Galasitzung in ausverkaufter Stadthalle in Ransbach-Baumbach mit vielen Highlights
Mit Wackelkontakt und ganz viel Passion – so feiert Blau-Gold Karneval
Ransbach-Baumbach. Wenn der Kräutscheskönig sich plötzlich mit Lampenschirm auf dem Kopf im Kreis dreht, eine Saxophonistin inmitten des Publikums den Saal zum Beben bringt und rund 30 Tänzerinnen im Auftrag von Amor zum Grande Finale ganz viel Liebe versprühen, dann feiern die Karnevalsfreunde Blau-Gold ihre alljährliche Galasitzung. Kein Platz im großen Saal der Stadthalle Ransbach-Baumbach war am 1. März mehr frei, als Elferrat, Kwätschegarde, Funken und Musikverein um 19.11 Uhr die Bühne betraten und das Programm feierlich eröffneten. Es war die zweite und letzte Sitzung des Vereins, eine Woche zuvor haben die Karnevalsfreunde die Fastnachtszeit mit einer Warm-up-Party eingeläutet.
Die diesjährige Tollität, Kräutscheskönig Christoph III. machte es besonders spannend: Mit einigen Minuten Verspätung betrat der selbsternannte blau-goldene Reiter mit seinem Gefolge die Bühne. Die Uhren des närrischen Oberhauptes scheinen etwas langsamer zu ticken. Schon bei der Warm-up-Party musste das Publikum eine Stunde auf seine Majestät warten. Vergessen war die Wartezeit aber, als Christoph III. sich einen breiten Lampenschirm auf den Kopf setzte und zum aktuellen Partyhit „Wackelkontakt“ vom bayerischen Sänge „Oimara“ performte. Beim Refrain „Wär‘ ich ein Möbelstück, dann wär‘ ich eine Lampe aus den Siebzigern“ zeigte sich auch das Publikum textsicher. Die Stimmung war ausgelassen, auch während seiner kurzen Rede gab es Applaus. Zum Abschluss sorgte ein besonderer Dank an seine Tochter für rührselige Stimmung im Saal.
Gefühlvoll wurde es auch, als sich der Saal in ein Lichtermeer aus hunderten Handytaschenlampen verwandelte. Es waren Genesungswünsche der besonderen Art an Susanne Hein, die „Boomer Frau“. Die Rednerin konnte krankheitsbedingt an diesem Abend nicht auftreten. Närrische Wortbeiträge gab es trotzdem: Uli Schlemmer, alias Jäger aus dem Westerwald, Dietmar Kessler als schönste Hundertjährige aus Ransbach-Baumbach und Rudolf Schwaderlapp als Till Eulenspiegel entlockten den Zuschauern so einige Lacher. Letzter kündigte an diesem Abend seinen Abschied an. Im nächsten Jahr stehe ein anderer Till auf der Bühne – vielleicht sogar eine Tillda, denn ohne Susanne Hein waren Frauen waren in der Raasbisch-Boomischen Bütt rar gesät. Umso mehr weibliche Energie präsentierten die Show- und Gardetänze. Juniorgarde und Funken schienen die Schwerkraft überwunden zu haben und ließen die Beine hoch in die Luft fliegen. Die Showtänze entführten das Publikum in die verschiedensten Welten. Die Minis verwandelten den Saal ins Schlumpfenland, die Showtanzgruppe „Euphorie“ nahm die Zuschauer mit zu Morpheus, dem Gott der Träume. Mit ihren leuchtenden Besen verzauberte das Männerballett samt Kräutscheskönig als blau-goldene Hexen die Bühne. Bis sich die Wikingerinnen der Showtanzgruppe Blau-Gold die Bühne zurückeroberten. Für das große Finale sorgten die rot-kostümierten Tänzerinnen von Passion, die „im Auftrag von Männer“ die Stadthalle mit einer ordentlichen Portion Liebe erfüllten. Insgesamt 300 Aktive sorgten an diesem Abend dafür, dass Karneval in Ransbach-Baumbach mal wieder zu einer blau-goldenen Sensation wurde.
Die Blasmusikband Schängel Brass aus Koblenz feierte auf der Galasitzung ihren Sessionsabschluss.
Dietmar Kessler war die schönste Hundertjährige aus Ransbach-Baumbach und entlockte den Zuschauern so manchen Lacher.
Die Minis entführten das Publikum ins Schlumpfenland.
