Allgemeine Berichte | 25.01.2017

Abschied an der Gemeinschaftshauptschule Rheinbach

Mit Rektorin Christine Rösner geht eine Institution von einer Institution

Nach 37 Jahren sagte die Schulleiterin „Auf Wiedersehen“ – Herausforderung der Schulauflösung mit Haltung getragen

Der Schülerchor der Klassen neun und zehn hatte für Rektorin Christine Rösner einige Abschiedslieder einstudiert.JOST

Rheinbach. „Mit Ihnen geht eine Institution von einer Institution“, so beschrieb der Erste Beigeordneter Dr. Rafael Knauber die Bedeutung des Abschieds von Schulleiterin Christine Rösner an der Gemeinschaftshauptschule Rheinbach. Nach 40 Jahren im Schuldienst und 37 Jahren an der Rheinbacher Hauptschule sagte die Rektorin in der Cafeteria der im nächsten Schuljahr auslaufenden Hauptschule „Auf Wiedersehen!“ Mit dabei waren unter anderem die Schulleiter aller Rheinbacher weiterführenden Schulen sowie ihre beiden direkten Vorgänger Adolf Füllenbach und Bernd Beißel sowie Vizelandrätin Silke Josten-Schneider und Schulamtsdirektor Frank Rosbund.

Dieser lobte zunächst die gesamte Bildungslandschaft in Rheinbach, denn sie sei vor allem in den MINT- Fächern führend. Dass der Kreis demnächst eine MINT-Koordinationsstelle einrichte, um diese Ausrichtung auch kreisweit umzusetzen, sei vor allem ein Verdienst der Rheinbacher Hauptschule, die in dieser Hinsicht eine Vorreiterrolle eingenommen haben. Hier gebe es nicht nur eine hohe Integrationskraft und eine bemerkenswerte Willkommenskultur, sondern auch alle Abschlüsse bis auf das Abitur.

Den Schülern Orientierung geben, war das Ziel

„Schulleitung und Kollegium sahen es immer als oberstes Ziel an, den Schülern Orientierung zu geben und ihnen beim Übergang von der Schule in den Beruf nach Kräften beizustehen“, lobte er die in Auflösung befindliche Schulform. Nach der Entscheidung für eine Gesamtschule wird sowohl die Gemeinschaftshauptschule wie auch die Tomburg-Realschule bekanntlich mit Ende des kommenden Schuljahres aufgelöst. Deshalb sei es umso lobenswerter, wie Rösner den Auflösungsprozess der Hauptschule begleitet und organisiert habe, denn das sei ihr mit Sicherheit nicht leichtgefallen.

„Gerade die letzten Jahre waren in vielen Bereichen eine Zumutung für Sie als Schulleiterin“, wusste auch Knauber, der namens der Stadt Rheinbach als Schulträger Rösner noch einmal für ihre unschätzbare Arbeit dankte. „Sie haben aber auch diese Herausforderung stets mit Haltung getragen“, wusste er, dass sie mit ihrem Beruf einer Berufung gefolgt war. Die Zukunft der Kinder seien ihr immer das Wichtigste gewesen, sie habe sich stets für deren Belange eingesetzt und dafür gesorgt, dass keiner durch das Gitter gefallen sei. Knauber wusste aber auch: „Hier wird vom ganzen Kollegium eine ganz tolle Arbeit geleistet.“ Das erkenne man auch an den bemerkenswerten Auftritten des Schülerchores, der beiden Klavier-Solistin Paulina Wolf und Madelaine Christian sowie von Schlagzeuger Daniel Büser während der Abschiedsfeier. „Daran sieht man, dass hier auch die kulturelle Bildung nicht zu kurz kommt, mir ist um den Nachwuchs aus dieser Schule nicht bange.“

„I did, what i could do“

Christine Rösner selbst machte deutlich, dass es ihr schwerfalle, zu gehen. Und das ausgerechnet an dem Tag, an dem auch US-Präsident Barack Obama das Amt an seinen Nachfolger Donald Trump übergeben habe. In Anlehnung an Obamas Zusammenfassung seiner Amtszeit: „Yes, we did“, könne sie von sich behaupten: „I did, what i could do.“ Die Hauptschule gehe leider ihrem Ende entgegen, und auch die noch vorhandenen Lehrer stünden vor einer ungewissen Zukunft. „Dennoch fällt mir nach 37 Jahren an der Hauptschule Rheinbach der Abschied schwer“, gab sie zu.

Sie habe sich immer mit der Hauptschule identifiziert und sei deshalb umso trauriger, dass diese Schulform nun in Rheinbach auslaufen. Ein Trost sei es immerhin, dass sie in der Stadt immer wieder Schüler treffe, die ihren Weg gegangen und erfolgreich seien. Zu gerne erinnere sie sich zurück an den 2. August 1980, als sie von ihrer ersten Stelle an der Hauptschule Troisdorf an die Hauptschule Rheinbach wechselte: „Von der Hölle ins Paradies“, so beschrieb sie in Kurzform die Veränderung. In Troisdorf habe es praktisch keine Teamarbeit gegeben, und sie haben sich ziemlich allein gelassen gefühlt. Die positive Atmosphäre schon an ihrem ersten Arbeitstag in Rheinbach sei zukunftsweisend für ihre ganze Karriere geworden. „Ich hatte hier 37 wunderbare Jahre, an dem ich jeden Tag gerne zur Schule gegangen bin“, schloss sie ihre Begrüßungsrede.

JOST

Mit Rektorin Christine Rösner geht eine Institution von einer Institution

Mit Rektorin Christine Rösner geht eine Institution von einer Institution

Der Schülerchor der Klassen neun und zehn hatte für Rektorin Christine Rösner einige Abschiedslieder einstudiert.Fotos: JOST

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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