Konzert der Jungen Philharmonie Köln in der Linzer Stadthalle
Mit Walzerklängen und Ouvertüren das neue Jahr begrüßt
Linz. Nach den Erfolgen in den vergangenen Jahren war am Nachmittag des Neujahrstags erneut die Junge Philharmonie Köln unter Leitung von Volker Hartung in der bis auf den letzten Platz besetzten Linzer Stadthalle gern gesehener und vor allem gehörter Gast, um in der Bunten Stadt am Rhein auch das Jahr 2017 wieder mit einem musikalischen Feuerwerk willkommen zu heißen. „Es ist eine herrliche Tradition, mit einem bunten Strauß klassischer Melodien in das neue Jahr zu starten, die uns wieder von den jungen Kölner Virtuosen präsentiert werden und die uns damit erneut einen Gruß im Zeichen der Hoffnung, der Freundschaft und des Friedens vermitteln“, freute sich der Beigeordnete Karl-Heinz Wölbert, der Stadtbürgermeister Hans Georg Faust vertrat, der in der bretonischen Partnerstadt Pornic den Jahreswechsel verbrachte. Begrüßen konnte Wölbert zunächst neben etlichen Ratsmitglieder Verbandsbürgermeister Hans-Günter Fischer und in seinem letzten Amtsjahr auch Landrat Rainer Kaul, um dann kurz auf das vergangene Jahr zurückzublicken.
In dessen Verlauf habe man sich immer wieder fragen müssen, inwieweit digitale Informationen überhaupt noch die Wirklichkeit widerspiegelten. Die Wahrheit einer Aussage weiche hinter dem Effekt zurück, niedrige Gefühle ansprechende Behauptungen übertrumpften belegbare Fakten, monierte er. „Bilden wir eine Phalanx gegen die menschenverachtende Hetze der Populisten. Der heutige Abend bietet Ihnen die Möglichkeit, dafür Kraft zu tanken“, versprach Karl-Heinz Wölbert den Zuhörern, von denen die jungen Musiker ebenso begeistert empfangen wurden wie Volker Hartung, der das Ensemble bereits seit 1986 als Chefdirigent leitet.
Musikalische Reise von Europa über den Großen Teich
„Wir freuen uns, wieder in einem der schönsten und am besten klingenden Konzertsäle entlang des Rheins spielen zu dürfen“, witzelte der gebürtige Kölner, bevor das Neujahrskonzert mit der nicht ganz zehnminütigen Ouvertüre „Karneval“ von Antonin Dvorak eröffnet wurde. Weiter ging es mit der Schnellpolka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß, die noch unter dem Titel „Sternschnuppe“ angekündigt worden war, bevor sie am 16. Februar 1868 in Wien uraufgeführt wurde. „Wegen des unmissverständlichem Grummelns der Celli und der Donner- und Blitzeinschläge von Trommel und Becken drängte sich wohl der dann endgültig gewählte Titel auf“, so Hartung.
Dann widmete er sich der „Fantaisie brillante sur ‚Carmen‘“, mit der François Borne, der Flötist am Grand Théâtre de Bordeaux und Professor für Flöte am Konservatorium von Toulouse war, seinen Kollegen größte Schwierigkeiten bereitet hat. „Nicht so unserem Solisten Diego Garcia-Conde“, prophezeite der Dirigent, bevor der jungen Spanier mit den Querflöten-„Arien“ der Titelheldin bis hin zu Carmens „L’amour est un oiseau rebelle“ brillierte. Mit Leroy Andersons Lied „Sleigh Ride“ ging es für die jungen Philharmoniker über den Großen Teich. „Diese ‚Schlittenfahrt‘ gehört zu einer amerikanischen Weihnachtsfeier neben einem braun gebratenen Turkey dazu wie ‚Es ist ein Ros‘ entsprungen‘ in Deutschland“, berichtete Volker Hartung, der diese Bräuche während seines Studiums an der Juilliard School in New York und am California Institute of the Arts in Los Angeles kennengelernt hatte.
Walzer- und Polkaklänge begeisterten das Publikum
Mit Gioacchino Rossinis Ouvertüre zu „La Cenerentola“ und der „Champagner-Polka“ des Wiener Walzerkönigs eröffneten die Musiker dann den zweiten Teil des Neujahrskonzerts, nachdem sie zuvor die Zuhörer mit Strauß junior an die „Schöne blaue Donau“ geschickt hatten. Sogar an den „Schwanensee“ entführten sie ihr begeistertes Publikum mit dem Walzer aus dem Ballett. Weiter ging es beim Neujahrskonzert mit Dvoraks „Mazurek“ für Violine und Orchester, bei der der junge russische Geiger Artem Kononow als Solist die Linzer Konzertbesucher zu frenetischem Beifall veranlasste. Es folgte die „Serenata“ von Leroy Anderson, bevor sich die Musiker wie schon vor einigen Jahren mit dem „Kaiserwalzer“ verabschiedeten, mit dem das Neujahrskonzert der Bunten Stadt am Rhein erneut einen krönenden Abschluss fand.
DL
