Allgemeine Berichte | 21.04.2018, 13:38 Uhr

Jugendliche und Erwachsene informierten sich in Sinzig

Missio-Truck: „Menschen auf der Flucht“

V.li.n.re.: Christoph Hof, Brigitte Doege, Melanie Deter, Manuela Vosen und Kaplan Thomas Hufschmidt kamen mit der Bevölkerung ins Gespräch und erklärten, was der Konsum an elektronischen Geräten mit dem Bürgerkrieg im Kongo zu tun hat. E.T. Müller
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Sinzig. Auf Einladung von Caritasverband Rhein-Mosel-Ahr e.V. – Geschäftsstelle Ahrweiler, Dekanat Remagen-Brohltal, HoT-Sinzig und Pfarreiengemeinschaft Sinzig machte der Missio-Truck Halt auf dem Kirchplatz vor dem Sinziger Rathaus. Erwachsene und Jugendliche, darunter auch eine Firmgruppe, Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 bis 10 von der Barbarossa-Schule – Realschule Plus sowie der Sozialkundekurs der Klasse 11 vom Rhein-Gymnasium informierten sich über die millionenfache Flucht, Vertreibung und Menschenrechtsverletzungen. Am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen im Ostkongo wurden sie im Truck durch die multimediale Ausstellung geführt. „Warum fliehen Menschen aus dem Kongo? Und was haben wir damit zu tun?“ Mit diesen beiden Fragen verdeutlichte Pastoralreferent Christoph Hof vom Dekanat Remagen-Brohltal die Thematik. Denn ohne das im Kongo gewonnene Metall Coltan wäre es stumm im Handynetz. Mit jedem Handykauf wird der Abbau von Coltan gefördert. Und dieses kostbare Metall ist ein Grund für den blutigen Bürgerkrieg im Kongo. Die beiden Referentinnen Melanie Deter und Manuela Vosen vom Missio-Truck führten die Jugendlichen in Zweiergruppen in den virtuellen Rundgang, wo in acht Flüchtlingsgeschichten Menschen von ihrer Flucht auf Bildschirmen berichten. Die Besucher schlüpfen in die Rolle von Christian, einem 28-jährigen Taxifahrer, und müssen an einem Display entscheiden, was sie bei Flucht mitnehmen würden – Pass, Zeugnisse, Wasser, ein Handy – und keine Nahrungsmittel, keine Bücher. In einer Multimediashow sehen und hören die Besucher Marcel, der in seiner Kirche steht, als plötzlich die Miliz das Dorf angreift. Auf einem Kleintransporter, der in den Missio-Truck eingebaut ist, erleben die Gäste eine Fahrt an brennenden Häusern vorbei. Der Fahrer, der auf dem Bildschirm im Führerhaus zu sehen ist, fährt durch den Dschungel. Die Besucher der Ausstellung „Menschen auf der Flucht“ lernen in der Rolle von Flüchtenden die Ausnahmesituation von Flucht kennen. Die Firmgruppe ist betroffen, wie Krieg und Gewalt einem die Heimat rauben können, das Leben auf den Kopf stellen und den Boden unter den Füßen wegziehen. Auch eine Gruppe von Flüchtlingen vom Flüchtlingscafé Sinzig erfuhr im Missio-Truck von verschiedenen Hilfen, die kirchliche Missio-Partner in den betroffenen Regionen leisten: Soforthilfe, Empowerment, Traumaarbeit und Eingliederung in die Gesellschaft. Weltweite Fluchtursachen, persönliche Fluchtgeschichten aus verschiedenen Ländern und die Situation Geflüchteter in Deutschland ergänzen die Ausstellung. Caritas-Mitarbeiterin Brigitte Doege, Ehrenamtskoordinatorin in der Flüchtlingshilfe im Kreis Ahrweiler, Kaplan Thomas Hufschmidt und Christoph Hof sind zufrieden mit der großen Resonanz. „Ich weiß, dass der Missio-Truck oft auf Schulhöfen steht. Aber hier auf dem Kirchplatz kommen wir auch mit vielen Passanten in Kontakt, die sich so wie die Schüler auf die Ausstellung einlassen. Die Präsentation ist sehr lebendig und weckt Verständnis für die aus ihren Ländern geflohenen Menschen“, so Brigitte Doege.

V.li.n.re.: Christoph Hof, Brigitte Doege, Melanie Deter, Manuela Vosen und Kaplan Thomas Hufschmidt kamen mit der Bevölkerung ins Gespräch und erklärten, was der Konsum an elektronischen Geräten mit dem Bürgerkrieg im Kongo zu tun hat. Foto: E.T. Müller

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