Mundart und Geschichten

Mundart und Geschichten

Der Brohler Kulturverein hatte zum Mundartabend eingeladen.Foto: privat

12.11.2021 - 14:26

Brohl-Lützing. Der Brohler Kulturverein hatte geladen und zahlreiche Geimpfte und Genesene fanden den Weg ins Brohler Bürgerhaus. Durch den Abend führte, wie immer locker und gut gelaunt Doris Ohm, die auch zugleich mit ihrem eigenen Beitrag über Agnes Dürer berichtete. Agnes ist die Frau, die hinter dem berühmten Albrecht Dürer steht. Gemeinsam mit dem Paar unternahmen wir eine Rheinreise und schauten in die Wohnzimmer Prominenter Anlieger wie Adenauer, Beethoven etc. Über die Zwischenstopps der Dürers in Brohl und Breisig gab es interessantes zu hören, zumal der Künstler hier einige „Selfies“ malte. Dann gab es den obligatorischen „Döppekoche“ mit musikalischer Untermalung durch Orgelsmann Heino Peters. Heimatforscher Werner Fußhöller zog die Anwesenden mit seinem Vortrag über eine Persönlichkeit des Brohler Wirtschaftsleben der vergangenen Tage in seinen Bann. Hermann Hartmann, der in Brohl unter dem Namen „De Eisbeer“ bekannt war. Eine große Persönlichkeit und lange Jahre Chef der Brohltaleisenbahn. Fußhöller verblüffte mit neuen Details über Hartmanns Tätigkeiten während der Pionierzeit der Eisenbahn in den dtsch. Kolonien in Afrika. Verantwortlich für die Powerpoint Präsentation war Tochter Petra Fußhöller. Zum Ende der Darbietung kam auch die Mundart nicht zu kurz als Fußhöller, passend zum Thema „120 Jahre Brohltalbahn“, das Gedicht „Et Brohltalbähnsche“ von Marianne Breuer aus Dedenbach zum Besten gab. Immer wieder aufs Neue überzeugt Achim Schmitz mit seiner Vortragserie „Bilder erzählen Geschichten“. Thema in diesem Jahr war die Theatergruppe Unterhaltung Niederlützingen. Den Höhepunkt hatte der Verein in den Jahren 1926 – 1928, als es im Wolfertal eine riesige Freilichtbühne gab. Fotos von aufwendig gestalteten Kulissen und mit bis zu 150 darstellenden Personen belegten das damalige Großereignis. „Bootswart“ Erich Melcher, kredenzte einige „Bembel“ edler Tropfen aus dem Brohler Braunsberg, selbst angebaut und gekeltert, gemeinsam mit seiner Enkeltochter Carina. Ferner servierte er moselfränkisch vorgetragene Geschichten aus seinem Heimatort und dem dortigen Musikverein. Fazit: Die Musiker sind trinkfest gemäß dem Slogan „Ein blumiger ein würziger, wir trinken alle Ürziger“. Der nächste Protagonist war Stefan Vogt. Seinen Vorträge muss man „laustern“, wie der Wehrer zu sagen pflegt. Seine Reden sind gut zusammengestellt und in seiner ihm eigenen Art gekonnt, witzig und unterhaltend vorgetragen. Zielscheibe von Vogts Vortrag waren die verschiedenen Pfarrer der Gemeinde Wehr, zu denen es zahlreiche Anekdötchen zu berichten gab, die zum Schmunzeln anregten. Auch hier zeigte sich die Tochter Elisabeth für das Computergedöns verantwortlich. Neu auf dem Brohler Parkett überraschte Hubert Altenhofen, „aus em Dall“, wie er sich vorstellte. Er gewährte einen Insiderblick in das Prominentendorf Rheineck. Das Mallorca der Nachkriegszeit mit bis zu acht Hotels und zahlreichen Pensionen, um die zahlreich einströmenden Gäste zu beherbergen. Der Ort lebte vom Tourismus, und Altenhofen selber verbrachte seine Kindheit an der Sesselbahn. Da wusste er natürlich viele unterhaltende Geschichten zu erzählen. Ein gerne wiedergesehener Gastredner. Das Brohler Original Eugen Laux, braucht man den Hiesigen nicht mehr vorzustellen. Er rundet den Abend seit einigen Jahren ab, mit seinen stets kurzen aber immer kurzweiligen Erzählungen. Natürlich in Mundart und wie ihm der Schnabel gewachsen ist. In diesem Jahr musste die Oma und deren Katze für den Beitrag herhalten. Die Streiche aus seiner Kindheit mit diesen beiden „Opfern“ waren das Thema, unter dem Motto „Jugend forscht“.


Ein gelungener Abend schloss wiederum mit Heino Peters und dem aus seiner Drehorgel heraus geleiertem Brohltallied ab.

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