Allgemeine Berichte | 30.07.2021

Pfadfinderstamm Andernach verteilt Eintopf in Ahrweiler

Mit dem Bollerwagen durchs Krisengebiet

Im Pfadfinderstamm der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) in Andernach packen alle mit an, um Anwohnern und Helfern in Ahrweiler täglich eine warme Mahlzeit zu beschaffen.Foto: privat

Andernach/Ahrweiler.In den von Hochwasser betroffenen Regionen helfen kann jeder und jede - selbst Kinder. Im Pfadfinderstamm der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) in Andernach packen alle mit an, um Anwohnern und Helfern in Ahrweiler täglich eine warme Mahlzeit zu beschaffen. Die älteren Pfadfinder gehörten zu den ersten, die durch die verstopften Straßen zogen. „Obwohl wir nur zu Fuß unterwegs waren, fiel es uns am ersten Tag sehr schwer, durch die Straßen voller Schlamm und Sperrmüll zu kommen“, berichtet Stammesvorsitzende Luzi Striethold. „Wir mussten mit unserem Bollerwagen voller Essen durch den Schlamm und das Wasser waten und immer wieder Einsatzfahrzeugen ausweichen“. Zum Glück habe sich die Lage in den vergangenen Tagen gebessert, die Räumungsarbeiten seien vorangekommen, erzählt sie.

Der Eintopf oder das Chili müssen nicht nur verteilt, sondern auch gekocht werden. Dafür haben die Pfadfinderinnen und Pfadfinder Suppenwärmer und große Töpfe organisiert. In ihrem Pfadfinderheim in Andernach bereiten sie das Essen mit den Kindern zusammen vor. „Nach Ahrweiler gehen die Jüngeren natürlich nicht mit“, sagt Striethold. Denn es sei immer noch erschütternd, das Ausmaß der Überschwemmung zu sehen. „Doch selbst vor Ort kann ich kaum nachempfinden, wie es sein muss, dort zu wohnen und alles verloren zu haben“, erzählt sie. Deshalb sei es auch so wichtig, mit anzupacken und die Menschen dort nicht allein zu lassen. Striethold unterstreicht, wie wichtig eine gute Koordination der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist. Eine konkrete Anlaufstelle zu haben, sei hilfreich. „Dann weiß man, welche Aufgaben anstehen und welche Ausrüstung man dafür braucht.“ Wer auf eigene Faust in das Katastrophengebiet hinein fahre, könne sich nicht so gut vorbereiten und stehe im schlimmsten Fall sogar im Weg, wie einige Schaulustige. „Es ist schwer, zu unterscheiden, wer Helfer ist, wer Anwohner und wer nur zum Gaffen kommt“, berichtet Striethold. Besonders Kleinigkeiten gehen den Pfadfinderinnen und Pfadfindern bei ihrem Einsatz nahe: „Als wir von unseren Bollerwagen den Schlamm von den Reifen entfernt haben, haben wir Lego-Teile gefunden. Da wurde mir klar - die gehörten mal einem kleinen Kind, das jetzt seine ganzen Spielsachen verloren hat. Das hat mich sehr bewegt“, sagt Striethold.

Hilfsmöglichkeiten und Hilfsangebote finden sich auf: www.dasein.bistum-trier.de/handeln/hochwasser/.

Im Pfadfinderstamm der DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg) in Andernach packen alle mit an, um Anwohnern und Helfern in Ahrweiler täglich eine warme Mahlzeit zu beschaffen.Foto: privat

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