Saisoneröffnung im Emser Bikepark
Mit dem Weltstar geht es rasant bergab
Box und Werkstattstation sind neu
Bad Ems. Entgegen aller Prognosen spielte das Wetter am Samstag zum Start in die inzwischen dritte Saison des Emser Bikeparks doch mit. „Doc“ Horst Hohn und seine Crew hatten zum Saisonstart auf die Schöne Aussicht geladen – und die „downhiller“ aus weiten Teilen der Republik sind dem Aufruf gefolgt. Mit Darren Berrecloth aus Kanada und Fabien Barel aus Frankreich hatte die Bikepark-Crew mit Unterstützung des Hauptsponsors Canyon aber auch zwei echte Weltstars der Szene locken können. Während Berrecloth moralische Unterstützung spendete und fleißig Autogramme schrieb – eine Fußverletzung hielt ihn leider vom Fahren ab – ging Barel zunächst mit Gewinnern des Sponsors und aus diversen Fachzeitschriften auf den 3,8 Kilometer langen Kurs. Der Weltmeister im Downhill-Fahren war voll des Lobes für die Strecke und den ehrenamtlichen Einsatz der Crew um Horst Hohn. Auf die erste Runde gingen der Weltstar und seine Begleiter mit einem „guide“ – Niklas Kröller, der einzige rennlizensierte Mountainbiker im Team stellte Strecke und Hindernisse detailliert vor. Unter anderem auch die sogenannte „Box“ – ein Holzhindernis mitten im Hang. Nur ein für Laien schon gewagt anmutender Sprung führt auf den „Tisch“, eine 180-Gard-Kehre führt um einen eingebauten Baum herum in die Gegenrichtung und ein weiterer Sprung bringt den Mountainbiker wieder auf den Kurs.
Anspruchsvolle Ideal-Linie
Die Ideal-Linie im Emser Bikepark ist ohne Frage anspruchsvoll. Allerdings gibt es zu jedem Hindernis auch eine „chicken-line“ genannte Umfahrung. Ohne jede Erfahrung ist aber selbst die Umfahrung nicht ganz einfach. Am Streckenrand fällt auf: Neulinge auf der Strecke gehen meist sehr besonnen an die Abfahrt, selbst top ausgerüstete Fahrer mit Bikes im Wert eines ordentlichen Einsteiger-Gebrauchtwagens halten vor einem mit Totenkopf markierten Hindernis an und schauen sich auch zu Fuß schon mal die Strecke an. Zwei Stunden lang gehörte der Bikepark ausschließlich Barel und den Gewinnern. Ab 12 Uhr startete die Saison dann auch für Otto-Normal-Biker. Horst Hohn, Darren Berrecloth, Fabien Barel und Stadtbürgermeister Berny Abt zerschnitten das symbolische Band und gaben den Kurs frei. Das Angebot ließen sich dann auch zahlreiche Biker nicht entgehen – obwohl die schlechte Wetterprognose für eher spärlichen Zulauf gesorgt hatte.
Unter Bikepark-Profis ist nämlich bekannt: wenn die Strecke nass ist, wird gesperrt. Zum einen weil die Holzhindernisse dann (auch trotz eingearbeitetem Splitprofil) echt unbefahrbar werden, zum anderen weil die nasse Strecke zu stark beansprucht wird und deswegen eher „kaputt gefahren“ werden kann.
Wer allerdings der Prognose trotzte hatte echtes Glück – erstens konnte ausgiebig mit viel Platz gefahren werden und zweitens gab es noch die Gelegenheit zum Blick auf einen echten Weltstar: Fabien Barel hatte spontan so viel Spaß mit dem Emser Bikepark, dass er seinen Aufenthalt um einige Stunden und mehrere Abfahrten verlängerte – mit dem Weltstar ging es also gleich mehrfach rasant bergab.
Der Emser Bikepark gilt in der Szene als eine der schönsten „Flowtrailstrecken“ Deutschlands. Bis Oktober ist die 3,8 Kilometer lange Strecke täglich von 9 bis 19.30 Uhr geöffnet, wenn es die Witterung zulässt. Am Wochenende gibt es einen (kostenpflichtigen) Shuttle-Service vom Ziel zum Startpunkt. Den Start erreicht man in der Nähe von Kemmenau. Der Parkplatz ist ausgeschildert.
Willi Willig
Der Aufsprung auf das neueste Element: die Box.
Ein aktuelles Video zu diesem Thema finden Sie im Internet unter: www.blick-aktuell.tv Reinschauen lohnt! Viel Spaß.
