Theatergruppe des Beller Kirchenchors präsentierte neues Stück
„Moral ist, wenn man es trotzdem macht!“
Regisseurin Melanie Berresheim landete mit der Besetzung einen Volltreffer - Stehende Ovationen vom Publikum
Bell. Dass die Stücke der Theatergruppe des Beller Kirchenchors nun schon seit 17 Jahren immer wieder von Erfolg gekrönt sind, ist nicht zuletzt der hervorragenden Arbeit von Regisseurin Melanie Berresheim zu verdanken. Dass der Erfolg jedoch letztlich von der Leistung der Darsteller abhängt, ist ebenfalls kein Geheimnis. Umso bemerkenswerter ist insbesondere in diesem Jahr die von Berresheim ausgewählte Besetzung für die Komödie in drei Akten von Ute Tretter-Schlicker mit dem vielversprechenden Titel „Moral ist, wenn man es trotzdem macht“.
Während das Beller Urgestein Marianne Zepp (im aktuellen Stück als unterschätztes Mädchen für alles zu sehen) und ihr Ehemann Willy Zepp (als vermeintlicher Verführer Karl) vom ersten Tag an zu Publikumslieblingen avancierten, landete Regisseurin Berresheim mit der Wahl von Martina Zavelberg als Frieda einen absoluten Volltreffer. Die Vorsitzende des Moralistenvereins und rechthaberische Ehefrau von „Sepp, dem Pantoffelhelden“ (Udo Krayer) zeigte dem Publikum, dass sie auch ganz anders kann. Als männermordende Femme fatale verblüffte sie selbst den abgebrühten Supermacho Benno. Dabei scheute sie nicht davor zurück, ihre Tanz- und Verführungskünste der Lächerlichkeit preiszugeben. Dem lauthals johlenden Publikum gefiel es so sehr, dass die begnadete Darstellerin sogar mit Szenenapplaus belohnt wurde.
Auch der Rest des Ensembles brauchte sich mit seinen darstellerischen Künsten keineswegs zu verstecken. Sei es Simone Gasber als Sabine, Tochter der Eheleute Helga (Birgit Bohlen) und Erwin (Stephan Zepp) sowie Ex-Verlobte von Benno, oder Andre Müller als Benno, dem die Rolle des selbstverliebten Machos geradezu auf den Leib geschrieben schien – jeder Darsteller brillierte mit Herzblut in der jeweiligen Rolle.
Zum Inhalt des Stückes
Für Erwin und Helga, Besitzer einer Gastwirtschaft, könnte das Leben eigentlich in ruhigen Bahnen verlaufen, wenn Supermacho Benno, der Verlobte ihrer Tochter Sabine, nicht ein neues Lokal der „Extraklasse“ in Bell eröffnen würde. Benno versteht es hervorragend, alle Frauen mit ebenso billigen wie plumpen Sprüchen um den Finger zu wickeln. So auch Frieda, die Vorsitzende des „Moralistenvereins“, deren restlos unter dem Pantoffel stehender Ehemann Sepp seine Chance auf Rache wittert, als er Fotos von seiner Frau zu sehen bekommt, auf denen diese sich in eindeutig zweideutigen Posen zeigt. Da auf den Fotos noch weitere sogenannte „anständige“ Leute zu erkennen sind, schreckt Benno vor einer versuchten Erpressung nicht zurück, die ihm jedoch dank der Spitzfindigkeit von Erna und Karl nicht gelingt.
Federführend beim Bühnenbau und der Technik waren wieder einmal Willi Zepp, Ewald Zepp und Alfons Mauermann sowie viele fleißige Hände. Als Souffleusen agierten Alfons Mauermann und Monika Bühler.
Übrigens hieß Alfons Mauermann auch das Publikum wieder einmal charmant und pfiffig zur 17. Vorstellung willkommen und verabschiedete sich ebenso wortgewandt im Namen des gesamten Ensembles bis zur nächsten Vorstellung im Jahr 2020. FRE
Benno (Andre Müller) macht es sichtliche Freude, Erwin (Stephan Zepp) aus der Reserve zu locken.
Den Eheleuten Erwin und Helga (l.) sowie Frieda und Sepp gefällt es überhaupt nicht, dass in Bell ein neues Lokal der „Extraklasse“ eröffnet wird.
Mit ihren zum Brüllen komischen Tanz- und Verführungskünsten verblüfft Frieda sogar den Supermacho Benno.
Erna und Karl (Marianne und Willy Zepp) proben bereits das Eheleben.
