Allgemeine Berichte | 09.10.2025

Mit dem Heißluftballon in die Freiheit

Museumsleiterin Heike Hollunder mit Referent Günter Wetzel in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker.  Foto: privat

Ahrweiler. Wie spektakulär Geschichte sein kann, erlebten rund 90 Besucherinnen und Besucher am 26. September in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker. An diesem Freitagabend berichtete nämlich Günter Wetzel von seiner legendären Flucht aus der DDR – eine wahre Begebenheit, die der Kinofilm Ballon vor sieben Jahren auf die Leinwand brachte. Mitreißend schilderte Wetzel, wie er 1979 in nur fünf Wochen den wohl ungewöhnlichsten Fluchtplan des Kalten Krieges umsetzte: Aus 18 Meter langen Stoffbahnen entstand eine Ballonhülle, deren Volumen über 4.000 Kubikmeter fasste. „Den größten Teil der Zeit habe ich mit Nähen verbracht“, erzählte Wetzel. Das nötige Wissen eignete er sich heimlich in Bibliotheken an – die ausgeliehenen Bücher fanden sich später sogar in seiner Stasi-Akte.

Am 16.09.1979 hob der Ballon schließlich ab: vier Erwachsene, vier Kinder, ein Flug durch die Nacht ins Ungewisse. Nach einem Feuer im Korb endet die Fahrt nur 28 Minuten nach dem Start. Minuten voller Angst, bis die Gruppe auf westdeutsche Polizisten trifft: „Sind wir im Westen?“, fragt Wetzel die Beamten – „Natürlich, wo sonst?“ Die Familien Wetzel und Strelzyck haben es geschafft! Eindrucksvoll legte Wetzel auch die politischen Hintergründe seiner Flucht dar: Unterdrückung und Überwachung bestimmten das Leben in der DDR, Perspektiven gab es kaum. „Ich wollte mich weiterentwickeln – und das war ausgeschlossen“, sagte er offen. Auf die Frage, ob die Flucht nicht lebensgefährlich gewesen sei, antwortete er schlicht: „Wir haben das nicht so gesehen, in unseren Augen war das keine Gefahr.“ Ein Abend, der in der besonderen Atmosphäre des Regierungsbunkers Geschichte greifbar machte – und das Publikum tief bewegte.

Museumsleiterin Heike Hollunder mit Referent Günter Wetzel in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

Die alte Ockenfelser Linde soll fallen

  • Claudia W. : Ich bin in der Bergstraße aufgewachsen, meine Großeltern lebten dort. So traurig das ein einzelner so etwas durchsetzt! Ich hoffe das es noch abgewendet wird und dieser schöne alte Baum erhalten bleibt.
  • Iris Arens : Es wiederholt sich immer und überall: Auswärtige ziehen in Kenntnis der Sachlage zu und klagen anschließend gegen die bei Zuzug bereits bestehenden und bekannten Umstände. Hoffentlich bleibt die Linde...

Verschiebung wegen Planungsunsicherheit

  • Sabine Weber-Graeff: Da werden Abermilliarden in die Aufrüstung der Bundeswehr,respektive die Landesverteidigung gesteckt und dann wird seitens von Grün ernsthaft erwogen in den Sichtbereich des militärischen Radars zwei...
  • Joschi Hund: Leider kann man nicht mehr von einem Antik und Trödelmarkt sprechen, warum ? Wenn über die Hälfte der Händler Neuware anbieten und Ihre Waren mit Festpreisen ausgezeichnet haben. Man kann sagen über 80 % der Aussteller waren Händler.
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Wir helfen im Trauerfall
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Berufskraftfahrer gesucht
Anzeige Show Alive
Nachruf-Anzeige Marjanca Maguin
Stellenanzeige Sachbearbeiter/in
Brunnenfest in Bad Breisig
Kirmes in Kripp
Empfohlene Artikel
In den Thürer Wiesen wächst das Beweidungsprojekt weiter: Zwei Kühe und vier Kälber der Karpatischen Wasserbüffelherde sind am Dienstag in eine neu erschlossene Projektfläche umgezogen.Foto: Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz
44

Thür. In den Thürer Wiesen wächst das Beweidungsprojekt weiter: Zwei Kühe und vier Kälber der Karpatischen Wasserbüffelherde sind am Dienstag in eine neu erschlossene Projektfläche umgezogen. Damit stehen der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz ab sofort zusätzliche zehn Hektar Feuchtwiesen westlich der L113 als Ökokontofläche zur Verfügung. Insgesamt umfasst die Projektfläche in den Thürer Wiesen nun fast 30 Hektar.

Weiterlesen

Die Stadt Andernach hat ihr beliebtes Naherholungsgebiet, die Mayener Hohl, in den vergangenen Monaten umfassend forstwirtschaftlich aufgewertet. Foto: Stadtverwaltung Andernach / Regina Unruh
31

Andernach. Die Stadt Andernach hat ihr beliebtes Naherholungsgebiet, die Mayener Hohl, in den vergangenen Monaten umfassend forstwirtschaftlich aufgewertet. Entlang des rund 600 Meter langen innerstädtischen historischen Weges standen vor allem zwei Ziele im Fokus: die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit und die nachhaltige Stärkung des gesamten Gehölzbestandes.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
18

Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, den Streckenabschnitt mit besonderer Vorsicht zu befahren

Ab 11.05.: Brückensicherung am Wirftbach

Wirft. Ab dem 11. Mai bis voraussichtlich Anfang Juli 2026 werden am Bauwerk über den Wirftbach bei Wirft im Verlauf der L 10 Sicherungsarbeiten durchgeführt. Ziel dieser Maßnahme ist die bauliche Sicherung und der langfristige Erhalt des Bauwerks. Um die Arbeiten sicher ausführen zu können, wird der Seitenstreifen im betroffenen Bereich für den Verkehr gesperrt. Der fließende Verkehr kann die Strecke weiterhin passieren, jedoch steht der Seitenbereich auf diesem Abschnitt nicht zur Verfügung.

Weiterlesen

Zusammen mit (v.l.n.r.) Stadtbürgermeister Mark Geimer, Schulleiterin Andrea Winkelmann, Baumspender Michael Heider, Bürgermeister Jan Ermtraud und Revierförster Christoph Kirst „pflanzten“ die Drittklässler der Marienschule den „Baum des Jahres“.  Foto: Tabea Bluedorn
10

„Tag des Baumes“ mit Schulkindern in Bad Hönningen gefeiert

Die Zitterpappel - Baum des Jahres 2026

Bad Hönningen. Zur diesjährigen Pflanzaktion anlässlich des „Tages des Baumes“ trafen sich am 30. April rund 60 Schülerinnen und Schüler der Bad Hönninger Marienschule und deren KlassenlehrerInnen sowie Schulleiterin Andrea Winkelmann mit dem Bad Hönninger Revierförster Christoph Kirst gegenüber dem Apollonia-Häuschen in den Rheinanlagen, um den diesjährigen „Jahresbaum“ zu pflanzen.

Weiterlesen

Zweifel an einzelnen Aufwandsentschädigungen in Kruft: Weitere Prüfung angekündigt
220

Verbandsgemeinde Pellenz und Kreisverwaltung Mayen-Koblenz nehmen Stellung

Zweifel an einzelnen Aufwandsentschädigungen in Kruft: Weitere Prüfung angekündigt

Kreis MYK. Ergänzend zu einer am 7. Mai 2026 erschienen Pressemitteilung der Rechtsanwaltskanzlei MMV rund um die in der öffentlichen Diskussion stehenden Abrechnungsvorgänge der Aufwandsentschädigungen für Ortsbürgermeister und Beigeordnete der Ortsgemeinde Kruft stellen die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz und die Verbandsgemeindeverwaltung Pellenz folgendes fest:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Rund ums Haus
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
10 Jahre NoWi
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Titelanzeige
10 Jahre Nowi
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Titel
Stellenanzeige Servicekräfte
Titelanzeige KW 19
Kirmes in Kripp
Brunnenfest in Bad Breisig
Brunnenfest in Bad Breisig
Tag der offenen Tür FFW Burgbrohl
Brunnenfest