Mit Minetest die Zukunft von Höhr-Grenzhausen gebaut
Höhr-Grenzhausen. Wie könnte Höhr-Grenzhausen in der Zukunft aussehen?
Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Gruppe Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 14 Jahren bei einem besonderen Workshop im Jugend-, Kultur- und Bürgerzentrum „Zweite Heimat“.
Unter dem Titel „Baut eure Zukunftsstadt in Minetest – Eure Ideen für Höhr-Grenzhausen zählen“ entwickelten die jungen Teilnehmer ihre eigenen Vorstellungen von einer Stadt der Zukunft.
Das Projekt ist Teil des Modellvorhabens „Stadt.Idee.Wirkung“ der Stadt HöhrGrenzhausen in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeindeverwaltung. Das Vorhaben wird im Rahmen des Förderprogramms „Innenstadt-Impulse“ durch das Ministerium für Kommunen, Bauen, Wohnen und Kultur in Rheinland-Pfalz gefördert. Ziel ist es, die zukünftige Entwicklung der Innenstadt gemeinsam mit den Menschen vor Ort zu gestalten und neue Ideen für einen lebendigen, attraktiven und zukunftsfähigen Stadtraum zu entwickeln.
Ein wichtiger Bestandteil von „Stadt.Idee.Wirkung“ ist dabei die Beteiligung möglichst unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen. In vier Zukunftswerkstätten wurden bereits unter anderem die Themen Mobilität, Stadtbild und Leerstand, Kultur, Keramik und Tourismus sowie Bildung, Hochschule, Jugend und soziale Teilhabe aufgegriffen. Der Minetest-Workshop setzte genau hier an und gab Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen und Wünsche für die Zukunft ihrer Stadt einzubringen.
Erst kennenlernen, dann zwei Tage bauen
Sechs Jungen und ein Mädchen tauchten dabei in die digitale Welt von Minetest ein. Am Freitag ging es zunächst darum, das Spiel kennenzulernen, erste Schritte zu machen und sich mit den Möglichkeiten des gemeinsamen Bauens vertraut zu machen. Anschließend wurde zwei Tage lang intensiv geplant, gebaut und ausprobiert.
Dabei entstand schnell eine Atmosphäre, die durchaus an eine echte LAN-Party von früher erinnerte: Gemeinsam am Rechner sitzen, Ideen entwickeln, sich gegenseitig helfen, bauen, verändern und natürlich zwischendurch mit Pizza stärken. Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie würden junge Menschen ihr eigenes „HöhrGrenzhausen der Zukunft“ gestalten? Welche Gebäude und Einrichtungen braucht eine moderne Stadt? Wie bewegen sich Menschen künftig fort? Welche Orte sind wichtig und wie können sie miteinander verbunden werden?
Noch wird nicht zu viel über die Ergebnisse verraten. Eine Idee steht allerdings bereits fest: In der digitalen Zukunft von Höhr-Grenzhausen gibt es eine Metroverbindung zwischen zentralen Standorten. Welche weiteren Ideen die jungen Stadtplaner entwickelt und in ihrer digitalen Stadt umgesetzt haben, soll noch genauer ausgewertet und präsentiert werden.
Stadtentwicklung einmal anders
Gerade der spielerische Zugang macht den Workshop zu einem besonderen Bestandteil des Beteiligungsprozesses. Während bei den klassischen Zukunftswerkstätten Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen in Gesprächsrunden entwickeln und diskutieren, konnten die jungen Teilnehmenden ihre Vorstellungen direkt bauen und sichtbar machen.
Damit wird Stadtentwicklung für die jüngere Generation greifbar: Statt nur darüber zu sprechen, wie sich Höhr-Grenzhausen verändern könnte, konnten die Teilnehmenden ihre Ideen unmittelbar ausprobieren und gemeinsam weiterentwickeln.
Der Workshop war zugleich der Auftakt für eine mögliche Fortsetzung. Voraussichtlich im November soll ein weiterer Workshop stattfinden. Dann können sowohl die bisherigen Kids und Teens an ihren entwickelten Ideen weiterbauen als auch neue Kinder und Jugendliche dazukommen.
Denn die digitale Zukunftsstadt soll weiterwachsen – und genau das ist auch der Gedanke hinter „Stadt.Idee.Wirkung“: Viele unterschiedliche Perspektiven sollen zusammenkommen, Ideen sollen ausprobiert und daraus konkrete Impulse für die Zukunft der Stadt entwickelt werden.
So wird aus einem Computerspiel ein ungewöhnliches Beteiligungsformat – und aus den Ideen von Kindern und Jugendlichen vielleicht der eine oder andere Impuls für das Höhr-Grenzhausen von morgen.
Weitere Informationen zum Modellvorhaben „Stadt.Idee.Wirkung“ gibt es unter www.stadt-idee-wirkung.de sowie zum Jugend-, Kultur- und Bürgerzentrum „Zweite Heimat“ unter www.juz-zweiteheimat.de.
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Foto: Marten Duck