Das Martinus-Gymnasium feierte die offizielle Amtseinführung seines Schulleiters Thomas Schmacke
Mit Geduld und Humor will sich der Westfale zum Wohle der Schüler engagieren
Linz. Am Freitag hatte die Schüler des Martinus-Gymnasiums Linz (MGL) schon nach der dritten Stunde schulfrei. Abgesehen von der Cellistin Julia Brenner und der Pianistin Sarah Dommermuth, die zusammen mit den jungen Mitgliedern der Bigband und des Chors der Mittel- und Oberstufe die musikalische Gestaltung der Feierstunde anlässlich der offiziellen Amtseinführung ihres Schulleiters Thomas Schmacke übernommen hatten. Bereits im November des Vorjahres war dem 55-Jährigen dieses Amt übertragen worden. Damit hatte er die Vakanz beendet, die Ende der Sommerferien 2014 durch den Wechsel seines Vorgängers Axel Brott an die renommierte Deutschen Schule in Istanbul, ein privates mathematisch-naturwissenschaftliches Gymnasium, entstanden war. Zuvor hatte der Pädagoge an der IGS in Hamm als stellvertretender Schulleiter gearbeitet, an der ebenfalls der Posten des Leiters und der des Stellvertreters vakant gewesen war.
Begrüßt wurden die zahlreiche Gäste von dem stellvertretenden Schulleiter Lutz Hasbach, der während der über einjährigen Vakanz das MGL kommissarisch geleitet hatte. Namentlich willkommen hieß er neben Stefan Hammer, dem Referenten der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Landrat Rainer Kaul als Vertreter des Schulträgers und dem VG-Chef Hans Jürgen Fischer sowie Stadtbürgermeister Hans-Georg Faust stellvertretend für die zahlreichen Ex-Pädagogen des MGL Schmakes Vor-Vorgänger, Hans-Joachim Mohr und für die Leiter umliegender Schulen von Bad Hönningen bis Unkel Jürgen Dähler von der Linzer Realschule. Sein Willkommensgruß galt außerdem Pfarrer Christoph Schwaegermann und Gemeindereferentin Eva Dech sowie Ingrid Borgmann vom Schulelternbeirat, Christian Kauferstein vom Personalrat und Luisa Kappes, die wie Dähler später Grußworte an Schmacke richteten. Natürlich vergaß Lutz Hasbach auch nicht seine Kollegen und nicht zuletzt die Familie seines „neuen“ Chefs, Schmackes Ehefrau Corinna mit den beiden Söhnen Jan-Philipp und Tobias, die ebenfalls aus Neunkirchen/Seelscheid angereist waren.
Einjährige Bewährungszeit wurde mit Bravour absolviert
„Die Vielzahl der Ehemaligen, der Vertreter der Elternschaft und der Klassensprecher, zeugt von der großen Verbundenheit mit dem MGL“, so Rainer Kaul als Vertreter des Schulträgers. Diese Funktion habe der Kreis für 25 Schulen übernommen, darunter fünf Gymnasien. Nach der üblichen einjährigen Bewährungszeit, die Thomas Schmacke mit Bravour absolviert habe, würde der gebürtige Westfale die Leitung des MGL nun auch offiziell übernehmen. „Eine tolle, schöne Schule, offen und transparent, mitten im Geschehen, an der man alt werden kann“, spielte der Landrat indirekt auf die vorangegangenen „Interims-Lösungen“ an, bevor er sich den Herausforderungen des Gymnasiums zuwandte. Das hat hinsichtlich der Schülerzahlen nicht nur unter dem demagogischen Wandel zu leiden, sondern, am Rand des Landes gelegen, auch unter der Konkurrenz der nordrhein-westfälischen Gymnasien.
„Es tut mir leid, Sie aus dem sonnigen Süden wieder in das winterliche Linz zu holen“, begann Stefan Hammer von der Schulaufsicht Koblenz seine Rede, nachdem Julia Brenner Gabriel Koeppens „Spanischer Fantasie“ beendet hatte. Dank seiner langen pädagogischen Erfahrung und seines didaktischen Geschicks werde Thomas Schmacke das MGL, das in der Region eine hohe Akzeptanz genieße, mit Geduld und Humor neue Ziele anvisieren, war er sicher. „Ich habe ihm bereits am 11. November die Ernennungsurkunde von Ministerpräsidentin Malu Dreyer zum Oberstudiendirektor und Schulleiter überreicht“, war sich Stefan Hammer sicher, um anschließend den beruflichen Werdegang von Thomas Schmacke zu skizzierte.
Werdegang von Thomas Schmacke
Am 28. November 1961 in Aalen geboren, studierte dieser nach dem Abitur ab 1981 in Bonn Biologie und Geografie. Nach dem 1. Staatsexamen 1990 und dem 2. Staatsexamen 1992 in Siegburg arbeitete er zunächst 18 Monate in der Verwaltung des Ministerium für Forschung und Bildung. Anschließen war Thomas Schmacke in Euskirchen von 1994 bis 2001 im sozialpädagogischen Dienst aktiv, bevor er als Biologie- und Geografielehrer an der Ganztagshauptschule in Bielstein, einer „Berufsvorbereitende Schule für Technik“ tätig wurde, wo er den Lehrgang „Arbeitslehre - Technik“ absolvierte. „Nach dem Wechsel aus dem Oberbergischen in den Westerwald an die Integrierte Gesamtschule Hamm, die ihm bescheinigt, dass er etwa das Wahlpflichtfach ‚Wirtschaftslehre‘ praxisnah unterrichtet sowie AGs und Projekte der Schule durch die Mitwirkung seiner Schüler enorm bereichert, wurde Thomas Schmacke im September 2005 verbeamtet“, berichtete Stefan Hammer. Nach seiner Ernennung zum Oberstudienrat im Mai 2007 war er auch am Studienseminar in Altenkirchen als Berufsausbilder tätig, im Juni 2011 wurde er dann als didaktischer Koordinator zunächst kommissarisch zum stellvertretenden Schulleiter ernannt.
„Mit seinem weiten Erfahrungshorizont, seinen Führungsfähigkeiten und seinen Kenntnissen hinsichtlich der Berufsbildung wird Thomas Schmacke hier am MGL mehr als gewinnbringend aktiv sein“, sagte der Stefan Hammer voraus. Auch wenn er erst kurz am MGL sei, fühle er sich schon sehr wohl, hatte Thomas Schmacke am Tag der offenen Tür nur zwei Wochen nach seinem Amtsantritt im Vorjahr erklärt. Dass dies so geblieben ist, liegt nicht an den vielen lobenden Worten oder gar an der Tatsache, dass er in Linz vor 28 Jahren seine Jugendliebe Corinna geheiratet hat. „Ich durfte in meinem ersten Jahr freundliche, verständnisvolle Menschen mit konstruktiven Unterstützungsangeboten und einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein kennenlernen, was mir diese Eingewöhnungszeit sehr erleichtert hat“, dankte er nach dem, „Sister Act“-Medley des Chors seinen MGL-Kollegen. Er arbeite mit Pädagogen zusammen, denen er nicht nur Fleiß und Fachkompetenz bescheinigte, sondern auf die er sich in dienstlicher wie auch in persönlicher Hinsicht voll verlassen könne. Seit einem Jahr treffe er Entscheidungen, trage Verantwortung, stoße Prozesse zur Unterrichts- und Personalentwicklung mit an und begleite sie, sei Ansprechpartner für externe und interne Institutionen und Gremien. „Manchmal komme ich mir vor wie ein Reisender zwischen den Welten, die Wünsche, Ansprüche und Vorgaben haben, die ein Schulleiter erfüllen soll“, beschrieb er seine Situation. Der können man nur gerecht werden, wenn man sich Prioritäten setze. Die Erste ist für ihn: „pupil first“. Denn: „Ihre Kinder sind die Mensch , um deren professionelle Bildung und Erziehung es uns allen geht“, versicherte Thomas Schmacke den Eltern, bevor er auf Kommunikation und Transparenz einging, auf nachvollziehbare Entscheidungsprozesse, die von der Mehrheit getragen werden müssten. Nicht zu vergessen eben Geduld und Humor anstelle von Multitasking.
„Ich gehe gerne in die Schule, was eindeutig an den Menschen liege, die mich toll aufgenommen hätten“, so der Schulleiter, der in der Oberstufe Biologie unterrichtet. „Danke, dass ihr/Sie mir in ganz vielen unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Situationen, in der Zusammenarbeit mit der SV, das Gefühlt vermittelt, angekommen zu sein“, hob er hervor. Einfühlungsvermögen, Moderationsgeschick und Lösungsorientierung seien immer wieder vonnöten, um Schule in ihrer Bildungsqualität und Sozialkompetenz für Schüler weiter zu entwickeln. Um eben dies zu erreichen, komme er gerne in das MGL, würde gerne für diese Schule arbeiten. „Ich werde mich mit aller Kraft, mit Herz und Verstand für Euch einsetzen“, versprach er den Gymnasiasten. DL
Landrat Rainer Kaul gratulierte dem neuen Schulchef des MGL als erster zu seinem offiziellen Amtsantritt.
