Pfarrer Erich Fuchs feierlich in den Ruhestand verabschiedet
Mit einer Träne im Knopfloch...
Kempenich. Fast auf den Tag genau nach siebeneinhalbjähriger Tätigkeit in der Pfarreiengemeinschaft Kempenich, Rieden und Weibern verabschiedete sich Pfarrer Erich Fuchs mit einem feierlichen Gottesdienst und einer Feier in der Leyberghalle in den Ruhestand. Ein Abschied, den er aus gesundheitlichen Gründen herbeigesehnt hat, der ihm aber doch auch schwerfiel, wie Fuchs gleich bei der Begrüßung der vielen Gläubigen und Ehrengäste in Kempenichs Pfarrkirche St. Philippus und Jakobus zugab. Bei seinem letzten Gottesdienst in Kempenich standen ihm neben den Messdienerinnen und Messdienern Diakon Sebastian Pollitt, und, unter anderen, Dechant Achim Thieser, Pfarrer Günter Marmann (Bad Breisig) und Niederzissens Pater Jino Maphew zur Seite. Für die musikalische Begleitung sorgte Kempenichs MGV „Harmonie 1909 e.V.“, der mit einem glockenhellen Solo seines Tenors Andreas
Molitor die Anwesenden einmal mehr in den Bann zog. Pfarrer Fuchs ließ die Stationen seiner beruflichen Vita Revue passieren und dankte allen, die ihn bei seiner vielfältigen Arbeit unterstützt haben. Später in der Leyberghalle sollte er noch freimütig bekennen: „Ich musste oft an meine Grenzen gehen, aber im Nachhinein bin ich sehr dankbar. Und wenn ich mal ganz unten am Boden war, habe ich zu Christus hinaufgeschaut und gedacht: Du hattest es ja noch viel schwerer!“ Immer wieder loslassen und neu anfangen, bedingt durch berufsbedingte Wechsel in 37 Jahren im kirchlichen Dienst, die Begleitung von Sterbenden und die zahlreichen Beerdigungen gehörten zu den Belastungen seines Berufsalltags. Aber dagegen stehen viele schöne Erlebnisse und Begegnungen in und mit den Gläubigen, darunter spannende Begegnungen, gemeinsame Ausflüge, Wallfahrten, Unternehmungen mit den
Messdienern, eine Romwallfahrt der Minis 2015 und erfrischende Begegnungen mit den Erstkommunionkindern und den Firmlingen.
Loslassen und neu anfangen – das steht auch der Pfarreiengemeinschaft bevor. Durch den Weggang von Pfarrer Fuchs entsteht für den Rest des Jahres eine Vakanz, die Pfarrer Marmann aus Bad Breisig füllen soll. Danach tritt die Bistumsreform in Kraft, als deren Konsequenz sich die Kirchengemeinde Rieden Mayen anschließt. Auf Kempenich und Weibern, die dann zur Großpfarrei Sinzig gehören werden, kommen Veränderungen zu, deren Auswirkungen kaum absehbar sind. Personalsorgen belasten die Pfarrei der Zukunft schon jetzt. Auch Dechant Thieser selbst wechselt ja bekanntlich im Sommer nach Berlin. Er ergriff zum Ende der Messe ebenfalls das Wort, dankte Pfarrer Erich Fuchs für die geleistete Arbeit und bat die Gläubigen um Unterstützung derer, die in den Gemeinden vor Ort Verantwortung übernehmen. Und besser noch, selbst Verantwortung in ihrer Kirchengemeinde zu übernehmen. Nach dem Gottesdienst wurde die Abschiedsfeier bei Kaffee und Kuchen und in entspanntem Rahmen in der Leyberghalle fortgesetzt. Viele Gemeindemitglieder folgten der Einladung, darunter auch Vertreter der Vereine und der Politik. Johannes Schäfer, der als 1. Beigeordneter die Moderation übernommen hatte, begrüßte die Bürgermeister Wingender (Volkesfeld), Klapperich (Hausten), Kabuth (Hohenleimbach),
Schmitz (Weibern) und Friedsam aus Kempenich. Auch die Verbandsbürgermeister Johannes Bell (VG Brohltal) und Jörg Lempertz (VG Mendig) erwiesen dem scheidenden Pfarrer die Ehre. Für die VG Vordereifel war Christoph Kicherer gekommen. Aber bevor die Repräsentanten der lokalen Politik zu Wort kamen, ihren Dank und guten Wünsche mitsamt ihren Abschiedsgeschenke übergeben konnten, gehörte die Bühne den kleinen Gemeindemitgliedern. Die Kinder des katholischen Kindergartens Kempenich stimmten unter der Leitung von Andrea Schmickler und ihrer Kolleginnen Schlich und Porz ein Lied an, das aufhorchen ließ: „Wir sind die Kleinen in den Gemeinden, doch ohne uns geht nichts!“ Ihrem scheidenden Pfarrer gaben die munteren Kids noch einen Schokoladenkuchen und bunte Luftballons mit auf den Weg. Die
Kinder des katholischen Kindergartens Weibern führten ein musikalisches Drachenspiel auf, das sie unter der Leitung von Elisabeth Hilger einstudiert hatten. Außerdem gaben sie Pfarrer Fuchs viele gute Wünsche mit auf den weiteren Lebensweg, die sie zur Erinnerung in einer kleinen Schachtel zusammengelegt hatten. Neben solchen wie „Ich wünsche dir Gesundheit“ auch lustige wie „Ich wünsche dir eine Katze“ „gutes Essen“ und, da wusste wohl jemand von der Liebe des Pfarrers zum Motorsport „Ich wünsche dir , dass du mal einen Rennwagen fahren kannst“. Fuchs nahm alle guten Wünsche mit Humor und herzlichem Dank entgegen. Die Schüler der katholischen Grundschule Kempenich (Ltg. Bianca Wehlen) schlossen den Reigen mit Liedern und einem Gedicht zu Ehren des Ruheständlers. Werner Kolodziej dankte als Vertreter für die Räte der Pfarreiengemeinschaft für die erfolgreiche Zusammenarbeit bei vielen Vorhaben und Projekten und überbrachte gute Wünsche für die Zukunft. Für die Ortsbürgermeister ergriff Stefan Friedsam das Wort. Auch er erinnerte an schöne gemeinsame Jahre und wünschte Erich Fuchs alles Gute für den anstehenden Neustart. Johannes Bell sprach zum Abschluss von spürbarer Wehmut auf beiden Seiten und griff die Begrüßungsworte von Pfarrer Fuchs in einem Zitat von Arthur Schnitzler auf: „Der Abschied schmerzt immer, auch wenn man ihn herbeisehnt.“ Auch er wies auf die gute Zusammenarbeit der letzten Jahre hin und ergänzte das mit guten Wünschen für die Zukunft. „Wir gönnen Ihnen den Ruhestand, sehen aber mit großer Unsicherheit der Zukunft entgegen.“ Damit nahm er Bezug auf die Vakanz in der Kirchengemeinde und die bevorstehende Bistumsreform. Das, so Bell, könne zu einem Rückzug der Kirche aus der Lebenswelt der Menschen und damit zu einer weiteren Entfremdung führen. Nach den offiziellen Reden hatten alle Gemeindemitglieder Gelegenheit, sich persönlich und mit guten Wünschen von Pfarrer Erich Fuchs zu verabschieden. Am Ende war der Tisch mit den Geschenken gefüllt, die Wegbegleiter hatten Danke gesagt und ihre guten Wünsche formuliert. Zeit für ein Schlusswort: „Heute war ein trauriger, aber auch ein sehr schöner Tag. Ich hoffe, wir sehen uns wieder – entweder, wenn ich voller Wehmut durch die Dörfer laufe oder bei Edeka im Café sitze!“ Langweilig dürfte dem Pensionär kaum werden. Erich Fuchs wandert gerne, möchte alte Freundschaften beleben, mehr reisen und seine Aquarelltechnik verbessern. Alles Gute für die Zukunft!
Auch die Bürgermeister sagten Dankeschön! Von links: Peter Josef Schmitz, Erich Fuchs, Stefan Friedsam, Norbert Klapperich, Thorsten Kabuth und Rudolf Wingender
