Gedanken im Blick - Glaube, Traditionen und Persönliches
Mit den Tieren zur Krippe
Eine theologische Kolumne von Gunnar Bach
Wissen Sie eigentlich, wer die Weihnachtskrippe erfunden hat? Der Heilige Franz von Assisi! Er wollte auf alle möglichen Weisen das Leben Jesu nachempfinden. Vor fast 800 Jahren, im Advent des Jahres 1223, kam er auf die Idee, eine Lebendige Krippe mit Ochs und Esel in den Bergen Umbriens zu errichten. Bis heute wird in einer Felsenhöhle die biblische Szene der Geburt Jesu in einem Stall nachgestellt.
Nach einer Legende konnten damals viele kranke Tiere mit dem Heu und dem Stroh, das damals in der Krippe lag, geheilt werden.
In Rotenhain, wo ich seelsorgerlicher Erstansprechpartner bin, haben wir zwar keine Felsenhöhle, aber bekanntlich eine Burg.
Vor dieser Kulisse soll dieses Jahr am Heiligen Abend an dieser schönen Tradition, dem Ursprung aller Weihnachtskrippen, angeknüpft werden. Zwischen 13.30 und 16.00 Uhr können Maria, Joseph und das Jesuskind von Familien und häuslichen Gemeinschaften, und natürlich auch von Einzelpersonen, vor der Burg in Rotenhain besucht werden.
Es ist eine Kinderkrippenfeier im ganz ursprünglichen Sinne, coronabedingt mit den entsprechenden Abständen und leider ohne szenisches Krippenspiel, Singen und Musizieren. Aber dafür gibt es echte Schafe, und neben der Heiligen Familie auch Kinder, die als Hirtinnen und Hirten, als Engel und als Heilige Drei Könige verkleidet sind.
Mit dem entsprechenden Sicherheitsabstand können Familien und Einzelne gesegnet werden, Und weil Franziskus ein Freund der Tiere war – er hat den Ochsen und den Esel mit zur Krippe gestellt – können die Besucherinnen und Besucher der „Burgweihnacht“ auch ihre Haustiere mitbringen. Sie sind unsere Mitgeschöpfe und werden dieses Jahr vom Weihnachtsgottesdienst nicht ausgeschlossen. Ein besonderer Haustür-Weihnachtssegen für die Haustiere ist auch dabei. Gegen eine Spende können die gesegneten Türaufkleber mit dem Haussegensspruch der Sternsingerinnen und Sternsinger mit nach Hause genommen werden.
Der heilige Franziskus wollte die Szenerie von Betlehem möglichst originalgetreu nachstellen.
Wir haben sogar ein Zeichen, das original aus Betlehem stammt: das Friedenslicht von Bethlehem. Wer eine Laterne von zuhause mitbringt, darf das Licht gerne von der Lebendigen Krippe in Rotenhain mitnehmen und an die zuhause Gebliebenen weitergeben.
Ich hoffe, Sie machen sich am Heiligen Abend auf den Weg, nicht nach Bethlehem, sondern nach Rotenhain zur Burg, mit Ihren Tieren zur Krippe!
Ihr Gunnar Bach
