Seit 454 Jahren zahlt Engers an Heddesdorf Tribut
Mittelaltermarkt an Pfingsten
Mittelalter erwacht am 22. Mai auf dem Marktplatz in Engers
Engers. Vor 454 Jahren forderten die Heddesdorfer erstmalig die Zahlung eines Tributes für Weiderecht der Bürger aus Reil und Engers auf Heddesdorfer Gemarkung. Bedingung war, dass der Tribut einmal jährlich am Reiler Brunnen (Nähe Kann – See) einzufordern ist.
Nach Überlieferungen war immer ein Schäfer mit einem schwarzen Hund bei der Tributübergabe anwesend. Dieses Stück „Heimatgeschichte“ wird bereits seit dem Jahr 2000 in Engers lebendig. Wurden die Pfingstreiter bis dahin eher im „Stillen“ beköstigt, so erwacht nun am Pfingstdienstag, dem 22. Mai ab 12 Uhr das Mittelalter auf dem Marktplatz im Herzen von Engers. Laiendarsteller spielen die Geschichte der Tributzahlung nach alten Überlieferungen, die Kinder der Kunostein Grundschule begleiten die Pfingstreiter in historischen Kostümen und bringen Ihnen Musik und Tanz dar, mittelalterliche Musik versetzt die Zuschauer in die entsprechende Zeitepoche.
Mitglieder des Bürgervereins und das bewährte Team der Schloss Schenke versorgen die Besucher mit Getränken und deftigen Speisen.
Der Bürgerverein richtet den Appell an alle Besucher: „Lassen Sie die Küche kalt und erleben Sie ein Laienspiel auf historischen Tatsachen, was sich in unserer Region seines gleichen sucht“.
Während der Spielszene muss sich eine prominente Persönlichkeit dem Urteil des Schultheißen beugen. Man darf gespannt sein, wer die Schandgeige tragen muss und welche gerechte Lösung der Schultheiß für das Vergehen finden wird.
Traditionen sollen aufrecht erhalten werden
Traditionen aufrecht zu erhalten ist der Wunsch des Bürgerverein Engers als Ausrichter dieses Spektakels, der auf eine zahlreiche Besucherschar hofft. Gerne können historische Gewänder ausgeliehen werden, damit eine möglichst große Schar gewandeter „Engerser“ die Heddesdorfer Pfingstreiter, in Engers empfangen können.
Auch am Bürgerverein geht der allgemeine Trend zurückgehender Helferzahlen nicht spurlos vorbei. Diese Veranstaltung durchzuführen bedeutet für die wenigen Aktiven ein enormer Kraftakt, der kaum noch zu realisieren ist. Daher hat sich der Vorstand entschlossen, das Laienspiel ab 2018 in einem zweijährigen Turnus durchzuführen. Nach der Aufführung in diesem Jahr, können die Besucher erst wieder in 2020 lebendige Geschichte erleben. Helfer für den Auf- und Abbau sind herzlich willkommen.
Der Vorsitzende des Bürgervereins – Bernd Wolff – reserviert gerne eine entsprechende Gewandung, Tel. (0 26 22) 40 23.
