8500 Radsportler traten bei der 15. Ausgabe von Rad am Ring in die Pedale
Mit Mountainbike und Rennrad durch die „Grüne Hölle“
Nürburg. Wenn man einen Motorsportler nach der wohl legendärsten Rennstrecke der Welt fragt, kann seine Antwort nur lauten: der Nürburgring. Mit einer Länge von über 20 Kilometern lockt besonders die Nordschleife seit ihrer Eröffnung im Jahre 1927
unzählige von Motorsportbegeisterte in die Region am Fuße der Nürburg. Jackie Stewart gab der wohl anspruchsvollsten und gefährlichsten Rennstrecke der Welt ihren Spitznamen „Die grüne Hölle“. Aber nicht nur für den Motorsport hat das sich mit über 87 Kurven und einem Höhenunterschied von mehr als 500 Metern je Runde durch die Eifelwälder ziehende Asphaltband Kultstatus erlangt.
Fast ebenso begeistert das Charisma dieser Strecke auch die Radsportler, die bei dem seit 2003 ausgetragenen Radevent „Rad am Ring“ ihre Kräfte messen. Auch in diesem Jahr stellten sich rund 8.500 Teilnehmer der Herausforderung auf den unterschiedlichsten Streckenvarianten und traten bei zum Teil optimaler Radsportwitterung kräftig in die Pedale. Bereits am Freitagabend eröffnete ein Zeitfahren von 22 Kilometern die 15. Ausgabe von Rad am Ring. Insgesamt wurden dabei 144 Fahrerinnen und Fahrer von Fritz Langenhorst, Vorsitzender des Sportkreises Ahrweiler, in den unterschiedlichster Alters- und Leistungsklassen auf die Strecke geschickt. Bei den Männern gewann Team-Vorarlberg-Fahrer Manuel Bosch mit einer Rundenzeit von 32,44 Minuten, Zweiter wurde Lukas Meiler in 33,18 Minuten und Dritter Patrick Jäger in 34,14 Minuten, womit die gesamten Podiumsplatzierungen von Fahrern des Teams Vorarlberg belegt wurden.
Bei den Frauen siegte mit einer Zeit von 39,58 Minuten Bianca Lust und verwies damit ihre Teamkollegin Lisa Brömmel (40,34) vom Team d.velop Cycle Café Ladies auf den zweiten Rang. Die Profi-Triathletin und zweifache Ironman-Siegerin Astrid Stienen komplettierte mit einer Zeit von 41,16 Minuten als Dritte das Podium.
Drei neue Disziplinen feierten erfolgreiche Premiere
Am Samstagvormittag standen dann mit dem Mountainbike-Marathon mit Streckenlängen von 25, 50 oder 75 Kilometern, dem Kids Race und der Freestyle Competition drei neue Disziplinen auf dem Programm von Rad am Ring. Nachdem ab 12 Uhr das Startfeld der beliebten Jedermann-Rennen über 25, 75 und 150 Kilometer die Nordschleife unter die Räder genommen hatte, näherte man sich mit dem Start des 24-Stunden-Rennens kurz vor halb eins dem Highlight der Veranstaltung. Das 24-Stunden-Langstreckenevent für Rennrad und Mountainbike bildet das Herzstück von Rad am Ring. Knapp 5.100 Teilnehmer stellten sich dieser Herausforderung. Während es für die Straßenradfahrer hieß, die 25 Kilometer auf der Nordschleife mit Teilen des Grand-Prix-Kurses so oft wie möglich in den 24 Stunden zu umrunden, war die Strecke der 24-Stunden-Mountainbiker mit rund acht Kilometern zwar etwas kürzer als die der Rennradfahrer, aber auch nicht weniger anspruchsvoll. Sie führte nach einem kurzen Abstecher über die Grand-Prix-Strecke hoch zur historischen Nürburg und teilweise über Single Trails wieder zurück zur Rennstrecke.
Profi-Rennen mit internationaler Besetzung
Der Sonntag war dann geprägt vom Zieleinlauf der 24-Stunden-Akteure, bevor gegen 13 Uhr das Feld der Profifahrer zum zweiten Rudi Altig Race startete. Obwohl sich das Profi-Rennen am Ring mit drei weiteren UCI-Veranstaltungen terminlich überschnitt, hatte sich dennoch ein starkes Starterfeld am Ring versammelt. Neben insgesamt 13 Continental Teams und drei Pro Continental Teams startete Willi Altig, Bruder des 2016 verstorbenen Namensgebers und ehemaligen Radprofis Rudi Altig, auf die 140 Kilometer lange Renndistanz. Mehr als 3.000 Höhenmeter mussten dabei die Profis bei ihren fünf Runden Gesamtstrecke und weiteren abschließenden fünf Runden Grand-Prix-Kurs überwinden. Am Ende setzte sich bei der letzten Bergwertung vor der Hohen Acht eine Gruppe von vier Fahrern ab, aus der sich auf der letzten Runde des Grand-Prix-Kurses der Niederländer Huub Duijn vom Team Veranda’s Willems-Crelan löste und den Sieg vor seinem Teamkollegen Wout van Aert aus Belgien einfuhr. Das Podium komplettierte auf Rang drei Dimitri Peyskens, ebenfalls aus Belgien. Auch wenn die deutschen Fahrer mit 46 Akteuren das größte Fahrerkontingent im Feld der 115 Teilnehmer stellten, belegte keiner einen Platz unter den ersten zehn. Als bester Deutscher belegte Theo Reinhardt den elften Platz.
Beim 24-Stunden-Rennen setzte sich bei den Einzelfahrern Ralph Schwörer mit 26 Runden durch. Bei den Frauen gewann Marion Wittler mit 21 Runden. Im Zweier-Team siegte bei den Frauen das Team „Bergbeisser Rennrad 2“ mit 24 Runden, bei den Männern das Team „Milc ct“ mit 30 Runden. Die Mannschaften Bike Market 1 und AVIA Racing 1 drehten in der Wertung der Vierer- beziehungsweise Achter-Teams Männer die meisten Runden (33 und 31). Ihre Pendants bei den Frauen: d.velop Cycle Café Ladies 2 (27 Runden) und AVIA Racing 3 (22 Runden).
In der 24-Stunden-Mountainbike-Wertung gewann mit 51 Runden Nico Mausch die Einzelwertung der Herren. Die Damenwertung entschied Christin Becker mit 29 Runden für sich. Bei den Zweier-Teams Herren erradelten sich das Team Firebike-Droessiger-Muttis tolle Burschen (63 Runden) und bei den Damen X-Sport Kastellaun MTB-Ladies (36 Runden) den Sieg.
Im Vierer-Team schaffte bei den Herren Nicolai Bikebauer-NBB die meisten Runden (68) und Dextro Energy Burn Babies bei den Damen (52). Die Achter-Teamwertung entschied bei den Herren Team NRT Protective mit 70 Runden für sich. Die beste Achter-Damenmannschaft war Rockhopperz mit 53 Runden.
Chef-Organisator Hanns-Martin Fraas zeigte sich nach der Veranstaltung zufrieden: „Es ist toll zu sehen, wie die verschiedenen Disziplinen ineinandergreifen und sich ergänzen. Es war eine Herausforderung, aber wir sind unserem Ziel, Radsport in all seinen Facetten zu bieten, wieder ein Stück näher gekommen.“
BURG
Auch in der Nacht stiegen die Athleten weiter kräftig in die Pedale. Foto: PeBuMedia / Peter Burggraf
