Allgemeine Berichte | 25.04.2018

ADFC Bonn/Rhein-Sieg

Mit staufreien Radpendlerroutenden Berufsverkehr aufs Rad verlagern

Bonn. Ein Verkehrskonzept für Radpendlerrouten, auf denen schon 2020 wesentliche Teile des Berufsverkehrs zwischen Bonn und den Städten des Rhein-Sieg-Kreises per Rad abgewickelt werden kann, hat der ADFC Bonn/Rhein-Sieg vorgelegt. Die Verkehrsplaner des Clubs haben in den vergangenen Monaten insgesamt zehn Routen erarbeitet, auf denen Radfahrer auf vorhandenen, aber optimierten Strecken zwischen den Wohnschwerpunkten im Rhein-Sieg-Kreis und den Arbeitsplatzschwerpunkten in Bonn zügig pendeln können. Sieben der Pendlerrouten liegen rechtsrheinisch, drei weitere linksrheinisch. Hinzu kommen als schnelle Hauptachsen die in Planung befindliche Radschnellstrecke entlang der A565 zwischen Endenich über die Nordbrücke bis Niederkassel sowie die Radpendlerroute Bornheim-Alfter-Bonn. „Die zehn von uns entwickelten Radpendlerrouten lassen sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln bis 2020 herrichten. Wenn der Autoverkehr in der Region im Beethovenjahr nicht völlig zum Stillstand kommen soll, dann müssen Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis jetzt Alternativen entwickeln“, so der Bonner ADFC-Verkehrsplanungssprecher Werner Böttcher. „Jetzt müssen einige Millionen aus den Dieselmilliarden in den Radverkehr fließen.“ Wie bekannt beginnt 2020 die Sanierung der A565 (Tausendfüßler) und der Nordbrücke.

Sehr positive Resonanz

Das Konzept hat der ADFC bereits der Stadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis, den Kommunen, zahlreichen Landes- und Bundespolitikern sowie den betroffenen Bundesministerien übermittelt. Zum großen Teil stießen die Vorschläge auf sehr positive Resonanz. Die Stadt Bonn reagierte bislang jedoch zögerlich. „Wenn die Stadt Bonn ihre Verkehrssituation wirklich verbessern will, muss Sie auch ein Interesse daran haben, in Sachen Radverkehr mit den Nachbarstädten und dem Rhein-Sieg-Kreis eng zu kooperieren“, so ADFC-Verkehrsplaner Werner Böttcher. Die zehn Routen bauen auf vorhandenen Radrouten und Nebenstrecken auf, die jedoch verbessert werden müssen. Dabei geht es um die Beseitigung schlechter Straßenbeläge, Optimierung von Ampelphasen, Schließung von Lücken im Wegenetz und einer Ausschilderung der Pendlerrouten. „Dadurch können wir die Fahrzeiten etwa aus Kommunen wie Bornheim und Alfter, aus Niederkassel und Troisdorf, aus Sankt Augustin und Siegburg nach Bonn so stark verbessern, dass das Rad gegenüber der Fahrt mit dem Auto eine echte Alternative und beim Stau im Vorteil ist“, so Dr. Georg Wilmers, ADFC-Planer für das linksrheinische Kreisgebiet. Testfahrten zwischen Rheinbach und Bonn auf der konzipierten Pendlerroute zeigen, dass die Fahrzeit für die über 20 km weite Strecke um fast 20 Minuten auf unter eine Stunde reduziert werden kann. Da die meisten Einpendler jedoch aus den direkt an Bonn angrenzenden Städten und Gemeinden Bornheim, Alfter, Swisttal, Meckenheim, Wachtberg, Bad Honnef, Königswinter, Sankt Augustin, Troisdorf, Niederkassel und aus Siegburg kommen, liegen die Fahrzeiten mit dem Rad oft nur bei einer halben Stunde – wenn es geeignete Pendlerrouten gibt. „Das zeigt, welche Potentiale Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis heben können, wenn sie konsequent schnelle Route für den Radverkehr umsetzen“, so Dr. Peter Lorschreid, ADFC-Planer für den rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Die Routenvorschläge, die teilweise bereits vom ADFC im Detail ausgearbeitet und auch schon mit Kostenschätzungen unterlegt sind, sollen bis 2020 aus den Mitteln für die Modellstadt Bonn (Dieselmilliarde) umgesetzt werden. „Bei gutem Willen der Stadt Bonn, des Rhein-Sieg-Kreises und der beteiligten Städte ist das auch zu schaffen“, so Dr. Georg Wilmers. Das Pendlerroutenkonzept hat aus Sicht des ADFC den Charme, dass keine grundlegenden neuen Planungen erforderlich sind, weil auf vorhandene Wege aufgesetzt wird und die notwendigen Maßnahmen auch finanziell gut zu stemmen sind. „Außerdem wirken sie wirklich sofort, bieten Autofahrern akzeptable Alternativen und entlasten den Verkehr insbesondere in Bonn und reduzieren damit auch die Feinstaubbelastung“, so ADFC-Verkehrsplaner Böttcher. „Wir brauchen jetzt ein beherztes Vorgehen der Politik, um durch ein geeignetes Angebot an Radpendlerrouten den Umstieg vom Auto auf das Rad zu ermöglichen, was die täglichen Staus zwischen Kreis und Bundesstadt verringern kann“, fordert Dr. Wilmers. „Mit Blick auf drohende Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Bonn und die kommenden Dauerbaustellen auf Nordbrücke und Tausendfüßler muss die Region den Autofahrern endlich beherzt und mutig Alternativen anbieten“, so Böttcher. Von der Stadt Bonn vorgeschlagene Maßnahmen wie kostenloser ÖPNV für Rentner hält der ADFC dagegen für völlig überflüssig und Geldverschwendung. „Rentner stehen nicht während des Berufsverkehrs im Stau“, so Dr. Lorscheid. „Rentner die kostenlose Fahrt untertags zu finanzieren löst keine Verkehrsprobleme. Dieses Geld sollte lieber in echte Alternativen für Pendler investiert werden.“ Allein zwischen dem linksrheinischen Kreisgebiet und Bonn pendeln täglich laut IHK rund 33.000 Menschen. „Wenn wir davon ein Zehntel aufs Rad bringen, bedeutet das tausende von Autos weniger auf den Straßen in Bonn und im Kreis“, so Dr. Wilmers. „Die drei fertig durchgeplanten Pendlerrouten linksrheinisch haben eine Gesamtstrecke von 45 Kilometern und könnten für rund 1,5 Millionen Euro bis 2020 realisiert werden.“

Übersicht der zehn jetzt vorgeschlagenen Radpendlerrouten: Unkel-Beuel-Niederkassel-Zündorf; Bonn-Beuel-Siegburg-Rösrath; Wahn-Troisdorf-Siegburg, Oberpleis-Niederdollendorf; Friesdorf-Pützchen-Menden-Troisdorf; Tannenbusch-Sieglar-Troisdorf-Lohmar-Overath; Godorf-Lülsdorf-Troisdorf; Rheinbach-Meckenheim-Röttgen-Lengsdorf-Bonn; Rheinbach-Buschhoven-Oedekoven-Dransdorf-Bonn, Wachtberg-Bonn.

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