Integrative Waldorfkindertagesstätte Sonnentor in Heimerzheim
Mit Osterbasar und Stockbrotbacken präsentierten sich die Sonnentorkinder
Beim Tag der offenen Tür durften die Eltern der zukünftigen Kinder schon ein bisschen Kindergartenluft schnuppern
Grafschaft. Einem brummenden Bienenschwarm glich die Integrative Waldorfkindertagesstätte „Sonnentor“ in Heimerzheim bei ihrem Tag der offenen Tür, der mit einem kleinen Osterbasar verbunden war. Derzeit besuchen 30 Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren den Kindergarten, sie sind auf zwei Gruppen mit jeweils 15 Kindern aufgeteilt. Sechs Mitarbeiter unter der Leitung von Fariba Aslangir betreuen die Rasselbande, unter ihnen zehn Kinder mit besonderem Förderbedarf.
Zum Team gehören auch noch eine Physiotherapeutin, eine Logopädin und eine Eurythmistin, die von Fall zu Fall als externe Praxis und auf Rezept die Kinder mit Förderbedarf behandeln. Die Besonderheit des „Sonnentors“ liege in dem Bemühen, Kinder mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen zusammenzuführen und in ihrer Gruppe zu integrieren. „Es gilt, ihre sozialen Fähigkeiten zu entwickeln“, so die Leiterin.
Ein eingetragener Verein ist der Träger
Entstanden ist die integrative Kindertagesstätte 1990 auf Initiative von Lehrern und Eltern der Bonner Johannesschule. Getragen wird der Kindergarten von einem eingetragenen Verein, dem die Eltern der Kinder angehören. Ab dem kommenden Kindergartenjahr möchte man auch U3-Kinder ab zwei Jahren aufnehmen, doch dafür müssen noch die entsprechenden Räume geschaffen werden. Dabei werden allerdings auch nur Sponsoren gesucht, und entsprechende Beschlüsse des Swisttaler Gemeinderates sowie des Kreisjugendamtes seien ebenfalls noch erforderlich. „Wir sind jedenfalls bereit, eine Gruppe mehr zu betreuen“, machte Aslangir klar. Dafür müsse man das Obergeschoss komplett ausbauen, um neue Räume zu gewinnen. Beim Tag der offenen Tür stellte sich der Kindergarten interessierten Eltern von Kindern vor, die im kommenden Jahr die Einrichtung besuchen wollen. Aufgenommen werden allerdings nur noch Kinder mit Förderbedarf, so Aslangir. Vor allem auf dem Außengelände herrschte reges Treiben, denn Mütter, Väter und Kinder vergnügten sich bei allerlei Spielmöglichkeiten oder beim Stockbrotbacken am kleinen Lagerfeuer. Für den Osterbasar hatten die Kinder hübsche Dekorationen aus Naturmaterialien selbst gebastelt, zum Teil auch mithilfe der Eltern, die bei den Bastelelternabenden gerne mit Hand anlegten. Aus Ton, Moos, Tannenzapfen und Nussschalen hatten sie österliche Dekorationselemente hergestellt, die reißenden Absatz fanden. Gleich mehrfach wurde ein jahreszeitgemäßes Puppenspiel aufgeführt, das die Verwandlungszeit in der Natur von April bis Mai am Beispiel der Raupe, die zu Schmetterling wird, thematisierte.
Auf das kindliche Spiel wird Wert gelegt
Ohnehin lege man in der Waldorfkindertagesstätte Wert auf das kindliche Spiel, denn das Spiel sei die „Arbeit“ des kleinen Kindes. Ausgedehnte Erfahrungen im täglichen, fantasievollen Spiel drinnen und draußen mit Naturmaterialien führten zu einer intensiven geistigen Auseinandersetzung und bedeuteten für das Kind aktives und dynamisches Lernen. „Das Spiel im Garten und besonders im Wald mit seinen vielseitigen Bewegungsmöglichkeiten fördert zusätzlich die Sinne und die geistige, körperliche und seelische Entwicklung“, erläutert Aslangir. Kinder brauchten Gemeinschaften, in denen sie möglichst viele soziale Lebensregeln lernen und sich an ihnen orientieren könnten. Im Waldorfkindergarten lernten die Kinder einen strukturgebenden Tages- und Wochenrhythmus kennen. Dabei könnten sie sich immer wieder am Tun der Erwachsenen orientieren und dabei lernen, Verantwortung zu übernehmen und den entstehenden eigenen Gestaltungsformen zu nutzen.
JOST
