Pfadfinderstamm „Antoine de Saint-Exupery“ in Rheinbach feierte sein 70-jähriges Bestehen
Mit Lagerfeuerromantik und Klampfenmusik wurde Pfadfinderatmosphäre geschaffen
Rund um den „Kallenturm“ als langjähriges Pfadfinderdomizil stellte sich die 65 Mitglieder starke Truppe innerhalb der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) vor
Rheinbach. In typischer Pfadfinderatmosphäre mit Lagerfeuer, Klampfenmusik und Stockbrot feierte der Pfadfinderstamm „Antoine de Saint-Exupery“ in Rheinbach jetzt sein 70-jähriges Bestehen. Rund um den „Kallenturm“ als langjähriges Pfadfinderdomizil stellte sich die 65 Mitglieder starke Truppe innerhalb der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG) vor und versuchte zugleich, junge Menschen ab sieben Jahren jeden Geschlechts und jeglicher Konfessionen für das ebenso spannende wie lehrreiche Hobby zu interessieren.
Schon 1951 war die Idee entstanden, in Rheinbach einen Pfadfinderstamm innerhalb der DPSG zu gründen. Ein Jahr später wurden die ersten Pfadfinderversprechen abgelegt und der Stamm unter dem Namen „Kreuzritter“ offiziell anerkannt. Initiatoren und erste Stammesleiter waren der damalige Volksschullehrer Rudolf Petermann sowie Klaus Flink. Beide waren von den Ideen Sir Robert Baden-Powells überzeugt, der bereits 1907 die amerikanische Boy-Scout Bewegung gegründet hatte. Dessen Leitsatz lautete: „Der wahre Weg, Glück zu erlangen, besteht darin, andere Menschen glücklich zu machen. Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“ Der Stamm wollte versuchen, dies ebenfalls in die Tat umzusetzen und wurde damit Bestandteil einer weltweiten Gemeinschaft engagierter junger Menschen, zu denen etwa 60 Millionen Kinder und Jugendliche in 216 Ländern weltweit zählen.
Seit 1969 dauerhaft im Kallenturm zu Hause
1969 erhielt der Stamm das Angebot der Stadt Rheinbach, den „Kallenturm“, einen der Volltürme der ehemaligen Rheinbacher Stadtbefestigung, als dauerhafte Unterkunft zu übernehmen. Daraufhin gründeten ehemalige Pfadfinder den eingetragenen Verein Georgsring als Förderverein und Rechtspersönlichkeit, um überhaupt einen Pachtvertrag eingehen zu können. Dieser wurde schließlich auf 99 Jahre abgeschlossen, seither sind die Georgspfadfinder in diesem vierstöckigen historischen Turm aus dem 13. Jahrhundert zu Hause. Ganz nach Art der Pfadfinder erfolgte die Renovierung und der Ausbau der teilweise baufälligen Strukturen 1970 in Eigenleistung, 2010 gab es zudem umfangreiche Restaurierungsarbeiten. Bei mehreren Führungen durch den Kallenturm wurde dessen Geschichte noch einmal lebendig und die heutige Nutzung als Vereinsdomizil erklärt.
1990 benannte sich der Pfadfinderstamm um in „Antoine de Saint-Exupery“, wie er noch heute heißt. „Bis heute lebt die Idee eines verantwortlichen Lebens miteinander, der Umwelt und der stetigen Suche nach dem richtigen Pfad weiter und verbindet junge Menschen zu einer engagierten Gemeinschaft in unserem Stamm“, bestätigt der Stammesvorsitzende Tobias Reuter. Heute zählt der Stamm 65 Mitglieder und wird von einem Dutzend Leitenden ehrenamtlich geführt. In wöchentlichen Gruppenstunden wird gespielt und gebastelt, hier können Kinder und Jugendliche sich bei der Gestaltung von Projekten einbringen und früh Verantwortung lernen. Besonders schöne Erinnerungen liefern die regelmäßigen Zeltlager ins In- und Ausland, mit abwechslungsreichen Programmen und einer guten Portion Abenteuer.
Kinder erlangten das Monsterjäger-Diplom
Das galt auch für die Jubiläumstag, denn auf dem nahegelegenen Kirchplatz war eine Jurte aufgebaut worden, in der den ganzen Tag über das Lagerfeuer flackerte, Stockbrot darüber gebraten und zur Gitarrenmusik gesungen wurde. Außerdem konnte die Kinder ein „Monsterjäger-Diplom“ erlangen, wenn sie versteckten Hinweise, kleine Rätsel und Geschicklichkeitsübungen erfolgreich bewältigt und den einen oder anderen „Yeti“ oder „Bigfoot“ dingfest gemacht hatten. Im Kaminzimmer lief derweil ein Film mit Kurzinterviews von ehemaligen und heutigen Mitgliedern, der einmal mehr verdeutlichte, was sich in den 70 Jahren seit der Gründung alles verändert hatte. Doch nach wie vor sei der Pfadfinderstamm wie eine große Familie, darin waren sich alle einig. Zumal vor allem die ehemaligen Stammesführer als Mitglieder des Georgsring dafür sorgen, dass es den Rheinbacher „Pfadis“ an nichts fehlt. So ließ Vorstandsmitglied Hannjörg Limbach durchblicken, dass die Teilnahme einer Gruppe aus Rheinbach am 25. World Scout Jamboree im kommenden Jahr in Korea vom Förderverein wieder finanziell unterstützt werde. JOST
