tafelwasserverordnung gesetzlich geregelte Abfüllung von Mineralwasser in Verpackungen, meist in Flaschen, wird die ursprüngliche Reinheit von der Quelle bis auf den Tisch des Verbrauchers garantiert. Darüber hinaus ist ein Quellen-Schutzprogramm in Vorbereitung. Insbesondere will man gegen die Überdüngung kämpfen. „Ausgerechnet in einer Region, in der eine Reihe von Mineralbrunnen sind, wird Gülle aus den Niederlanden verklappt, das muss aufhören“, hieß es. „Die Qualität des in der Regel aufbereiteten und über mehrere Kilometer transportierten Leitungswassers hingegen wird vom Versorgungsunternehmen nur bis zum Hausanschluss garantiert“, verdeutlichte Dr. Tack. „Was viele Verbraucher jedoch nicht wissen, ist, dass die Qualitätsverantwortung ab dem Hausanschluss bis zur Entnahme am Wasserhahn an den Hauseigentümer übergeht. Die weitverbreitete Aussage, dass Leitungswasser das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland sei, kann nicht der Wahrheit entsprechen, da eine Kontrolle in diesem Abschnitt überhaupt nicht stattfindet. Und gerade auf der sogenannten ‚last mile‘ lauern zahlreiche Risikofaktoren, wie etwa die Qualität und Sauberkeit von Hausleitungen, Wasserfiltern und Perlatoren sowie abgestandenes Wasser in den Leitungen und eine möglicherweise zu hohe Wassertemperatur“, so Dr. Tack.

Abgrenzung von Leitungs- und Mineralwasser

In der Diskussionsrunde mit Mechtild Heil wurde unter anderem die Meinung geäußert, man sollte Mineralwasser und Leitungswasser nicht gegeneinander ausspielen, dabei könne es nur Verlierer geben. Vielmehr gelte es, Mineralwasser von Leitungswasser abzugrenzen und als eigenständiges und gesundheitsförderndes Produkt darzustellen, hierzu ging ein Versammlungsteilnehmer auf einen Leserbrief von Dr. med. Peter Krapf, Leiter des ambulanten osteologischen Schwerpunktzentrums Trier, im Trierer Volksfreund ein, in dem dieser empfiehlt, mineralstoffreiches Mineralwasser dem Leitungswasser vorzuziehen „Gerade ein elektrolytreiches Mineralwasser vermag Mineralstoffdefizite in unserem Körper auszugleichen. Dies geschieht dazu noch kalorienfrei. Als Ernährungsmediziner der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass die DGE einräumt, dass geeignete Mineralwasser (mindestens 150 mg Kalzium pro Liter) beispielsweise bei Sportlern oder Osteoporose-Erkrankten zur Mineralstoffversorgung beitragen und ein eventuell vorhandenes Defizit ausgleichen. Leitungswasser in unserer Trierer Region, qualitativ unbestritten gut, enthält weniger als 40 mg/Liter und kann somit nur unzureichend helfen, den erforderlichen Tagesbedarf von 1000 Milligramm Kalzium zu decken, der gerade von älteren Frauen und Männern oft nicht erreicht wird.“

Ideen sind gefragt

Im Kreis der Brunnenbetreiber ist man sich aber auch bewusst, dass zum Thema „Transport“ hinsichtlich der anfallenden CO2-Footprints Ideen gefragt sind. Ergebnis des kurzen Gedankenaustausches mit Mechthild Heil, seit 2013 Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz und seit 2018 Vorsitzende des Ausschusses für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen des Deutschen Bundestages, war eindeutig- Mineralwasser ist absolut unbedenklich. Mechtild Heil, die zu Beginn ihres Besuchs um Argumente für die weitere Diskussion in Berlin gebeten hatte, konnte eine Reihe von Argumenten mitnehmen. Sie bedankte sich für die gewonnenen Erkenntnisse rund um das Naturprodukt Mineralwasser und sicherte den Mineralbrunnen ihre Unterstützung in Berlin zu und ist damit bislang die einzige Politikerin. Frauke Helf hatte vor Beginn der Versammlung gegenüber den Pressevertretern geäußert „Wir haben alle Politiker der Region angeschrieben, außer Lippenbekenntnissen uns gegenüber sind bisher keine öffentlichen Äußerungen, geschweige denn Taten gefolgt.“

Mechthild Heil ist bislang die einzige Politikerin, die den Mineralbrunnen ihre Unterstützung in Berlin fest zusagte.Foto: KG

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