Prunksitzung der Karnevalsfreunde Merzbach-Neukirchen
„MirSürschehan mitSorjenix amHoot,drömjeihtet usochimmerjoot“
Prinzenpaar Ralf II. und Heike I. (Thomm) ließ sich gebührend feiern – Viele heimische Kräfte waren im Foyer der Grundschule aktiv
Merzbach. In den Rheinbacher Höhenorten ist auch der Stimmungspegel höher als im „Flachland“.
Das zeigte sich einmal mehr bei der Prunksitzung der Karnevalsfreunde Merzbach-Neukirchen im wieder restlos ausverkauften Foyer der Grundschule. Unter dem Jubel der feierwütigen Narrenschar marschierten zunächst die Gastgeber mit allen Uniformierten in den Saal ein und ließen die knuffigen Minis ihren Gardetanz aufführen. Die „Pampers-Garde“ wird von Kerstin Schönenberg und Kerstin Brämm trainiert. Im ersten Teil des Abends fungierte Ehrenpräsident Peter Lanzrath als Sitzungsleiter, im zweiten Teil übernahm anschließend Präsident Jürgen Schöneweiß das Kommando.
Doch ohrenbetäubend wurde der Beifall gleich im Anschluss, denn das neue Merzbacher Prinzenpaar Ralf II. und Heike I. (Thomm) zeigte sich seinen Untertanen und ließ sich gebührend feiern. „Mir Sürsche han mit Sorje nix am Hoot, dröm jeiht et us och immer joot“, lautet ihr Motto, und mit dem Lied „Jedäuf mit 4711“ von den Klüngelköpp gaben sie gleich auch musikalisch Vollgas. Ihnen zu Ehren tanzte sowohl die kleine Garde, trainiert von Sarah und Kerstin Schönenberg sowie Bianca Jäckel, sowie die mittlere Garde und nicht zuletzt das Solomariechen der Karnevalsfreunde, Kira Rey.
Bröselmänner blickten zurück
Einer der Höhepunkte des Abends war gleich am Anfang der Auftritt der „Bröselmänner“. In unnachahmlicher Manier bereiteten Präsident Jürgen Schöneweiß und Jörg Mollmann die Geschehnisse des vergangenen Jahres aus Merzbach, Neukirchen und den verschiedenen Wohnplätzen auf. Da konnte sich so mancher im Saal wiedererkennen und wurde noch einmal an das eine oder andere unvergessliche Erlebnis erinnert. Der Showtanz der kleinen Garde bewies einmal mehr, dass man sich in den Höhenorten keine Sorge um den karnevalistischen Nachwuchs machen muss.
Ein echter Kracher war Auftritt von Volker Weininger als leicht angesäuselter „Sitzungspräsident“, der ein Kölsch nach dem anderen kippte, das ihm von „Oberkellner“ Jürgen Schöneweiß auf die Bühne gebracht wurde. In seiner Parodie nahm Weininger so manchen „echten“ bierseligen Sitzungspräsidenten aufs Korn, aber auch die Holländer, die Düsseldorfer und die Waldorf-Schüler bekamen ihr Fett weg. Natürlich wurde auch der neue US-Präsident Donald Trump liebevoll kommentiert, dessen Frisur zweimal im Jahr zum Tierarzt müsse. Weder die 72 muslimischen Jungfrauen noch die christliche Adventszeit wurden verschont, und wer bei seinem Vortrag keinen Durst bekam, dem war nicht mehr zu helfen. Er wurde nach einer frenetisch bejubelten Zugabe mit stehenden Ovationen verabschiedet.
Da hob die Decke förmlich ab
Im Anschluss zeigte die Nachwuchs-Musikgruppe „5 Jraad“, dass derzeit gemäß ihrem bekannten Lied „die janze Welt kopp stejt“. Rockige Stimmungsmusik moderner Prägung ist ihr Markenzeichen, und nicht nur Bassistin Katrin Schäfer ist ein Augenschmaus. Der Schautanz der mittleren Garde und der Gardetanz der „Sürsche Mädche“ leitete über zum Zwiegespräch der „Zwei Schlawiner“ (Werner Beyer und Walter Schweder), die einmal mehr ihrem Ruf als witzige Stimmungskanonen gerecht wurden. Auch die einheimischen „Mollypops“ um Thomas und Vera Spitz schwangen das Tanzbein, ebenso wie die Tennisabteilung des SV als jecke Cheerleader und das Herrenballett des NCR Blau-Gold Rheinbach. Nach dem sehenswerten Showtanz der „Sürsche Mädche“ ließ die Bigband „Brass un Spass“ noch einmal die Decke der Grundschule förmlich abheben.
JOST
