Allgemeine Berichte | 07.03.2016

Neuwieder Hospizverein

„Mitfühlen - nicht mitleiden“

Hospizbegleiter benötigen viel Einfühlungsvermögen

Sich auf sein Gegenüber einlassen: Hospizfachkraft Verena Krings-Ax und Bildungsreferentin Heidi Hahnemann (r.) stellen eine Übung aus der Ausbildung für Hospizbegleiter dar, in der gemeinsam und ohne zu sprechen ein Bild gemalt werden soll.privat

Kreis Neuwied. Es sind derzeit 84 Menschen, die ehrenamtlich für das Hospiz im Kreis Neuwied (Ambulantes Hospiz und Neuwieder Hospizverein) Schwerstkranken, Sterbenden und ihren Angehörigen zur Seite stehen. 84 Frauen und Männer, die in ihrer Freizeit die Selbstbestimmung Sterbender in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen und dazu beitragen, dass sich kranke und alte Menschen in Würde vom Leben verabschieden können. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, setzten sie sich selbst in einem 135-stündigen Befähigungskurs mit den Themen Krankheit, Sterben und Tod, Trauer und Trennung auseinander. Die Bildungsreferentin des Hospiz im Kreis Neuwied, Heidi Hahnemann, berichtet im Interview, mit welcher Motivation sich die Männer und Frauen für dieses Ehrenamt entscheiden und wie sie sich auf ihre Aufgabe vorbereiten.

Wer sind die Menschen, die sich in der Hospizarbeit engagieren?

„Es ist eine große Bandbreite an Männern und Frauen, die sich interessieren. Im Kreise unserer Hospizbegleiter sind ganz unterschiedliche Persönlichkeiten aus allen möglichen Berufsfeldern und verschiedener Altersgruppen.“

Mit welcher Motivation gehen sie in die Begleitung Sterbender?

„Da gibt es auch viele verschiedene Beweggründe. Sie reichen von dem Wunsch, nach dem Berufsleben etwas Sinnvolles in der Freizeit tun zu wollen bis hin zu eigenen Erfahrungen, die die Ehrenamtlichen im Sterben von Angehörigen gemacht haben.“

Kann jeder Hospizbegleiter werden?

„Ich kann nur Hospizbegleitungen machen, wenn ich mich selber kenne und wenn es mir gut geht. Eine hospizliche Haltung setzt viel Empathie voraus, mindestens genauso wichtig ist es, authentisch zu sein, um Vertrauen aufbauen zu können und den Menschen ehrlich gegenüberzutreten. Hospizbegleiter müssen mit beiden Füßen auf dem Boden stehen.

In unseren Befähigungskursen werden deshalb die Teilnehmer in ihrer eigenen Wahrnehmung und der für andere gestärkt. Ziel ist es, eine Haltung, die von Achtsamkeit, Behutsamkeit und Respekt geprägt ist, zu schärfen.“

Wie ist der Befähigungskurs aufgebaut?

„Im ersten Teil der Ausbildung, also rund drei Monate, lernen die Teilnehmer viel über sich selbst. Wichtig ist es, sich selbst öffnen zu können, um anderen ein geeigneter Begleiter zu sein. Dann schließt sich ein Praktikum an, in dem man über die Dauer von drei Monaten einen Menschen besucht. Ziel hierbei ist es zu erfahren, ob es möglich ist, einen Kontakt zu einer fremden Person in einer außergewöhnlichen Situation aufzubauen. Dabei bietet sich auch die Möglichkeit zu überprüfen, ob man für das spätere Ehrenamt in der Lage ist, über drei Monate (eine statistische Größe) seine Zeit einmal wöchentlich für ein bis zwei Stunden zu verschenken. Ganz wichtig hierbei sind immer wieder Gruppenabende und der gegenseitige Austausch der angehenden Hospizbegleiter. Dann erst beschäftigen sich die Kursteilnehmer mit der Theorie rund um Krankheitsbilder, Demenz, Familiensystemen oder Zeichen des Sterbens. Unter anderem fällt auch der Besuch eines Hospizes in diese Phase der Ausbildung. Beendet wird der Kurs mit Abschlussgesprächen.“

Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste in der Hospizbegleitung?

„Es geht darum, für den anderen - seinen Bedürfnissen entsprechend - da zu sein.“

Nächster Grundkurs

Der nächste Grundkurs für Hospizhelfer beginnt im September dieses Jahres. Mehr Informationen hierzu gibt es bei Heidi Hahnemann vom Hospiz im Kreis Neuwied, Tel. (0 26 31) 34 42 14.

Sich auf sein Gegenüber einlassen: Hospizfachkraft Verena Krings-Ax und Bildungsreferentin Heidi Hahnemann (r.) stellen eine Übung aus der Ausbildung für Hospizbegleiter dar, in der gemeinsam und ohne zu sprechen ein Bild gemalt werden soll.Foto: privat

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