Allgemeine Berichte | 10.01.2022

Verein Brexbachtalbahn

Mit der Brexbachtalbahn pünktlich ins neue Jahr

Bendorf. Ein Blick zurück nach vorne zeigt: mit allerhand Aktivitäten in 2021 schaffte der Verein Brexbachtalbahn trotz Corona die Vorausetzung für eine pünktliche Abfahrt ins neue Jahr. Dabei ist Pünktlichkeit bei der Eisenbahn so eine Sache. Was viele nicht wissen: die Einführung der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts machte eine einheitliche Zeitmessung notwendig, die auch heute noch unser Leben bestimmt. Passend dazu begann auch 2021 eine neue Zeitrechnung. Der Abschnitt ab Grenzau konnte wieder in Betrieb genommen, Güter (Holz) von der Straße auf die Schiene verlagert und C02 eingespart werden. Ende des Jahres ergab dann auch die Studie des Zweckverbandes, wie wichtig die Bahnstrecke für den ÖPNV sein wird, um den Großraum Westerwald mit dem Ballungsraum Koblenz-Neuwied nachhaltig anzubinden. Denn die Eisenbahn ist das Herzstück einer ökologischen Verkehrswende. Kein anderes Verkehrsmittel kann Personen und Güter so energieeffizient, sicher und flächensparend bewegen wie die Bahn. Die Pariser Klimaziele, zu denen sich Deutschland verpflichtet hat, lassen sich auch nur mit einer massiven Verlagerung der Verkehre von der Straße auf die Schiene erreichen. Reaktivierungen von Bahnstrecken ist zukunftsweisende Verkehrspolitik und Teil der Koalitionsverträge sowohl in Mainz als auch der Ampel in Berlin. Apropos Umwelt: wenn man sich einmal über Google-Earth durch unsere Region klickt, dann ist die Brexbachtalbahn kaum zu erkennen. Ökologisch und ökonomisch schmiegt sie sich sanft entlang von Höhenzügen oder unterquert sie per Tunnel, schlängelt sich durch Wälder, überquert auf architektonisch und geschichtlich wertvollen Kunstbauten die Täler und führt dezent und auf schmalem Band durch die Orte. Ein voll besetzter (Touristen)Zug mit 200 Insassen fällt fast gar nicht auf. Innerhalb von einer Minute überquert er eine Straße und ist auch schon gleich wieder verschwunden. Man stelle sich die gleiche Zahl in durchschnittlich 80 Autos vor, wenn sie nach Sayn, Engers, Grenzau und Höhr-Grenzhausen fahren, um von dort zu ihren Touren aufzubrechen. Es gibt vor allem in den Wohngebieten deshalb zu Recht mehr und mehr Entrüstung, schließlich sind urbane Räume Lebensraum und keine Parkplätze. Und doch braucht grade Bendorf mehr denn je Touristen, auch deshalb hat man sich zu einer Landesgartenschau beworben. Die Brexbachtalbahn ist dafür Bewegung im Sinne einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilität, um aus Anspruch endlich Wirklichkeit zu machen. Dafür arbeiten die Aktiven und der Betreiber auch im diesem Jahr. Denn sie wissen was sie wollen und wollen, was sie tun: touristische und wirtschaftliche Wertschöpfung und Standortförderung - und das heißt Beförderung.

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