Eifeler Krimiautor begeisterte im Kulturcafé Germania in Cochem
Mörderische Kurz- geschichten mit Ralf Kramp
Cochem. Er hat wieder auf seine unnachahmliche Art zugeschlagen. Die Rede ist von Ralf Kramp, jenem Eifeler Erfolgsautor, der in seinen mörderischen Kurzgeschichten mit reichlich schwarzem Humor seine Leser beziehungsweise Zuhörer mit der Aufarbeitung überwiegend ländlicher Mordermittlungen konfrontiert. Oftmals hat man hier eher Mitleid mit dem linkischen Täter, der in den bitterbösen Geschichten von Kramp bei seiner Tathandlung nicht nur äußerst dumm vorgeht, sondern hin und wieder selbst zum Opfer wird. Die Dahingeschiedenen haben es dagegen entweder meist verdient oder waren einfach zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Diverse Lachtränen entlockte der Krimiautor auch kürzlich wieder einem begeisterten Publikum, als er bei einer Lesung im Kulturcafé Germania unter anderem aus seinem neuen Kurzkrimiband „Schuss mit lustig“ (KBV-Verlag) einige Mordgeschichten vorstellte. In diesen wurde zum Beispiel einer der Täter erst nach Jahren wieder mit seinem zwischenzeitlich skelettierten Mordopfer konfrontiert, das ihm so ganz nebenbei beim ehrenamtlichen Räumen eines Speichers entgegen kullert und ihn nachträglich der Straftat überführt. Auch der Mörder eines Verkaufswagenfahrers, der mit dessen Delikatessen-Mobil in einem Eifel-Kaff ein Kind entführen will, hat äußerst schlechte Karten. Eine Clique rustikaler Rentner bringt ihn mit seinem eigenen Tatwerkzeug um die Ecke. Immer wieder flechtet Kramp bei seinen Ausführungen auch mörderische Verse anhand von Kurzgedichten ein, die seinem schwarzen Humor noch einen zusätzlichen Kick verleihen und die bereits strapazierten Zwerchfelle der Zuhörer einfach nicht zur Ruhe kommen lassen. Einmal mehr ein toller Abend der Lust auf mehr machte.
TE
